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Oberstdorf (ots) - Pünktlich zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt
am 22. Mai gibt es eine besondere Nachricht aus dem Allgäu: Dort haben die
Gebietsbetreuer des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel-
und Naturschutz) an der Trettach bei Oberstdorf die seltene Türks Dornschrecke
entdeckt. Im Allgäu war die vom Aussterben bedrohte Heuschreckenart seit mehr
als 20 Jahren verschollen - Experten gingen daher bereits von einem Erlöschen
der Population aus. Deutschlandweit gibt es darüber hinaus nur noch wenige
Vorkommen, die alle in Oberbayern liegen. "Der Fund zeigt, wie wichtig naturnahe
Wildflüsse für viele bedrohte Arten sind. Solche Lebensräume sind heute selten
geworden. Deshalb zählt jeder Meter, an dem ein Fluss noch wild fließen darf,
wie hier an der Trettach", sagt LBV-Gebietsbetreuerin Tanja König.
Die Türks Dornschrecke kommt nur dort vor, wo Flüsse noch Platz haben und durch
Hochwasser immer wieder offene Kiesflächen entstehen. Auf dem Wildflussschotter
findet ihr ganzes Leben statt: Sie ernähren sich von den Algen, Moosen und
Gräsern, die dort vorkommen, pflanzen sich fort und legen ihre Eier gut getarnt
in den Kies. Die Art ist nur etwa zehn Millimeter groß und reagiert sehr
sensibel auf Veränderungen ihres Lebensraums: Werden Flüsse verbaut,
beispielsweise durch Wasserkraftwerke, verschwindet auch die seltene
Heuschrecke. Weil es in Deutschland kaum noch geeignete Lebensräume für die
Türks Dornschrecke gibt, gilt die Art bundesweit als vom Aussterben bedroht.
Der betroffene Abschnitt der Trettach gehört zu den letzten weitgehend
natürlichen Wildflusslandschaften im Allgäu. Dort finden nicht nur Türks
Dornschrecken geeignete Bedingungen, sondern auch viele andere Tier- und
Pflanzenarten wie der vom Aussterben bedrohte Flussuferläufer oder
Alpenschwemmlinge wie die Alpen-Wachsblume. "Dieser Teil der Trettach bei
Oberstdorf ist ein echtes Naturjuwel. Gerade solche wilden Flüsse zeigen, wie
vielfältig und lebendig unsere Natur sein kann, wenn man ihr Raum lässt", sagt
Tanja König vom LBV.
Die Wiederentdeckung macht deutlich, wie wichtig naturnaher Flusslandschaften
für die Artenvielfalt sind. Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt
erinnert der LBV deshalb daran, wie dringend diese Lebensräume geschützt werden
müssen. "Schon kleine Veränderungen können empfindliche Arten verdrängen. Dort
wo es noch wilde Abschnitte von Flüssen gibt, sollte deshalb jede Art von
Eingriff konsequent vermieden werden", mahnt die Gebietsbetreuerin. Nur so haben
Arten wie die Türks Dornschrecke auch künftig eine Überlebenschance.
Um die Türks Dornschrecke und anderer spezialisierter Arten zu fördern, führt
der LBV insbesondere in Oberbayern das Bundesprojekt "Bayerns Seltenste - Arten
der Trockenlebensräume" durch. Infos zum Projekt: l
http://lbv.de/trockenlebensraeume/
Über den LBV
1909 gegründet ist der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.
V. - der älteste Naturschutzverband in Bayern und zählt aktuell 117.000
Unterstützerinnen und Unterstützer. Der LBV setzt sich durch fachlich fundierte
Natur- und Artenschutzprojekte sowie Umweltbildungsmaßnahmen für den Erhalt
einer vielfältigen Natur und Vogelwelt im Freistaat ein.
Mehr Infos: http://www.lbv.de/ueber-uns
Pressekontakt:
LBV-Pressestelle:
Markus Erlwein | Stefanie Bernhardt | Franziska Back, E-Mail:
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/146961/6278658
OTS: Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) e. V.
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