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Mainz (ots) - Im Westdeutschen Rundfunk (WDR) ist am Mittwochabend, 29.04.2026,
auch die vierte Tarifverhandlungsrunde Vergütung ohne akzeptables Angebot
geblieben und ergebnislos verlaufen. Deshalb hat die VRFF Die Mediengewerkschaft
zum Warnstreik aufgerufen am Donnerstag, 30. April 2026, ab 2:00 Uhr früh. Die
zentrale Streikkundgebung findet am 30.04.2026 von 9:00 bis 14:00 Uhr in Köln
statt.
Die VRFF hat in einer Mitteilung die Belegschaft im WDR darüber informiert, dass
die Arbeitgeberseite - trotz mehrfacher Aufforderung dazu - ihr Angebot auch in
der vierten Verhandlungsrunde nicht verbessert hat. Das Angebot des WDR besteht
seit Beginn der Verhandlungen im Februar unverändert aus einer Nullrunde für das
Jahr 2026, einer tariflichen Steigerung von 1% für 2027 und einer weiteren von
ebenfalls 1% für 2028 - bei einer Laufzeit von fast drei Jahren.
Das Angebot würde sich auf 2% für 2027 bzw. 2028 erhöhen, falls die Politik der
Erhöhung des Rundfunkbeitrags zustimmt. Ob und wann dies geschieht, ist aber
völlig offen. Für die Klärung der Beitragserhöhung vor dem
Bundesverfassungsgericht, die ARD und ZDF anstreben, gibt es noch keinen Termin;
und der Ausgang des Verfahrens ist ungewiss. "Das unternehmerische Risiko soll
also voll auf jeden Mitarbeitenden im WDR für 35 Monate durchgereicht werden -
in Zeiten, in denen riesige Inflationssprünge prognostiziert werden," sagt
Matthias Kopatz, Verhandlungsführer der VRFF im WDR.
Das Angebot des WDR steht sogar im Widerspruch zur Einschätzung der Kommission
zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF), die eine "Steigerungsrate im
Personalaufwand auf 3,0 % p.a.", also pro Jahr, für den WDR empfiehlt. Selbst
mit Abzug einer Art "KEF-Strafe" für den Sender von 0,25 Prozentpunkten - weil
die WDR-Geschäftsleitung in der Vergangenheit einige Empfehlungen der Kommission
bewusst ignoriert hat - bleibt eine jährliche Entgeltsteigerung von 2,75 %.
"Für elf Monate nichts anzubieten und dann zweimal ein Prozent ist ein Hohn für
die Beschäftigten, die seit vielen Jahren unter hoher Arbeitsverdichtung leiden,
während der Krisen der vergangenen Jahre sehr viel geleistet haben und seit mehr
als zehn Jahren Reallohnverluste hinnehmen müssen", erklärt Kopatz. Das sei
völlig inakzeptabel. "Allein die Lebensmittelpreise sind in den vergangenen
sechs Jahren um über 30% gestiegen. Wir brauchen ein verhandlungsfähiges,
realistisches Angebot, eine spürbare Einkommensverbesserung und einen klaren
Willen zu einem zeitnahen Abschluss", fordert VRFF-Verhandlungsführer Matthias
Kopatz.
Der Streik im Westdeutschen Rundfunk, so die VRFF, ist geplant bis 2:00 Uhr früh
am 1. Mai.
Hintergrund: In der VRFF Die Mediengewerkschaft - der "Vereinigung der
Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden" - sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
sowohl in Rundfunk-, Film- und Fernsehanstalten als auch in Produktionsstätten
gewerkschaftlich organisiert. Sie vertritt seit über 60 Jahren die Belange der
Mitarbeitenden in technischen, künstlerischen, produktionellen, administrativen
und redaktionellen Berufen in der Medienbranche. Die VRFF ist eine
Fachgewerkschaft unter dem Dach des dbb beamtenbund und tarifunion.
Pressekontakt:
VRFF Die Mediengewerkschaft - Betriebsgruppe WDR:
Stephan Gans, Telefon: 0173-5469036, E-Mail: stephan.gans@wdr.de;
stephan.gans@vrff.de
VRFF Bundesvorstand:
Christiana Ennemoser, Telefon: 0160-94648656, E-Mail:
christiana.ennemoser@vrff.de; presse@vrff.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/172390/6265720
OTS: VRFF die mediengewerkschaft
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