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Mönchengladbach (ots) - Das zweite Halbjahr hat begonnen - und für Unternehmer
ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die steuerlichen Weichen für den
Jahresabschluss zu stellen. Trotzdem werden wichtige Themen wie Investitionen,
Rücklagen, Abschreibungen oder Gewinnausschüttungen häufig erst im Dezember
angegangen. Dann bleibt meist kaum noch Handlungsspielraum.
Die entscheidenden steuerlichen Weichen werden dabei lange vor dem 31. Dezember
gestellt. Wer erst zum Jahresende handelt, verschenkt oft wertvolle
Gestaltungsmöglichkeiten. In diesem Beitrag wird erklärt, welche Entscheidungen
Unternehmer jetzt treffen sollten, welche Steuerfallen bis Jahresende drohen -
und wie sich die Steuerlast noch wirksam optimieren lässt.
Investitionen sorgfältig und frühzeitig planen
Viele Unternehmer kennen das Szenario: Sie verschieben geplante Investitionen
bis zum Jahresende - häufig aus Unsicherheit über die wirtschaftliche
Entwicklung oder in der Hoffnung, später bessere Entscheidungen treffen zu
können. Der Fehler an dieser Denkweise: Je näher der Jahreswechsel rückt, desto
größer wird der Zeitdruck. Dadurch werden Investitionen oft überstürzt getätigt
und es kommt zu schlechteren Kaufentscheidungen.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Oft sind Investitionen von Maschinen,
Fahrzeugen oder technischen Geräten mit einer gewissen Lieferzeit verbunden.
Nicht selten werden diese jedoch unterschätzt. Rückt das Jahresende näher, kann
die Investition im schlimmsten Fall nicht mehr erfolgen, weil die Lieferzeit zu
lange oder das Produkt nicht mehr verfügbar ist. Die gewünschten steuerlichen
Effekte bleiben in dem Fall aus. Wer Entscheidungen zu lange vertagt, riskiert
also nicht nur operative Nachteile, sondern auch den Verlust wertvoller
steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten.
Steuerliche Vorteile nicht zum einzigen Maßstab machen
Trotz aller steuerlichen Vorzüge sollten Unternehmer allerdings nicht nur diesen
Aspekt berücksichtigen. Werden Anschaffungen ausschließlich zur Senkung der
Steuerlast getätigt, gerät schnell aus dem Blick, ob die Investition dem
Unternehmen tatsächlich einen wirtschaftlichen Mehrwert bietet. Sinnvolle
Investitionen orientieren sich in erster Linie an der Unternehmensstrategie,
steigern die Wettbewerbsfähigkeit oder schaffen langfristige Effizienzgewinne.
Steuerliche Erleichterungen sollten dabei lediglich ein positiver Nebeneffekt
sein und nicht das Hauptmotiv.
Liquidität realistisch planen
Ein erfolgreiches Geschäftsjahr mit guten Umsätzen vermittelt oft den Eindruck,
dass ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind. Dabei wird leicht übersehen,
dass im zweiten Halbjahr noch erhebliche Steuerzahlungen sowie laufende
betriebliche Kosten auf viele Unternehmen zukommen. Ohne eine vorausschauende
Liquiditätsplanung können selbst wirtschaftlich erfolgreiche Betriebe in
finanzielle Engpässe geraten.
Unternehmer, die Investitionen planen, sollten deshalb nicht nur die aktuelle
Kontosituation betrachten, sondern auch die kommenden Zahlungsströme realistisch
einkalkulieren. Gute Umsätze allein schaffen noch keine finanzielle Sicherheit.
Erst der Blick auf die gesamte Liquidität zeigt, welche Spielräume tatsächlich
vorhanden sind und welche Maßnahmen bis Jahresende tragfähig umgesetzt werden
können.
Prioritäten klar festlegen
Im zweiten Halbjahr stehen außerdem häufig zahlreiche Entscheidungen an:
Investitionen, Digitalisierung, Personal, Finanzierung oder steuerliche
Optimierungen konkurrieren um Aufmerksamkeit und Budget. Ohne eine klare
Priorisierung besteht die Gefahr, dass Ressourcen auf zu viele Projekte verteilt
werden und keines davon den gewünschten Nutzen erzielt. Alles erscheint gleich
wichtig, doch genau darin liegt das Problem.
Fehlt eine klare Reihenfolge nach wirtschaftlichem Nutzen und Rendite,
verzetteln sich Unternehmer schnell. Deshalb sollten sie frühzeitig festlegen,
welche Maßnahmen den größten Mehrwert versprechen und welche Schritte sie zuerst
umsetzen sollten.
Förderprogramme frühzeitig prüfen
Nicht zuletzt konzentrieren sich viele Unternehmen ausschließlich auf die
Finanzierung ihrer Investitionen. Dabei übersehen sie allerdings die Möglichkeit
der Förderprogramme. Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen können die
Investitionskosten erheblich reduzieren. Ein häufiger Fehler:
Fördermöglichkeiten werden erst geprüft, wenn die Investitionsentscheidung
bereits getroffen oder der Auftrag sogar schon vergeben wurde.
Da Förderanträge häufig vor Beginn des Vorhabens gestellt werden müssen, gehen
dadurch wertvolle finanzielle Vorteile verloren. Wer Investitionen frühzeitig
plant, sollte daher auch mögliche Förderprogramme rechtzeitig in die
Entscheidungsfindung einbeziehen. Sie können den wirtschaftlichen Spielraum bis
zum Jahresende deutlich verbessern.
Über Michael Schattmann
Michael Schattmann ist Jurist und geschäftsführender Gesellschafter der
Schattmann & Partner Wirtschaftskanzlei. Er berät Unternehmer und Selbstständige
in der strategischen Strukturierungsgestaltung. Sein Fokus liegt auf individuell
entwickelten, langfristig tragfähigen Unternehmensstrukturen. Weitere
Informationen unter: https://www.schattmann-partner.de/
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Ruben Schäfer
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