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Dortmund (ots) - Wie lange arbeiten Beschäftigte in Deutschland, wie flexibel
können sie ihre Arbeitszeit gestalten und was hat sich in den vergangenen Jahren
verändert? Antworten auf diese Fragen gibt der Bericht "Arbeitszeiten in
Deutschland" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die
Ergebnisse beruhen auf Daten der BAuA-Arbeitszeitbefragungen von 2015 bis 2025.
Mit sechs Erhebungswellen liegen damit Daten aus zehn Jahren vor, die einen
langfristigen Blick auf die Veränderungen der Arbeitszeit und ihrer Gestaltung
ermöglichen. Die Ergebnisse zeigen sowohl Kontinuitäten als auch Veränderungen
der Arbeitszeitrealitäten in Deutschland.
So ist die tatsächliche Wochenarbeitszeit seit 2015 weitgehend stabil geblieben.
Eine Veränderung gibt es dagegen innerhalb der Teilzeitarbeit. Während die kurze
Teilzeit (20 Stunden) rückläufig ist, hat die lange Teilzeit (20 bis 34,9
Stunden) zugenommen. Zudem ist die durchschnittliche Stundenzahl in dieser
Gruppe gestiegen: Teilzeitbeschäftigte arbeiteten in 2025 vertraglich im Schnitt
25,2 Stunden pro Woche. Das stellt einen Zuwachs von mehr als zwei Stunden
gegenüber dem Jahr 2015 dar (23,1 Stunden). Fast jeder sechste Beschäftigte
leistet mehr als zwei Überstunden pro Woche, was sich in langen und überlangen
Arbeitszeiten ausdrückt. Überlange Arbeitszeiten (mehr als 48 Std. die Woche)
gehen mit verkürzten Ruhezeiten, häufigem Pausenausfall und hoher
Arbeitsintensität einher.
Auch das Arbeiten zu atypischen Arbeitszeiten gehört im Jahr 2025 für einen
erheblichen Teil der Beschäftigten zum Arbeitsalltag. Fast jede zweite
beschäftigte Person (44 Prozent) arbeitet zumindest teilweise außerhalb einer
klassischen Normalarbeitszeit, das heißt am Wochenende und/oder überwiegend
außerhalb des Zeitfensters von 7 bis 19 Uhr. Dabei beschränken sich atypische
Arbeitszeiten nicht auf klassische Schichtarbeit, sondern treten auch in
Arbeitsformen auf, die formal nicht als Schichtarbeit organisiert sind.
Zudem zeigen die Daten, dass Arbeitszeiten flexibler geworden sind. Allerdings
setzt sich der von 2015 bis 2023 zu beobachtende Anstieg der
Flexibilitätsmöglichkeiten in 2025 nicht weiter fort. Beschäftigte äußern sich
zufriedener zu ihrer Arbeitszeit und ihrer Work-Life-Balance, wenn sie über
einen hohen zeitlichen Handlungsspielraum (zeitliche Flexibilität, z. B.
Einfluss auf Arbeitsbeginn und -ende, Pausen) verfügen. Auch das Arbeiten von zu
Hause bleibt weiterhin ein Teil des Arbeitsalltags. Über die Jahre zeigt sich,
dass nicht nur mehr Beschäftigte von zu Hause arbeiten können (2019: 42 Prozent;
2025: 52 Prozent), sondern auch betriebliche Regelungen zur Arbeit von zu Hause
zugenommen haben.
Die Wünsche der Beschäftigten nach einer Vereinbarung zur Arbeit von zu Hause
sind in den letzten Jahren häufiger geworden. Dies trifft vor allem auf
Beschäftigte mit gesundheitlichen Beschwerden und langen Pendelzeiten zu.
Während sich 2017 nur 31 Prozent der Beschäftigten ohne Vereinbarung eine solche
gewünscht haben, sind dies 2025 bereits 56 Prozent. Die Auswertungen zeigen,
dass Beschäftigtenwünsche in vielen Fällen nicht realisiert werden können.
Zehn Jahre BAuA-Arbeitszeitbefragung zeigen: Die Arbeitszeitgestaltung bleibt
eine zentrale Aufgabe des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Entscheidend ist,
Arbeitszeiten so zu gestalten, dass betriebliche Anforderungen und die
Bedürfnisse der Beschäftigten miteinander in Einklang gebracht werden und zudem
ausreichend Zeit für Erholung bleibt.
Der baua: Bericht: Arbeitszeiten in Deutschland: Ergebnisse der
BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015-2025" kann als PDF auf der Internetseite der BAuA
heruntergeladen werden: www.baua.de/publikationen
(http://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/F2508-4.html) .
Forschung für Arbeit und Gesundheit
Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie
betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im
Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die
Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der
Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden arbeiten rund
750 Beschäftigte.
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Pressekontakt:
Lea Deimel
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
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