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Bonn/Koblenz (ots) - Parlamentarische Staatssekretäre aus BMG und BMVg zu Gast
beim Sanitätsdienst der Bundeswehr in Koblenz / Gespräche zur
Arzneimittelversorgung im Krisenfall in Bonn.
Eine resiliente Gesundheitsversorgung ist keine nachgeordnete Aufgabe der
Verteidigung - sie ist gesamtstaatliche Aufgabe. Mit dieser Überzeugung gab es
am 13. Mai 2026 gleich zwei hochrangige Besuche aus Bundesministerien zum
Austausch mit dem Zentralen Sanitätsdienst und seinen Führungseinrichtungen.
Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen
Sanitätsdienstes der Bundeswehr, empfing Staatssekretärin Katja Kohfeld aus dem
Bundesministerium für Gesundheit beim Unterstützungskommando der Bundeswehr in
Bonn, um über Gesundheitssicherstellung im Krisenfall und Arzneimittelversorgung
zu beraten. In Koblenz besuchten die Parlamentarischen Staatssekretäre Dr. Georg
Kippels aus dem Bundesministerium für Gesundheit und Sebastian Hartmann aus dem
Bundesministerium der Verteidigung parallel bei Generalstabsarzt Dr. Johannes
Backus den größten Standort des Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr - mit
dem Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr, dem Multinational Medical
Coordination Centre - Europe sowie dem BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz.
Gesundheit und Sicherheit: Zwei Ressorts, eine Aufgabe
Sicherheitspolitik und Gesundheitsversorgung werden in der öffentlichen Debatte
oft getrennt gedacht. Dass das zu kurz greift, macht die enge zivil-militärische
Verzahnung in der Gesundheitsversorgung sowie Deutschlands Verantwortung
innerhalb des Bündnisses deutlich.
Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für
Gesundheit
"Eine enge zivil-militärische Zusammenarbeit ist unverzichtbar. Die vorhandenen
Strukturen sind leistungsfähig. Was fehlt, ist der verbindliche rechtliche
Rahmen, der ihre Aktivierung im Krisenfall regelt. Das neue
Gesundheitssicherstellungsgesetz ist daher keine Formalie - es ist eine
sicherheitspolitische Notwendigkeit. Es muss klar regeln, wer steuert und wer
welche Befugnisse und welche Aufgaben hat. Jetzt kommt es darauf an, diese
Strukturen auf Bundesebene, in den Ländern und bei den Leistungserbringern
verbindlich zu verankern. Das ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, der wir uns als
Bundesministerium für Gesundheit mit einem Gesundheitssicherstellungsgesetz
stellen wollen. Wir arbeiten daher auch mit allen beteiligten Akteurinnen und
Akteuren wie dem Bundesministerium der Verteidigung und dem Sanitätsdienst der
Bundeswehr eng zusammen. Dafür danke ich ausdrücklich."
Der Besuch in Koblenz bestätigte für den Parlamentarischen Staatssekretär
Sebastian Hartmann, was sicherheitspolitisch längst gilt: Ein leistungsfähiger
Sanitätsdienst ist untrennbar verbunden mit der Verteidigungsfähigkeit
Deutschlands und der Rolle im Bündnis.
Sebastian Hartmann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der
Verteidigung
"Deutschland übernimmt seine Rolle im Bündnis mit Überzeugung - mit dem Ziel,
die medizinische Resilienz gemeinsam mit unseren Verbündeten zu stärken. Das
Bundesministerium der Verteidigung steht fest an der Seite des Sanitätsdienstes:
Wir stärken den Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr in einem ersten Schritt
durch mehr als 3.000 neue Dienstposten."
Bonn: Wenn Arzneimittelversorgung zur Sicherheitsfrage wird
Im Mittelpunkt des Austauschs beim Unterstützungskommando der Bundeswehr in Bonn
standen die Arzneimittel- und Medizinprodukteversorgung in Krise und Krieg.
Dabei wurden Maßnahmen zur Stärkung resilienter Liefer- und
Versorgungsstrukturen erörtert, um so möglichen Engpässen bei essenziellen
Arzneimitteln und Medizinprodukten frühzeitig entgegenzuwirken. Einigkeit
bestand in der Bedeutung des Aufbaus eines ressortübergreifenden Lagebildes
hierzu. Dieses ist Grundvoraussetzung für eine koordinierte Steuerung
militärischer und ziviler Kapazitäten im Ernstfall.
Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen
Sanitätsdienstes der Bundeswehr
"Wir haben bei der Arzneimittel- und Medizinprodukteversorgung in Krise und
Krieg belastbare Konzepte für die Streitkräfte entwickelt. Zugleich ist klar:
Als logistische Drehscheibe hat Deutschland im Verteidigungsfall besondere
Verantwortung auch für unsere Verbündeten und Partner. Dafür müssen medizinische
Ressourcen, Arzneimittel und Medizinprodukte sicher und verlässlich verfügbar
sein. Eine kriegstüchtige Sanitätsmateriallogistik lässt sich nur
gesamtstaatlich organisieren - durch die Bundeswehr, Bundesministerien, Länder,
Industrie und zivile Leistungserbringer gemeinsam. Für die konstruktive
Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit danke ich ausdrücklich."
Struktur und Zusammenarbeit: Was der Sanitätsdienst heute leistet
Generalstabsarzt Dr. Johannes Backus, Kommandeur des Kommandos
Gesundheitsversorgung der Bundeswehr
"Auf die Gesundheitsversorgung der Bundeswehr ist Verlass und sie funktioniert,
weil wir Prozesse, Strukturen und Fachkompetenz konsequent weiterentwickeln und
auf Zusammenarbeit ausgerichtet haben: innerhalb der Bundeswehr, mit zivilen
Partnern und mit unseren Verbündeten. Gesundheitsversorgung in Frieden, Krise
und Krieg ist eine gesamtstaatliche Aufgabe - gesamtgesellschaftlich getragen,
ressortübergreifend organisiert. Im NATO-Artikel-5-Szenario müssen wir mit bis
zu 1.000 Verwundeten, Verletzten und Erkrankten pro Tag rechnen. Militärische
und zivile Versorgungskapazitäten müssen im Ernstfall nahtlos ineinandergreifen.
Der gemeinsame Besuch der Parlamentarischen Staatssekretäre Hartmann und Dr.
Kippels setzt in bewegten Zeiten ein starkes Signal der Politik."
Über das Unterstützungskommando der Bundeswehr
Der Unterstützungsbereich der Bundeswehr sichert die Funktionsfähigkeit der
Streitkräfte - im Frieden, im Krieg und bei der Abwehr hybrider Bedrohungen. Er
umfasst die unterstützenden und von allen in den Streitkräften gebrauchten
Fähigkeiten der Bundeswehr. Zum Unterstützungsbereich der Bundeswehr gehören die
sanitätsdienstliche Versorgung, die Logistik, das Feldjägerwesen samt
Wachbataillon, die ABC-Abwehr, die Zivil-Militärische Zusammenarbeit, das
Planungsamt der Bundeswehr und das Streitkräfteamt. Mit rund 55.000 Soldatinnen
und Soldaten sowie zivilen Mitarbeitenden gewährleistet er die
Durchhaltefähigkeit der Truppe. Damit ist er ein entscheidender Faktor für die
Verteidigungsfähigkeit.
Über das Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr
Das Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr mit Sitz in der
Falckenstein-Kaserne in Koblenz ist seit dem 1. April 2025 als Teil des
Unterstützungsbereichs Fach- und Führungskommando des Zentralen Sanitätsdienstes
der Bundeswehr. Es verantwortet drei Kommandobereiche: Ambulante Versorgung,
Sanitätsakademie der Bundeswehr und Klinische Versorgung - ein umfassendes
Gesundheitssystem für die Streitkräfte mit seinen ca. 25.000 Mitarbeitenden in
mehr als 150 Standorten. Das Kommando Gesundheitsversorgung ist dem
Unterstützungskommando der Bundeswehr in Bonn unterstellt.
Pressekontakt:
Unterstützungskommando der Bundeswehr
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OTS: Unterstützungsbereich der Bundeswehr - Presse- und Informatio
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