|
Frankfurt am Main (ots) - Ein KI-Tool ist schnell eingeführt - echte
Veränderungen entstehen dadurch aber noch lange nicht. Während manche
Unternehmen die neuen Möglichkeiten schnell in ihre Prozesse integrieren,
bleiben andere hinter ihren Erwartungen zurück. Nicht die Technologie ist das
Problem, sondern festgefahrene Prozesse, lange Entscheidungswege und eine
Unternehmenskultur, die Veränderungen nur zögerlich zulässt.
Der größte Bremsklotz sind Unternehmen, die mit den Strukturen von gestern auf
die Geschwindigkeit von morgen reagieren wollen. Nachfolgend erfahren Sie, warum
nicht die Technologie, sondern die Organisation über den Erfolg von KI
entscheidet, welche Strukturen Unternehmen jetzt brauchen - und wie sie
Veränderungen schneller und erfolgreicher umsetzen können.
Wer zu lange entscheidet, verliert Lernzeit
In vielen Unternehmen dreht sich die Diskussion zunächst vor allem um die
Auswahl der richtigen Technologie: Soll ChatGPT eingesetzt werden, eignet sich
Microsoft Copilot besser oder ist Claude die passendere Lösung? Diese Fragen
sind durchaus relevant. Ziehen sich die dazugehörigen Entscheidungsprozesse
jedoch über Monate und mehrere Gremien hinweg, rückt die eigentliche
Herausforderung zunehmend in den Hintergrund.
Denn das größere Risiko besteht häufig nicht darin, sich am Ende für das falsche
Tool zu entscheiden, sondern wertvolle Lernzeit zu verlieren. Während einige
Unternehmen noch verschiedene Lösungen vergleichen, sammeln andere bereits
Erfahrungen im Arbeitsalltag. Dadurch zeigt sich frühzeitig, bei welchen
Aufgaben KI tatsächlich Zeit spart und die Qualität verbessert, aber auch, wo
Risiken entstehen und welche Voraussetzungen Beschäftigte für einen sinnvollen
Einsatz benötigen.
Gerade weil sich die Technologie so schnell weiterentwickelt, lässt sich ohnehin
kaum die perfekte Entscheidung für die kommenden drei oder fünf Jahre treffen.
Umso wichtiger ist es, neue Möglichkeiten frühzeitig in der Praxis zu erproben,
aus den Ergebnissen zu lernen und die eigene Vorgehensweise kontinuierlich
anzupassen.
Den Prozess statt des Tools betrachten
Schnelligkeit bedeutet allerdings nicht, möglichst viele Anwendungen
einzuführen. Werden mehrere KI-Lösungen parallel genutzt, muss klar sein,
welches System für welchen Zweck vorgesehen ist. Ebenso braucht es Regeln dazu,
welche Daten verarbeitet werden dürfen, wer Zugänge verantwortet und wo sich
Funktionen überschneiden.
Statt mit der Frage "Welche KI wollen wir einführen?" zu beginnen, sollten
Unternehmen deshalb den konkreten Arbeitsprozess betrachten: Wo geht heute Zeit
verloren? An welchen Stellen entstehen Fehler? Wo fehlen Informationen? Und
anhand welcher Kriterien lässt sich feststellen, ob KI tatsächlich eine
Verbesserung bewirkt?
Dafür eignen sich kleine Tests in realen Arbeitsprozessen. Ein überschaubares
Team kann einen klar abgegrenzten Anwendungsfall beispielsweise über zwei bis
vier Wochen erproben. Verantwortlichkeiten und messbare Kriterien sollten dabei
von Beginn an feststehen. Anschließend braucht es eine klare Entscheidung: Wird
der Ansatz angepasst, ausgeweitet, verbindlich fortgeführt oder beendet?
Nach dem Pilotprojekt wird es entscheidend
Viele Unternehmen schaffen es inzwischen, KI-Piloten zu starten. Schwieriger
wird es häufig danach, wenn aus einem erfolgreichen Versuch ein dauerhaft
funktionierender Prozess entstehen soll.
Dann muss geklärt werden, wer künftig die Verantwortung trägt, wie sich die
Anwendung in bestehende Abläufe integrieren lässt und welche Qualitätskontrollen
notwendig sind. Zudem brauchen Beschäftigte verbindliche Vorgaben für die
tägliche Nutzung.
Bleiben diese Punkte offen, hängt ein Pilotprojekt schnell von einzelnen
engagierten Personen ab. Solange sie das Thema vorantreiben, funktioniert der
Ansatz. Verändern sich jedoch Zuständigkeiten, verliert das Projekt an Dynamik
und verschwindet womöglich wieder aus dem Arbeitsalltag.
Damit aus einem Experiment eine dauerhafte Verbesserung wird, müssen
Verantwortlichkeiten, Qualitätsstandards und Abläufe deshalb so definiert sein,
dass die Nutzung nicht vom Engagement Einzelner abhängt.
Zentrale Leitplanken, dezentrale Handlungsmöglichkeiten
Geschwindigkeit allein ist jedoch kein Erfolgsfaktor. Gerade beim Datenschutz,
bei Qualitätsanforderungen und in sensiblen Anwendungsbereichen brauchen
Unternehmen klare Rahmenbedingungen. Zentral geregelt werden sollte deshalb
beispielsweise, welche Anwendungen freigegeben sind, welche Daten verarbeitet
werden dürfen und welche Qualitätsstandards einzuhalten sind.
Wie KI innerhalb dieses Rahmens konkret eingesetzt wird, sollte dagegen
möglichst nah am jeweiligen Arbeitsprozess entschieden werden. Denn
Beschäftigte, die einen Ablauf täglich erleben, können in der Regel gut
einschätzen, an welchen Stellen die Technologie sinnvoll unterstützt und wo ihr
Einsatz keinen Mehrwert bietet. Unternehmen brauchen deshalb beides:
verbindliche Leitplanken, die Sicherheit und Orientierung schaffen, sowie
ausreichend Handlungsspielraum für die Teams, um konkrete Einsatzmöglichkeiten
zu erproben und aus den Ergebnissen zu lernen.
Anpassungsfähigkeit entscheidet über den Vorsprung
Langfristig ist nicht automatisch das Unternehmen im Vorteil, das die meisten
KI-Tools eingeführt oder die meisten Piloten gestartet hat. Entscheidend ist,
wie schnell eine Organisation aus Erfahrungen lernt und erfolgreiche Ansätze in
ihre alltägliche Arbeitsweise überführt.
Die Technologie bestimmt, was möglich ist. Ob daraus tatsächlich Wirkung
entsteht, entscheidet jedoch die Organisation. Lange Entscheidungswege, unklare
Verantwortlichkeiten und festgefahrene Prozesse entwickeln sich deshalb
zunehmend zu einem Wettbewerbsrisiko.
Unternehmen müssen nicht jede technologische Entwicklung sofort übernehmen. Sie
brauchen jedoch Strukturen, mit denen sie neue Möglichkeiten schnell prüfen,
fundiert bewerten und bei erkennbarem Nutzen verbindlich integrieren können. Je
schneller sich KI entwickelt, desto wichtiger wird damit die Fähigkeit der
Organisation, sich ebenfalls weiterzuentwickeln.
Über Julian Fuchs:
Julian Fuchs ist Head of AI bei der Agile Heroes GmbH. Er begleitet Unternehmen
bei der strategischen Einführung von Künstlicher Intelligenz und unterstützt sie
dabei, KI wirtschaftlich sinnvoll, praxisnah und unter Berücksichtigung von
Compliance-Anforderungen zu integrieren. Darüber hinaus wirkt er an der
Entwicklung von KI-Weiterbildungsprogrammen sowie der Umsetzung von KI- und
Automatisierungsprojekten mit. Weitere Informationen:
http://www.agile-heroes.com/de
Pressekontakt:
Agile Heroes GmbH
E-Mail: mailto:kontakt@agile-heroes.de
Web: https://www.agile-heroes.com/de/
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183023/6349946
OTS: Agile Heroes GmbH
|