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Mainz (ots) - Der WEISSE RING, Deutschlands größte Hilfsorganisation für
Kriminalitätsopfer, steht nun seit 50 Jahren an der Seite der Betroffenen.
Gegründet wurde der Verein am 24. September 1976 von zwei Frauen und 15 Männern,
unter ihnen ZDF-Moderator und Aktenzeichen XY-Erfinder Eduard Zimmermann. "Wir
sind sehr glücklich, dass unser Verein schon seit einem halben Jahrhundert
besteht. Das haben wir all den Menschen zu verdanken, die sich seit Jahren mit
viel Leidenschaft und Engagement für die Belange von Betroffenen einsetzen und
für sie da sind", sagte Barbara Richstein, Bundesvorsitzende des WEISSEN RINGS.
Rund 3.000 ehrenamtliche Mitarbeitende sind bundesweit im Einsatz: direkt vor
Ort, am Opfer-Telefon oder in der Onlineberatung. Mehr als 680.000 Betroffene
haben die Opferhelferinnen und Opferhelfer in den vergangenen 50 Jahren betreut,
170.000.000 Euro wurden dabei an Opferhilfen ausgezahlt.
Der Verein finanziert sich nach wie vor ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge,
Spenden, Geldbußen und testamentarische Zuwendungen, er erhält keine staatlichen
Mittel. "Diese Unabhängigkeit ist uns enorm wichtig. So können wir als
Lobbyisten für Opfer die Politik kritisieren, ohne finanziell auf sie angewiesen
zu sein", sagte Richstein. "Daher freuen wir uns über jede Mitgliedschaft und
jede Spende. Jeder Euro unterstützt und sichert unsere Arbeit." Fast 40.000
Mitglieder zählt der Verein in ganz Deutschland.
Alle Informationen zu einer Mitgliedschaft finden sich hier:
https://weisser-ring.de/unterstuetzung/mitgliedschaft
Hier geht es zur Spenden-Webseite des WEISSEN RINGS:
https://spenden.weisser-ring.de/
"Jedes Opfer hat eine Geschichte. Wir sehen sie." - das ist der aktuelle
Kampagnen-Slogan des WEISSEN RINGS zum Jubiläum. "Uns war wichtig, dass wir mit
diesem Satz die individuelle Opferhilfe betonen", so Richstein. "Die Betreuung
ist immer an die Bedürfnisse des jeweiligen Opfers angepasst, jeder Fall ist
anders und das zeigt sich auch in unserer Hilfe. Mit der Kampagne möchten wir
aber auch unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer feiern, die diese
individuelle Fallbegleitung leisten, daher sind einige von ihnen gerade auf
unseren aktuellen Plakaten abgebildet." Auf mehr als 1.000 Flächen im
öffentlichen Raum, online und auf Social Media läuft die mehrphasige
Jubiläumskampagne. Prominente Unterstützerin ist Collien Monica Fernandes. Auch
sie ist auf verschiedenen Motiven zu sehen. "Wir freuen uns sehr, dass Collien
Monica Fernandes bei unserem Jubiläum dabei ist. Sie ist zu einer der Stimmen im
Kampf gegen sexualisierte digitale Gewalt geworden, den wir als WEISSER RING
unterstützen. Es ist wichtig, dass digitale Gewalt endlich auch als reale Gewalt
wahrgenommen wird", sagt Richstein. Alles Wissenswerte zur Kampagne ist auf
dieser Webseite nachzulesen: http://www.weisser-ring.de/50Jahre
Sein Jubiläum feierte der Verein an diesem Samstag, 26. September, mit einem
Festakt im Mainzer Kurfürstlichen Schloss, bei dem auch hochrangige
Vertreterinnen und Vertreter der Politik anwesend waren. Bundesjustizministerium
Dr. Stefanie Hubig (SPD) sagte: "Gewalt ist nach wie vor ein riesiges Problem in
unserer Gesellschaft. In der Bundesregierung gehen wir das Thema Schutz vor
Gewalt deshalb mit aller Konsequenz an. Neben gesetzlichen Veränderungen
brauchen wir auch ein Umdenken. Der Blick muss weg vom Täter und hin zum Opfer -
so wie es der WEISSE RING seit 50 Jahren vorlebt. Für das große Engagement,
insbesondere der Ehrenamtlichen, sage ich herzlich Danke."
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) hielt
ebenfalls ein Grußwort bei der Feierlichkeit: "Wer Opfer einer Straftat wird,
braucht schnelle und verlässliche Hilfe. Seit 50 Jahren steht der WEISSE RING
den Betroffenen und ihren Angehörigen zur Seite und ist heute die größte
deutsche Hilfsorganisation für den Opferschutz. Dafür danke ich allen haupt- und
ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Rheinland-Pfalz steht fest an
der Seite des WEISSEN RINGS. Mit neun Traumaambulanzen und weiteren Hilfen für
Kinder und Jugendliche stärken wir den Opferschutz in unserem Land. Wir helfen,
wenn Menschen Unterstützung brauchen. Dem WEISSEN RING gratuliere ich herzlich
zum 50-jährigen Bestehen", so Schnieder.
Repräsentantin der Stadt Mainz war Sozialdezernentin Jana Schmöller (SPD): "50
Jahre WEISSER RING stehen für fünf Jahrzehnte Menschlichkeit, Mut und gelebte
Solidarität. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, dessen Leben durch Gewalt
erschüttert wurde, und Menschen, die nicht wegschauen, sondern zuhören,
begleiten und Halt geben. Dafür gebührt dem WEISSEN RING unser tiefster Respekt
und unser herzlicher Dank. Denn Opferschutz bedeutet nicht nur Hilfe in der Not,
sondern auch das klare Signal: Du bist nicht allein."
Nach den politischen Grußworten war das Programm vor allem den Ehrenamtlichen
gewidmet: Prof. Dr. Heinz Schöch ist seit 36 Jahren Mitglied des WEISSEN RINGS
und bis heute Teil des Bundesvorstands. In seinem Vortrag blickte er zurück auf
die Errungenschaften der vergangenen 50 Jahre im Strafrecht, beispielsweise die
Einführung des Zeugenschutzgesetzes 1998, sowie - ganz aktuell - die Etablierung
der sogenannten elektronischen Fußfessel zum Schutz von Opfern häuslicher
Gewalt. Schöch bekam die Ehrenmitgliedschaft des Vereins verliehen.
Mareike Luisa Groß sprach über ihre persönliche Geschichte. Sie konnte sich aus
einer gewaltvollen Beziehung befreien und arbeitet jetzt als ehrenamtliche
Mitarbeiterin für den WEISSEN RING. "Ich freue mich, jetzt die helfende Hand zu
sein, die Betroffene so dringend brauchen", sagte sie.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Talkrunde, die an Fälle erinnerte,
die die bundesdeutsche Geschichte wie auch den Verein geprägt haben: Sabine
Hartwig, frühere Landesvorsitzende des WEISSEN RINGS Berlin, berichtete über den
Terroranschlag am Breitscheidplatz und die neuen helfenden Strukturen, die der
Verein danach aufbaute. Heinz Habermann, stellvertretender Außenstellenleiter im
Main-Kinzig-Kreis, war 2020 als Koordinator für Großereignisse nach dem Anschlag
in Hanau aktiv, Cornelia Stietzel als Leiterin der Außenstelle in Magdeburg nach
der sogenannten Amokfahrt am Weihnachtsmarkt 2024. Auch sie blickten zurück und
berichteten über ihre Erlebnisse und Erfahrungen in der Opferhilfe. Petra Klein,
stellvertretende Bundesvorsitzende, hatte mit einem anderen großen Fall zu tun:
Sie kümmerte sich gemeinsam mit ihrem Team um die Betroffenen der Mordserie in
Krankenhäusern in Oldenburg und Delmenhorst. Der Mammut-Prozess, an dem Hunderte
Angehörige teilnahmen, fand 2018 und 2019 in den Weser-Ems-Hallen in Oldenburg
statt.
Eine besondere Jubiläumsaktion hatte sich das Radsportteam WEISSER RING Hamburg
überlegt: 13 Männer und Frauen im Alter von 50 bis 68 Jahren haben eine
sechstätige Radtour von Hamburg nach Mainz unternommen, um auf die Belange von
Kriminalitätsopfern und die Arbeit des WEISSEN RINGS aufmerksam zu machen. "Wir
wollen damit ein sichtbares Zeichen der Solidarität setzen", sagt Carsten
Hingst, Leiter der Radsportgruppe, die sich unter anderem aus aktiven und
pensionierten Polizistinnen und Polizisten zusammensetzt. In sechs Etappen über
Bremen, Osnabrück, Dortmund, Köln und Koblenz bis nach Mainz trafen die
Sportlerinnen und Sportler die ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Landesverbände
zu Veranstaltungen.
Pressekontakt:
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Team Medien & Recherche
Fon: +49 6131 8303-4000
E-Mail: mailto:presse@weisser-ring.de
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OTS: Weisser Ring e.V.
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