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Bonn (ots) - Fachleute des HWWI analysieren die Kaufpreise für
Eigentumswohnungen im Bestand
Durchschnittspreise für Wohneigentum real um 0,6 Prozent gestiegen
Mittel- und Großstädte besonders vom Preisanstieg betroffen
Nachdem die Immobilienpreise in Deutschland drei Jahre lang inflationsbereinigt
gesunken sind, zogen sie 2025 wieder leicht an: Im Durchschnitt aller Landkreise
und kreisfreien Städte stiegen die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand
gegenüber dem Vorjahr real, also nach Abzug der Inflationsrate von 2,2 Prozent,
um 0,6 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lagen die Preise real noch 2,8
Prozent, 2023 sogar 10,1 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahresniveau. Dies sind
zentrale Ergebnisse der Studie "Postbank Wohnatlas 2026". Im Auftrag der
Postbank berechneten Expertinnen und Experten des Hamburgischen
Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), in welchen Regionen die Preise besonders stark
gestiegen beziehungsweise gefallen sind und wie hoch der durchschnittliche
Quadratmeterpreis im Jahr 2025 war.
"Wir sehen aktuell eine Trendwende auf dem deutschen Immobilienmarkt. In vielen
Regionen sind die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr
inflationsbereinigt erstmals seit 2021 wieder gestiegen", sagt Manuel Beermann,
Leiter Produktmanagement Immobilien der Privatkundenbank in Deutschland. "Die
Nachfrage zieht langsam wieder an, auch weil sich viele Kaufinteressierte auf
das neue Zinsumfeld eingestellt haben. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp,
vor allem aufgrund der geringen Bautätigkeit. Nach der Korrektur der vergangenen
Jahre stabilisiert sich der Markt nun Schritt für Schritt."
Preisanstieg fällt in Mittelstädten besonders groß aus
Der Aufwärtstrend ist in den Städten mit bis zu 100.000 Einwohnern besonders
stark zu spüren. Im Durchschnitt über alle diese Mittelstädte stiegen die Preise
2025 real um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. In den Großstädten mit
mehr als 100.000 Einwohnern wurden Eigentumswohnungen um real 0,8 Prozent
teurer, in den Landkreisen um 0,5 Prozent. Weniger stark betroffen waren die
sieben größten deutschen Städte ("Big 7"), hier stieg der Preis im Schnitt um
0,2 Prozent.
Unter den Mittelstädten sticht vor allem Pirmasens heraus: In der am Westrand
des Pfälzerwaldes gelegenen Stadt in Rheinland-Pfalz stiegen die Preise für
Eigentumswohnungen 2025 real um 11,4 Prozent. Allerdings lagen sie mit
durchschnittlich 1.482 Euro pro Quadratmeter immer noch auf niedrigem Niveau. In
Cottbus, der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, stiegen die Preise ebenfalls
deutlich an. Dort zogen einige besonders hochpreisige Angebote den Schnitt nach
oben.
Unter den Großstädten ist vor allem Potsdam ein noch kostspieligerer Wohnort
geworden. Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen in der Hauptstadt
Brandenburgs real durchschnittlich um 14,3 Prozent auf 5.897 Euro pro
Quadratmeter.
"Mittel- und Großstädte mit guter Infrastruktur stehen schon länger im Fokus
vieler Wohnungskäuferinnen und -käufer, besonders im Umland der sogenannten Big
7. Denn die Immobilienmärkte in den Metropolen sind seit Jahren überhitzt", sagt
Beermann.
Große Unterschiede in den Metropolen
In den für den Immobilienmarkt bedeutendsten sieben Metropolen entwickelten sich
die Preise sehr unterschiedlich. In Berlin und Stuttgart sanken sie real im
Vergleich zum Vorjahr - in der baden-württembergischen Landeshauptstadt sogar um
1,4 Prozent. In Frankfurt am Main blieben die Preise real nahezu unverändert.
Den höchsten inflationsbereinigten Anstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnete
dagegen Hamburg mit durchschnittlich 1,0 Prozent, dicht gefolgt von München mit
gerundet ebenfalls 1,0 Prozent. Beide bleiben ein teures Pflaster: Eine
Eigentumswohnung im Bestand kostete hier im vergangenen Jahr 9.070
beziehungsweise 6.394 Euro pro Quadratmeter. In der im Vergleich günstigsten
Metropole Stuttgart lag der Quadratmeterpreis 2025 bei 4.737 Euro.
Tabelle: Die Big 7 im Vergleich
Durchschnittliche Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen im Bestand in den
sieben größten deutschen Städten
Stadt/ Quadratmeterpreis 2025 in Euro/ Kaufpreisveränderung 2024-2025 in Prozent
(inflationsbereinigt)
1. Hamburg/ 6.394/ +1,05
2. München/ 9.070/ +1,00
3. Düsseldorf/ 5.164/ +0,93
4. Köln/ 5.029/ +0,82
5. Frankfurt am Main/ 6.293/ -0,04
6. Berlin/ 5.796/ -1,24
7. Stuttgart/ 4.737/ -1,37
Wohnungen im Bestand in Euro
Quellen: VALUE AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt,
Berechnungen HWWI
Auch im Umland der Big 7 sind die Kaufpreise inflationsbereinigt nur teilweise
wieder gestiegen. Das betrifft vor allem das Umland von Hamburg mit Ausnahme des
Landkreises Herzogtum-Lauenburg (-1,9 Prozent) und den Speckgürtel von Köln mit
Ausnahme der Stadt Leverkusen (-0,8). Im Umland von Stuttgart sanken die Preise
dagegen weit überwiegend, nur im Landkreis Göppingen stiegen sie real um 1,8
Prozent.
Steigende Preise in Sachsen, Rheinland-Pfalz und Bremen
Auf Ebene der Bundesländer fiel der durchschnittliche Preisanstieg für
Eigentumswohnungen in Sachsen über alle Landkreise und kreisfreien Städte mit
real 5,2 Prozent am stärksten aus. Im Vorjahr hatte es hier noch den stärksten
Preisabfall (-4,4 Prozent) gegeben. Auch in Rheinland-Pfalz (+3 Prozent), Bremen
(+2,9 Prozent) und Brandenburg (+2,4 Prozent) wurde Wohneigentum im Schnitt
deutlich teurer. In Thüringen sanken die Preise dagegen um 5,2 Prozent und auch
in Sachsen-Anhalt, Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein wurden
Eigentumswohnungen real günstiger.
In Ferienregionen Stagnation und leichter Preisrückgang
In den alpenländischen Ferienregionen zeigte sich zumeist noch keine Trendwende,
die Preise für Eigentumswohnungen gingen 2025 weiter leicht zurück. Im
Durchschnitt sanken sie real um 1,1 Prozent. Ein Beispiel ist der bayerische
Landkreis Garmisch-Partenkirchen, in dem Eigentumswohnungen real 3,1 Prozent
günstiger waren als im Vorjahr. Im Südwesten Bayerns stiegen die Preise dagegen
inflationsbereinigt leicht an.
In den Ferienregionen an der Nord- und Ostsee lagen die Kaufpreise weiterhin auf
einem hohen Niveau, allerdings verzeichneten einige besonders hochpreisige
Kreise deutliche Einbußen: Nordfriesland mit den beliebten Urlaubsinseln Sylt,
Föhr und Amrum hat mit 7.886 Euro pro Quadratmeter die zweithöchsten Preise für
Eigentumswohnungen in ganz Deutschland, 2025 sanken sie jedoch real um 7,4
Prozent. Im niedersächsischen Landkreis Aurich, zu dem die Inseln Juist,
Norderney und Baltrum gehören, gingen die Preise um 8,6 Prozent zurück. In den
Landkreisen an der schleswig-holsteinischen Ostsee stiegen sie
inflationsbereinigt dagegen an.
Top 10 der teuersten Regionen
Durchschnittliche Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen im Bestand in
deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten
Stadt/Kreis/ Quadratmeter-Preis 2025 in Euro/ Veränderung in Prozent
(inflationsbereinigt)
1. München, Stadt/ 9.070/ +1,0
2. Nordfriesland, Lkr./ 7.886/ -7,4
3. Miesbach, Lkr./ 7.689/ -3,9
4. München, Lkr./ 6.865/ +0,1
5. Starnberg, Lkr./ 6.681/ -1,4
6. Hamburg, Stadt/ 6.394/ +1,0
7. Frankfurt am Main, Stadt/ 6.293/ -0,04
8. Garmisch-Partenkirchen, Lkr./ 6.073/ -3,1
9. Potsdam, Stadt/ 5.897/ +14,3
10. Aurich/ 5.818/ -8,6
Wohnungen im Bestand in Euro
Quellen: VALUE AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt,
Berechnungen HWWI
In Deutschlands teuerster Region, der Stadt München, mussten Käufer 2025 mehr
als 9.000 Euro pro Quadratmeter ausgeben. Auch die umliegenden bayerischen
Landkreise Miesbach, München und Starnberg blieben mit mehr als 6.500 Euro pro
Quadratmeter hochpreisig.
Im Vergleich besonders niedrig liegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen nach
wie vor in den meisten Regionen Mitteldeutschlands. Die günstigste Region war
der Vogtlandkreis in Sachsen mit nur 900 Euro pro Quadratmeter. Auch im
thüringischen Landkreis Greiz lagen die Preise mit durchschnittlich 944 Euro pro
Quadratmeter im dreistelligen Bereich.
Hintergrundinformationen zum Postbank Wohnatlas 2026
Der Postbank Wohnatlas ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe,
die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf
Kreisebene beleuchtet. Für die vorliegende Preisanalyse, die den ersten
Studienteil des diesjährigen Wohnatlas darstellt, wurde unter der Leitung von
Dr. Dirck Süß, Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts
(HWWI), die Immobilienpreisentwicklung in den 400 deutschen Landkreisen und
kreisfreien Städten untersucht.
Pressekontakt:
Postbank
Oliver Rittmaier
+49 228 920 12126
mailto:oliver.rittmaier@db.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6586/6256479
OTS: Postbank
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