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Duisburg (ots) - Beim größten Stahlhersteller Deutschlands stehen alle Zeichen
auf Transformation: Perspektivisch weichen Hochöfen im Duisburger Stahlwerk von
thyssenkrupp Steel einer modernen Direktreduktions-(DR)-Anlage. Mit
klimafreundlicher Wasserstofftechnologie und innovativen Einschmelzern soll dort
künftig CO2-armes Roheisen hergestellt werden. Ein wegweisender Schritt, denn
rund 30 Prozent der gesamten Industrieemissionen Deutschlands gehen auf die
Stahlindustrie zurück. Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen beteiligen sich
mit zwei Milliarden Euro am Zukunftsprojekt. Das auf Bau und Immobilien
spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE mit Hauptsitz in Stuttgart
unterstützt thyssenkrupp Steel dabei mit Objekt- und Tragwerksplanung,
Technischer Gebäudeausrüstung, Bauphysik und Infrastrukturplanung. Für den Bau
der Direktreduktionsanlage ist die Mönchengladbacher SMS Group verantwortlich.
Die neue Anlage läutet eine technologische Wende ein und ist zugleich eines der
größten Projekte in der Konzerngeschichte. Der Grund: Mit einer Kapazität von
2,5 Millionen Tonnen direktreduziertem Eisen ist die geplante
Direktreduktionsanlage eines der weltweit größten Dekarbonisierungsprojekte.
"Mit der Direktreduktionsanlage und den beiden nachgeschalteten Einschmelzern
können wir im Wasserstoffbetrieb jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO2
einsparen. Das entspricht etwa sieben Prozent der gesamten Emissionen der
deutschen Stahlindustrie", sagt Dr. Florian Kremers, Betriebsleiter
Direktreduktionsanlage und Einschmelzer bei thyssenkrupp Steel.Das sogenannte
Direktreduktionsverfahren gilt als nachhaltige Alternative zum energie- und
CO2-intensiven Hochofenprozess, da statt Kohle Wasserstoff als Reduktionsmittel
zum Einsatz kommen soll. Doch bevor erster klimafreundlicher Stahl das
Duisburger Werk verlassen kann, heißt es: baggern, bohren und bauen.
Höchstmaß an planerischem Know-how gefragt
So starteten bereits Mitte 2024 die Tiefbauarbeiten auf der rund 40
Fußballfelder großen Baufläche unweit des derzeitigen Kraftwerks in
Duisburg-Walsum. Aktuell sind weitgehend alle Fundamente vorbereitet und mit
massiven Pfählen stabilisiert, Baustraßen errichtet und Leitungen verlegt. Neben
der neuen Direktreduktionsanlage mit dem Turm und zwei Einschmelzern als
Herzstücken entstehen zahlreiche Funktionsgebäude sowie ein großes Büro- und
Werkstattgebäude, eine komplett neue Infrastruktur mit Verkehrsanlagen und
Lagerflächen.
"Wir haben es hier mit einem gewaltigen Industriekomplex zu tun, der insgesamt
über 60 neue Bauwerke und Anlagen umfasst. Die Planungen sind entsprechend
anspruchsvoll, erfordern ein Höchstmaß an planerischem und bautechnischem
Know-how und verlangen den Beteiligten in Kommunikation und Koordination alles
ab", berichtet Christoph Blessing, Verantwortlicher für das Großprojekt bei
Drees & Sommer. Das Beratungsunternehmen ist mit Planungs- und
Beratungsleistungen über alle Gewerke hinweg beauftragt. In der Gebäudeplanung
begleitet Drees & Sommer die technischen Gespräche und übernimmt die
Qualitätssicherung bei Plänen und Dokumenten.
Herzensprojekt mit großer Wirkung
"Damit der Anlagenbau reibungslos abläuft, müssen Hunderte Planungs- und
Bauschritte penibel aufeinander abgestimmt werden. Das ist eine der größten
Herausforderungen des Projekts", sagt der Planungsexperte. Trotz der hohen
Projektkomplexität sind Blessing und sein bis zu 80-köpfiges Team mit Herzblut
dabei: "Uns motiviert es enorm, dass wir mit der DR-Anlage eine zukunftsweisende
Technologie umsetzen und so zur Transformation der Stahlwirtschaft von einem der
größten CO2-Emittenten hin zum klimabewussten Produzenten beitragen".
Auch für thyssenkrupp Steel ist das ein Herzensprojekt, das einen Wendepunkt in
der Konzerngeschichte markiert. Noch ist der notwendige grüne Wasserstoff jedoch
teuer und nicht in ausreichenden Mengen am Markt verfügbar. Deshalb wird die
neue Anlage zunächst mit Erdgas betrieben, was jedoch bereits über fünfzig
Prozent der CO2-Emissionen einspart. Perspektivisch ist für industrielle
Großabnehmer wie thyssenkrupp Steel der Ausbau des Wasserstoffnetzes eine
entscheidende und notwendige Entwicklung, die die Markt- und
Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff sicherstellt und die wachsende
Nachfrage bedient.
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OTS: Drees & Sommer SE
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