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Berlin (ots) - Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert Bund und Länder
auf, den Umgang mit öffentlich zugänglichen staatlichen Informationen neu zu
bewerten. Hintergrund ist ein Praxistest des BDK, bei dem ausschließlich frei
verfügbare staatliche Informationen mit handelsüblichen KI-Anwendungen
ausgewertet und miteinander verknüpft wurden.
Dabei zeigt sich: Einzelne, für sich genommen unkritische Veröffentlichungen
können zusammengenommen ein deutlich detaillierteres Lagebild über kritische
Infrastruktur, technische Zusammenhänge und Abhängigkeiten ergeben, als dies aus
den jeweiligen Einzeldokumenten erkennbar ist.
BDK Bundesvorsitzender Dirk Peglow:
"Wir reden zu Recht darüber, wie wir kritische Infrastruktur besser schützen.
Dazu gehört aber auch die Frage, welches Lagebild über diese Infrastruktur wir
selbst öffentlich erzeugen."
Der BDK fordert deshalb:
eine systematische Sicherheitsprüfung staatlicher Veröffentlichungen,
eine ressortübergreifende Mosaikprüfung, die auch die Verknüpfung
unterschiedlicher Daten berücksichtigt,
den Einsatz von Informations-Red-Teams, die prüfen, welche Erkenntnisse aus
öffentlich zugänglichen Informationen gewonnen werden können,
sowie eine Überprüfung bestehender Veröffentlichungs- und Transparenzpflichten
mit Blick auf die neuen Möglichkeiten durch KI und automatisierte Datenanalyse.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um weniger demokratische Transparenz.
Dirk Peglow:
"Transparenz darf nicht bedeuten, dass der Staat seine eigene Verwundbarkeit
immer präziser dokumentiert. Was für demokratische Kontrolle notwendig ist, muss
öffentlich bleiben. Was darüber hinaus ohne Not sicherheitsrelevantes Lagewissen
erzeugt, gehört neu bewertet."
Entscheidend sei künftig nicht mehr allein die Frage, ob eine einzelne
Information veröffentlicht werden könne. Ebenso müsse geprüft werden, welche
zusätzlichen Erkenntnisse sie im Zusammenspiel mit bereits verfügbaren
Informationen ermögliche.
Dirk Peglow abschließend:
"Die Sicherheitsbehörden wissen aus ihrer täglichen Arbeit, welchen Wert die
Verknüpfung vieler zunächst unscheinbarer Einzelinformationen haben kann. Nicht
der einzelne Mosaikstein ist entscheidend, sondern das Bild, das daraus
entsteht."
Der BDK fordert deshalb, Informationsresilienz als festen Bestandteil der
Inneren Sicherheit und der Gesamtverteidigung zu verankern.
Eine ausführliche Darstellung des BDK-Praxistests, der daraus gezogenen
Schlussfolgerungen sowie der Forderungen zur Mosaikprüfung und zum
Informations-Red-Teaming ist der Presseanlage zu entnehmen oder im Beitrag "Wenn
öffentliche staatliche Informationen zum Sicherheitsrisiko werden" auf der
Website des Bund Deutscher Kriminalbeamter abrufbar.
Rückfragen bitte an:
Bund Deutscher Kriminalbeamter e.V.(BDK)
Telefon: +49 30 246304510
E-Mail: presse@bdk.de
https://www.bdk.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/72365/6346630
OTS: Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK)
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