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Coburg (ots) - Umstiege auf E-Autos erreichen bei Neu- und Gebrauchtwagen im
privaten Bereich Rekorde - Verdopplungen gegenüber Zeit vor dem Iran-Krieg -
Hohe Spritpreise hinterlassen sichtbare Spuren - Auch Plug-in-Hybride legen zu -
Frauen gewinnen mehr Zutrauen zu E-Autos
- Bei fast jedem achten privaten Fahrzeug-Wechsel in Deutschland wird inzwischen
ein Auto mit Verbrennungsmotor durch ein E-Auto ersetzt
- Tesla und chinesische Marken können am stärksten von Umstiegen auf
vollelektrische Neuwagen profitieren
- Modelle des VW-Konzerns können nur bei Umstiegen auf E-Gebrauchtwagen ihre
Anteile behaupten, bei Neuwagen verlieren sie klar an Boden
- E-Autos nehmen vor allem in der Gunst der Frauen deutlich zu
- Unter den Bundesländern verzeichnen Niedersachsen und Schleswig-Holstein die
größte Dynamik bei privaten Anschaffungen von E-Autos
- Auf kommunaler Ebene ist das Wachstumstempo des Bestands reiner E-Autos 2026
in den Spitzenreiter-Landkreisen Cloppenburg und Schweinfurt mehr als sechsmal
so hoch wie in der Stadt Gelsenkirchen als Schlusslicht
Im zweiten Quartal 2026 hat die Häufigkeit der Umstiege auf Elektroautos bei
Privatpersonen in Deutschland erneut stark zugenommen und erreicht Rekordwerte.
Bei jedem achten Fahrzeugwechsel (12,0 %) im Bestand der HUK wird inzwischen von
einem Auto mit Verbrennermotor auf einen rein elektrischen PKW gewechselt. Vor
Beginn des Iran-Kriegs und den daraufhin stark steigenden Spritpreisen lag die
Quote nur etwa halb so hoch (6,3 % im Januar und Februar 2026). Und tatsächlich
gibt es zahlreiche Indizien, die für einen direkten Zusammenhang sprechen.
So nahm die Umstiegshäufigkeit auf gebrauchte E-Autos im zweiten Quartal 2026
stärker zu als die auf vollelektrische Neuwagen. Vermutet werden darf, dass mit
Gebrauchtwagen schneller auf steigende Kosten für Benzin und Diesel reagiert
werden kann, als bei Neuwagen mit Bestell- und Lieferfristen. Weiteres Indiz:
Vielfahrer mit jährlich mehr als 12.000 Kilometer Fahrleistung, die besonders
unter hohen Spritpreisen leiden, steigen inzwischen so viel häufiger um auf
E-Autos als Fahrer mit weniger Jahresleistung, dass der Abstand zwischen den
beiden Fahrergruppen ein Rekordniveau erreicht hat (14,7 % zu 8,0 %). Und dieser
Unterschied ist bei Umstiegen auf gebraucht angeschaffte E-Autos in Relation
noch weit größer (10,7 % zu 4,5 %).
Deutlichste Bestätigung für einen Zusammenhang zwischen gestiegenen Spritpreisen
und häufigeren Wechseln zu E-Autos liefert die bundesweit repräsentative
Befragung von mehr als 4000 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Rahmen des
HUK-E-Barometers. Demnach gibt fast jeder vierte Befragte mit Führerschein (24
%) an, nur "wegen der Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise seit Beginn des
Iran-Krieges" erstmals überhaupt über die Anschaffung eines reinen Elektroautos
nachgedacht zu haben oder das eine geplante Anschaffung dadurch jetzt
wahrscheinlich vorgezogen wird.
Dr. Jörg Rheinländer, im Vorstand der HUK-COBURG zuständig für Kfz-Versicherung:
"Der Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland hat eine neue Dimension
erreicht, auch angetrieben durch stark gestiegene Spritpreise. Elektrische
Gebrauchtwagen können dabei offenbar zum Gamechanger werden. Möglicherweise
ließe sich dieser Trend noch verstärken, wenn neben den Käufern von Neuwagen
auch die Käufer gebrauchter E-Autos von der staatlichen E-Autoprämie profitieren
könnten."
Gesellschaftliche Akzeptanz für E-Autos steigt - besonders bei Frauen
Die gesellschaftliche Zustimmung zum E-Auto hat ebenfalls neue Rekorde erreicht.
Erstmals seit Beginn der Quartals-Messungen durch das HUK-E-Barometer in 2024
erklärt jetzt mehr als die Hälfte der Deutschen (52 %), dass sie Elektroautos
"gut" oder "sehr gut" finden.
Im Zeitverlauf gibt es dabei indes Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
Männer standen und stehen vollelektrischen Autos deutlich positiver gegenüber
als Frauen. Im 2. Quartal 2026 haben Frauen aber den Abstand besonders stark
verkürzt. Ihre Zustimmung zu reinen Elektroautos als gut oder sehr gut stieg von
37 % im Vorquartal auf jetzt 45 Prozent. Der Anstieg lag damit um zwei Drittel
höher als bei den Männern (von 54 auf 59 %).
Tesla mit erstaunlichem Comeback
Die Autohersteller profitierten sehr unterschiedlich vom E-Auto-Boom im ersten
Halbjahr 2026. Bei den Neuwagen-Anschaffungen stehen vor allem preisgünstigere
ausländische Hersteller im Fokus. Der chinesische Hersteller BYD kann seinen
Anteil an der Gruppe der Umsteiger von Verbrennern zu reinen E-Neuwagen relativ
am stärksten steigern - wenn auch von einem in 2025 noch niedrigen Niveau aus
(0,8 auf 3,3 %). Ähnlich ist die Situation bei der ebenfalls in China
beheimateten Marke Leapmotor (1,8 auf 3,4 %). Ein Comeback gelang zudem Tesla.
Nachdem der Anteil der reinen E-Auto-Marke im vergangenen Jahr noch von 15,5 auf
5,6 Prozent abgestürzt war, schoss er im ersten Halbjahr nun fast im gleichen
Umfang wieder nach oben auf 12,2 Prozent.
Ausnahmslos alle deutschen Marken (außer Opel / Stellantis) büßten dagegen bei
Umstiegen von Verbrenner- auf neue E-Autos Anteile ein. Werden im Rahmen der
Umstiege aber gebrauchte E-Autos angeschafft, sieht es anders aus. So ist bei
diesen Wechseln jedes sechste Fahrzeug ein VW. Der Anteil stieg im ersten
Halbjahr sogar etwas an auf jetzt 17,1 Prozent. Auch bei weiteren Marken des
VW-Konzerns gab es Zuwächse beim Anteil gebrauchter E-Autos (Audi von 5,4 auf
6,8 %, Skoda 2,7 auf 5,0 % und Cupra 2,2 auf 3,0 %).
Deutlich unterschiedliche Dynamik in den Bundesländern
Beim Regionalvergleich zeigen im bisherigen Jahresverlauf 2026
Schleswig-Holstein und Niedersachsen die größte Dynamik bei der Zunahme des
Bestands an privaten E-Autos vor Bayern auf Rang drei. Bei den Schlusslichtern
Sachsen und Berlin erreicht dagegen diese Markt-Dynamik nur etwa die Hälfte
dortiger Spitzenwerte. Unterdurchschnittlich im Deutschland-Vergleich schneidet
inzwischen bei der Markt-Dynamik auch das Autoland Baden-Württemberg ab -
ausgenommen aber die Landeshauptstadt Stuttgart. Unter den 15 größten Städten
Deutschlands über 500.000 Einwohner gibt es 2026 in Stuttgart bisher die größte
Veränderungsdynamik bei E-Autos. Und mit 5,3 Prozent ist der Bestand reiner
Elektroautos im Privatbesitz innerhalb der Metropolen mit Abstand am höchsten.
Aber selbst Stuttgart ist damit weit entfernt von E-Auto-Entwicklungen in
einigen ländlicheren Kommunen. So liegt der private E-Auto-Bestand beim
deutschen Spitzenreiter - dem Landkreis Starnberg - mit 7,4 Prozent weit höher.
Die Ranking-Schlusslichter unter den Kreisen und kreisfreien Städten sind
Frankfurt/Oder (1,4 %) sowie die Landkreise Görlitz und Vogtlandkreis (je 1,5
%). Auch in Westdeutschland finden sich E-Auto-Nachzügler. So gibt es aktuell
bundesweit die geringste Markt-Dynamik in der Stadt Gelsenkirchen. 2026 beträgt
sie hier weniger als ein Sechstel der Spitzenreiter-Steigerungen bei den
Bestandsquoten in den Landkreisen Cloppenburg (Niedersachsen) und Schweinfurt
(Bayern).
Plug-in-Hybride gewinnen - Mild-Hybride verlieren
Seit Jahresanfang können Käufer von Plug-in-Hybriden ebenfalls von staatlichen
Förderprämien profitieren. Ein verstärkter Umstieg auf Plug-in-Hybride mit
Ladekabeln ist vor allem bei Fahrern von Benzin- und Dieselantrieben zu
verzeichnen, aber auch bei Mild- und Voll-Hybriden. Das gilt im Vergleich zum
Vorjahr vor allem für die Anschaffung gebrauchter Plug-in-Fahrzeuge. Die
Umstiege sind zwar weniger häufig als auf reine E-Autos. Aber die HUK-Zahlen
zeigen: Im Gegensatz zu den beliebter gewordenen Plug-in-Hybriden gehen Umstiege
auf Mild- und Voll-Hybride, also ohne externe Lademöglichkeit, in 2026 zurück.
Zudem deutet einiges darauf hin, dass die Rolle der Plug-ins als
Brücken-Technologie sich verstärkt: 39,4 Prozent der bisherigen
Plug-In-Hybrid-Fahrer wechselten bei der Neuwagen-Anschaffung im 2. Quartal 2026
auf ein reines E-Auto. Das sind sogar mehr als bei den Plug-In-Hybriden
geblieben sind (38,1 %).
Weiteres Zahlenmaterial zum aktuellen HUK-E-Barometer unter
https://www.huk.de/e-barometer
Das HUK-E-Barometer basiert auf exklusiven Versicherungszahlen der HUK-COBURG
und einer Online-Umfrage. Als größter deutscher Autoversicherer mit insgesamt
14,5 Millionen Fahrzeugen und einem Marktanteil von fast einem Viertel an privat
zugelassenen Kraftfahrzeugen bietet die HUK-COBURG valide Daten für die Analyse
der Verbreitung und Akzeptanz verschiedener Antriebsarten und entsprechender
Fahrzeugwechsel.
Die zusätzlich erhobene repräsentative Umfrage wurde bundesweit durchgeführt in
Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland.
Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage im YouGov Panel, an der
4121 Personen zwischen dem 08.05. und 31.5.2026 teilnahmen. Die Daten wurden mit
den Quotenmerkmalen Alter und Geschlecht innerhalb der einzelnen Bundesländer
erhoben. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die
Bevölkerung in jedem einzelnen Bundesland ab 16 Jahren nach Alter und Geschlecht
sowie für die Bevölkerung in Deutschland gesamt ab 16 Jahren nach Alter,
Geschlecht und Region.
Die Presseinformation auf huk.de:
HUK-E-Barometer
(https://www.huk.de/presse/nachrichten/aktuelles/huk-ebarometer-q2-2026.html)
Die HUK-COBURG Versicherungsgruppe
Mit deutlich über 13 Mio. Kunden ist die HUK-COBURG der große Versicherer für
private Haushalte mit traditionell preisgünstigen Angeboten von der
Kfz-Versicherung über Haftpflicht-, Unfall-, Sach- und Rechtsschutzversicherung
bis hin zur privaten Kranken-, der Lebens- sowie der privaten
Rentenversicherung. Mit Beitragseinnahmen 2025 von rund 11 Mrd. Euro zählt sie
zu den zehn größten deutschen Versicherungsgruppen. Traditioneller Schwerpunkt
ist die Kfz-Versicherung: Mit 14,5 Mio. versicherten Fahrzeugen ist sie der
größte deutsche Autoversicherer. In der Haftpflicht- und Hausratversicherung ist
sie ebenfalls führend. Die HUK-COBURG mit Sitz in Coburg beschäftigte Ende 2025
insgesamt rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Pressekontakt:
Weitere Informationen und Kontakt:
HUK-COBURG Unternehmenskommunikation
E-Mail: mailto:presse@huk-coburg.de
Karin Benning Telefon: 09561-9622604
Eva-Maria Sahm Telefon: 09561-9622605
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7239/6331064
OTS: HUK-COBURG
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