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Magdeburg (ots) - Die Selbsthilfe-Veranstaltung setzt ein klares Zeichen gegen
Diskriminierung und für Solidarität mit allen HIV-positiven Menschen weltweit.
Demonstration am Samstag
Am Donnerstag beginnt in Magdeburg Europas größte HIV-Selbsthilfekonferenz: Zu
den "Positiven Begegnungen" erwartet die Deutsche Aidshilfe in der
Otto-von-Guericke-Universität rund 400 Menschen mit HIV und Unterstützer*innen.
Sie tagen unter der Schirmherrschaft der Unabhängigen Bundesbeauftragten für
Antidiskriminierung Ferda Ataman.
Unter dem Titel "Leben mit HIV: Grenzenlos [und] solidarisch" beschäftigt sich
die Konferenz bis Sonntag mit Themen rund um das Leben mit HIV und will ein
klares Zeichen setzen: gegen Diskriminierung von HIV-positiven Menschen und die
drastischen Rückschritte bei der globalen Versorgung - und für Solidarität
gegenüber allen Menschen mit HIV.
Die HIV-Community zu Gast in Magdeburg
"Für ein paar Tage wird Magdeburg zum wichtigsten Ort der HIV-Selbsthilfe in
Deutschland. Die Positiven Begegnungen zeigen, wie lebendig, vielfältig und
engagiert die HIV-Community ist. Menschen mit HIV erleben aber immer noch
Diskriminierung und Ausgrenzung. Deshalb brauchen wir weiterhin Sichtbarkeit,
Begegnung und vor allem Solidarität", sagt Sven Warminsky, Mitglied im Vorstand
der Deutschen Aidshilfe. Er ist auch der Geschäftsführer des Zentrums für
sexuelle Gesundheit - Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V., der lokalen
Partnerorganisation der Positiven Begegnungen.
"Auf die globalen Kürzungen und neue Qualität der Ausgrenzung zu reagieren, ist
ein Gebot der Stunde", betont Heike Gronski, DAH-Referentin für das Leben mit
HIV und Leiterin der Positiven Begegnungen. "Menschen mit HIV verlieren ihre
lebensrettende Therapie, Versorgungsstrukturen brechen zusammen, Hass auf
betroffene Gruppen wird in vielen Ländern in Gesetzesform gegossen. Unsere
Antwort auf diese Ungeheuerlichkeit lautet: Solidarität!"
Demonstration in der Innenstadt
Am Samstagvormittag gehen die Positiven Begegnungen in der Magdeburger
Innenstadt auf die Straße. Motto: "Menschen mit HIV gegen rechts - Grenzenlos
[und] solidarisch". Hier steht die zunehmende Menschenfeindlichkeit im
Vordergrund, die Menschen mit HIV in Deutschland, aber auch global betrifft. Die
von HIV betroffenen Menschen gehören zu einem großen Teil ohnehin
diskriminierten Minderheiten an, etwa als queere Menschen, Migrant*innen oder
Sexarbeiter*innen. Von Hass und Ausgrenzung von rechts sind sie in besonderem
Maße betroffen.
Sehr bewusst finden die Positiven Begegnungen daher in Magdeburg statt:
"Unsere Konferenz soll vor den nahenden Landtagswahlen ein Zeichen für Vielfalt
und Respekt setzen", sagt Denis Leutloff aus Leipzig, der als HIV-positiver
Aktivist zur Vorbereitungsgruppe der Konferenz gehört. "Die Gesellschaft ist
auch in Sachsen-Anhalt bunt, und bis zur Wahl kann noch viel passieren. Wir
rufen alle demokratischen und progressiven Kräfte in Sachsen-Anhalt auf, uns zur
Seite zu stehen und mit uns für Akzeptanz und Solidarität auf die Straße zu
gehen!"
Herausforderungen des Lebens mit HIV
Neben den politischen Themen geht es bei den Positiven Begegnungen um eine große
Vielfalt von Aspekten des Lebens mit HIV - vom Umgang mit Diskriminierung übers
Älterwerden bis hin zur Digitalisierung des Gesundheitswesens.
"Die medizinische Seite von HIV selbst steht dabei nicht mehr im Vordergrund,
sondern das Leben mit HIV", betont Konferenzleiterin Heike Gronski. "HIV ist
heute gut behandelbar und unter Therapie auch nicht mehr übertragbar, so dass
Menschen mit HIV leben können wie andere Menschen auch. Im Alltag gibt es im
Zusammenhang mit HIV aber viele Themen und Herausforderungen. Bei den Positiven
Begegnungen können Menschen ihren Umgang damit weiterentwickeln und sich
gegenseitig stärken."
Positive Begegnungen als persönlicher Durchbruch
"Für mich waren die Positiven Begegnungen vor einigen Jahren ein persönlicher
Durchbruch", erinnert sich Torsten Poggenpohl, der ebenfalls der
Vorbereitungsgruppe angehört. "Seit damals gehe ich offen und selbstbewusst mit
meiner HIV-Infektion um. Ein Geheimnis zu tragen, kann sehr schwer sein und zu
psychischen Erkrankungen führen. Die Positiven Begegnungen 2026 sollen dazu
beitragen, dass auch andere offen und frei leben können."
Die Positiven Begegnungen sind eine Selbsthilfeveranstaltung der Deutschen
Aidshilfe. Sie finden alle zwei Jahre statt. Inhaltlich werden sie von einer
Gruppe HIV-positiver Menschen maßgeblich mitgestaltet. Zu den Teilnehmenden
gehören neben Menschen mit HIV auch professionell und ehrenamtlich Engagierte.
Eröffnung mit Oberbürgermeisterin
Die Eröffnung der Konferenz mit Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris und
der ghanaischen Musikerin und Queer-Aktivistin Angel Maxine ist öffentlich.
Eröffnung: Donnerstag, 13.8.2026, 16 Uhr
Demonstration: Samstag, 15.8.2026, 10 Uhr an der Leiterstraße am Denkmal
Stabwerk.
Veranstaltungsankündigung im Presseportal:
https://www.presseportal.de/pm/14407/6328660
Pressekontakt:
Deutsche Aidshilfe
Holger Wicht (Pressesprecher)
Tel. 030 69 00 87 - 16
mailto:presse@dah.aidshilfe.de
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