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Hamburg (ots) -
- Neue Studie untersucht Gesundheit, Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit von
Führungskräften in Deutschland
- Zwei Dritteln der Befragten (67 Prozent) fällt es leichter, auf die Gesundheit
ihrer Mitarbeitenden zu achten als auf die eigene
- Mehr als jede zweite befragte Führungskraft (53 Prozent) arbeitet auch dann,
wenn sie sich nicht arbeitsfähig fühlt
- Jede dritte Führungskraft hat bereits darüber nachgedacht, ihre
Führungsverantwortung aufzugeben
- Schlaf ist der größte Verlierer des Führungsalltags: 49 Prozent sagen, er
komme zu kurz - bei den unter 50-Jährigen sogar 52 Prozent
- Im Schnitt können sich Führungskräfte nur bis zum 60. Lebensjahr eine
Erwerbstätigkeit vorstellen
Deutschlands Führungskräfte kümmern sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden,
vernachlässigen aber die eigene. Das zeigt der neue HanseMerkur Longevity
Leadership Report unter Leitung von Longevity-Experte Dr. Gerd Wirtz.
Durchgeführt wurde die Studie vom Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos. Als
private Krankenversicherung beschäftigt sich die HanseMerkur mit der Frage, wie
Menschen möglichst lange gesund und leistungsfähig bleiben können. Die
Ergebnisse zeichnen das Bild eines Führungsalltags, in dem
Gesundheitsbewusstsein und Realität häufig auseinanderdriften - mit Folgen für
die eigene Belastbarkeit, die Bereitschaft, dauerhaft Führungsverantwortung zu
tragen und die Perspektive auf die berufliche Zukunft. Gerade jüngere
Führungskräfte können sich deutlich seltener vorstellen, bis ins höhere Alter zu
arbeiten.
"Gesundheit prägt nicht nur die persönliche Lebensqualität, sie ist auch ein
Erfolgsfaktor für Unternehmen und Wirtschaft", sagt Eberhard Sautter,
Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur . "Die Gesundheit von Führungskräften
wirkt weit über die eigene Person hinaus. Sie beeinflusst die Qualität von
Führung, die Leistungsfähigkeit von Teams und die langfristige Arbeitsfähigkeit
in Unternehmen. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werden
Gesundheits- und Präventionsmaßnahmen zu einem strategischen Zukunftsthema."
Gesunde Führungskräfte führen anders
Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen gesunden und gesundheitlich
belasteten Personen mit Führungsverantwortung. Wer den eigenen
Gesundheitszustand positiv bewertet, erkennt gesundheitliche Überlastung von
Mitarbeitenden frühzeitiger und ist deutlich häufiger überzeugt, mit dem eigenen
Führungsstil langfristig zu gesünderen und leistungsfähigeren Mitarbeitenden
beizutragen (71 Prozent vs. 43 Prozent bei gesundheitlich belasteten
Führungskräften). Zudem blicken diese Befragten tendenziell optimistischer auf
ihre eigene langfristige Arbeitsfähigkeit.
Und dennoch zeigt sich genau hier ein Führungsparadox: Mehr als zwei Drittel der
Befragten (67 Prozent) geben an, dass es ihnen leichter fällt, auf die
Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu achten als auf die eigene. 58 Prozent sagen
zudem, dass die Anforderungen ihrer Führungsrolle es erschweren, die
Empfehlungen, die sie ihren Mitarbeitenden geben, selbst umzusetzen.
"Deutschlands Chefetagen haben kein Wissensproblem, sondern ein Vorbildproblem",
sagt Studienleiter Dr. Gerd Wirtz . "Führungskräfte wissen, dass Erholung
leistungsfähig hält - und opfern trotzdem als Erstes ihren Schlaf. Sie raten
ihrem Team zu Pausen und schicken selbst spätabends noch Nachrichten. Damit
sparen sie ausgerechnet an dem Organ, mit dem sie führen: dem Gehirn. Wer
dauerhaft übermüdet führt, entscheidet schlechter, reagiert gereizter und gibt
seinen Stress an das Team weiter. Gesunde Führung beginnt deshalb nicht beim
Obstkorb in der Teeküche, sondern bei der Frage, wann der Chef ins Bett geht."
Erschöpfung, Arbeiten trotz Krankheit und hohe Belastung prägen Führungspraxis
Die Folgen zeigen sich deutlich im Arbeitsalltag. Mehr als jede zweite
Führungskraft (53 Prozent) arbeitet nach eigenen Angaben regelmäßig weiter,
obwohl sie sich eigentlich nicht arbeitsfähig fühlt. 60 Prozent haben ein
schlechtes Gewissen, wenn sie sich krankschreiben lassen. Fast jede zweite
Person mit Führungsverantwortung (48 Prozent) hat bereits gesundheitliche
Nachteile für den Beruf in Kauf genommen. Jede Dritte (33 Prozent) denkt
aufgrund von Belastungen sogar schon darüber nach, ihre Führungsverantwortung
aufzugeben.
Zu den größten Belastungsfaktoren zählen Personalmangel (42 Prozent), ständige
Erreichbarkeit (33 Prozent) und hohe Arbeitsdichte (30 Prozent). Wichtige
Ressourcen für langfristige Gesundheit kommen dabei häufig zu kurz. Ganz oben
auf der Liste dessen, was zu kurz kommt, steht der Schlaf (49 Prozent), gefolgt
von Erholung (42 Prozent), Freundschaften (37 Prozent) und Familie (33 Prozent).
Besonders betroffen sind die Jüngeren: Bei den 24- bis 49-Jährigen sagen 52
Prozent, ihr Schlaf komme zu kurz, bei den 50- bis 74-Jährigen sind es 37
Prozent.
Rente mit 70? Die meisten Führungskräfte sehen ihr Limit im Schnitt bei 60
Jahren
Die Ergebnisse werfen auch ein Schlaglicht auf die Debatte um längere
Lebensarbeitszeiten. Zwar ist die große Mehrheit der Befragten (72 Prozent)
überzeugt, ihr aktuelles Arbeitspensum auch in den kommenden fünf Jahren
gesundheitlich bewältigen zu können. Trotzdem können sie sich im Schnitt nur
vorstellen, bis zum Alter von 60 Jahren (Mittelwert) zu arbeiten. Bemerkenswert:
Vor allem jüngere Führungskräfte blicken skeptisch auf ein langes Erwerbsleben.
Während sich die 24- bis 49-Jährigen im Durchschnitt nur vorstellen können, bis
zum Alter von 59 Jahren zu arbeiten, liegt dieser Wert bei den 50- bis
74-Jährigen im Schnitt bei etwa 65 Jahren. Jede fünfte Führungskraft unter 50
Jahren sieht sich sogar höchstens bis zum Alter von 50 Jahren im Erwerbsleben.
Weiterführende Informationen: Gastbeitrag von Dr. Gerd Wirtz: "Jung, gesund -
und trotzdem erschöpft" (https://newsroom.hansemerkur.de/gesundheit/gastbeitrag-
jung-gesund-und-trotzdem-erschoepft/) .
Methodik der Studie
Die Daten basieren auf einer Online-Befragung, die die IPSOS GmbH im Auftrag der
HanseMerkur Krankenversicherung vom 13. bis 24. August 2026 durchgeführt hat.
Die wissenschaftliche Studienleitung lag bei Dr. Gerd Wirtz. Befragt wurden 500
in Vollzeit tätige Führungskräfte in Deutschland aus u. a. Wirtschaft, Handel
und Industrie im Alter von 24 bis 74 Jahren; davon 30 Prozent Frauen und 70
Prozent Männer. Das Durchschnittsalter beträgt 40,8 Jahre. Die Befragten
verteilen sich auf die oberste, mittlere und untere Führungsebene und sind für
unterschiedlich viele Mitarbeitende verantwortlich.
Über Dr. Gerd Wirtz
Dr. Gerd Wirtz ist promovierter Neurophysiologe, Longevity-Experte,
Keynote-Speaker und Moderator. Als wissenschaftlicher Leiter des HanseMerkur
Longevity Leadership Report ordnet er die Ergebnisse fachlich ein. Er ist Autor
von "Der Longevity Kompass"; im Januar 2027 erscheint sein neues Buch "100 Jahre
fit im Kopf", Orbita Media Verlag. Weitere Informationen und Kontakt unter
http://www.gerdwirtz.de .
Pressekontakt:
HanseMerkur Krankenversicherung AG
Leitung Unternehmenskommunikation
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Tel.: 040 4119-1357
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OTS: HanseMerkur
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