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Düsseldorf (ots) - Späte Anstoßzeiten in Nordamerika bringen Schlafrhythmus,
Ernährung und Medikamenteneinnahme vieler Fans durcheinander. Die Apotheken
beraten zu Risiken und Prävention.
Wenn bei der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko
der Ball rollt, beginnt für Millionen Fußballfans in Deutschland eine
Ausnahmezeit. Aufgrund der Zeitverschiebung werden zahlreiche Spiele erst am
späten Abend oder in der Nacht übertragen. Über mehrere Wochen hinweg geraten
dadurch bei vielen Menschen Schlafrhythmus, Essgewohnheiten und gewohnte
Alltagsroutinen aus dem Takt.
Was für viele Fans zum WM-Erlebnis dazugehört, kann insbesondere für Menschen
mit chronischen Erkrankungen gesundheitliche Folgen haben. Schlafmangel,
Alkohol, unregelmäßige Mahlzeiten oder eine nachlässige Medikamenteneinnahme
können den Organismus zusätzlich belasten und bestehende Beschwerden verstärken.
Genau hier leisten Apotheken einen wichtigen Beitrag: Wir beraten individuell,
erkennen Risiken frühzeitig und helfen dabei, gesundheitliche Probleme zu
vermeiden", sagt Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein e.V.
Wenn Alkohol auf Medikamente trifft
Für viele Fans gehören Bier und andere alkoholische Getränke zum Fußballabend
dazu. Häufig wird jedoch unterschätzt, dass Alkohol die Wirkung zahlreicher
Arzneimittel beeinflussen oder Nebenwirkungen verstärken kann. Besonders bei
Medikamenten gegen Bluthochdruck, Schmerzen, Depressionen, Allergien oder
Diabetes können Wechselwirkungen auftreten. Diese reichen von verstärkter
Müdigkeit und Kreislaufproblemen bis hin zu einer verminderten Wirksamkeit der
Therapie.
"Viele Menschen sind überrascht, welche Auswirkungen Alkohol auf die Sicherheit
und Wirksamkeit ihrer Arzneimittel haben kann. Die persönliche Beratung in der
Apotheke schafft hier Klar- und Sicherheit", erklärt Dr. Armin Hoffmann,
Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. Bestenfalls solle man jedoch komplett
auf Alkohol verzichten und auf erfrischende antialkoholische Getränke
zurückgreifen.
Herz unter Hochspannung
Elfmeterschießen, Verlängerungen oder Last-Minute-Tore treiben nicht nur die
Emotionen, sondern auch Puls und Blutdruck in die Höhe. Wie stark Fußballfans
körperlich auf wichtige Spiele reagieren können, zeigt eine aktuelle Studie der
Universität Bielefeld. Forschende werteten die Daten von 229
Arminia-Bielefeld-Fans aus und stellten fest, dass deren Stressniveau am Tag des
DFB-Pokalfinales 2025 gegen den VfB Stuttgart um 41 Prozent höher lag als an
normalen Vergleichstagen. Die Herzfrequenz stieg bei Fernsehzuschauern von
durchschnittlich 71 auf 79 Schläge pro Minute, bei Stadionbesuchern sogar auf 94
Schläge pro Minute. Besonders interessant: Fans, die während des Spiels Alkohol
konsumierten, wiesen im Durchschnitt eine um fünf Prozent höhere Herzfrequenz
auf als Nichttrinker. Die Forschenden weisen darauf hin, dass die Kombination
aus emotionalem Stress und Alkohol das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen
kann.
"Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten deshalb ihre verordneten
Medikamente konsequent einnehmen und Warnsignale wie Brustschmerzen, Atemnot,
Schwindel oder Engegefühle im Brustkorb ernst nehmen", rät Preis.
WM-Snacks: Genuss ja, aber mit Maß
Chips, Flips, Currywurst und Softdrinks gehören für viele Fans zur
Fußballatmosphäre. Über die Dauer eines mehrwöchigen Turniers können sich daraus
jedoch schnell ungünstige Ernährungsgewohnheiten entwickeln. Hohe Mengen an
Fett, Salz und Zucker belasten nicht nur den Stoffwechsel, sondern können auch
bestehende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder
Fettstoffwechselstörungen negativ beeinflussen.
Gerade bei langen Fußballabenden lohnt sich deshalb ein bewusster Blick auf die
Ernährung. Bereits kleine Veränderungen, wie zum Beispiel frisches Gemüse, Obst,
Nüsse oder kalorienärmere Knabbereien als Ergänzung zu klassischen
Stadion-Snacks, können dazu beitragen, den Körper während der Turnierwochen
besser zu unterstützen. "Die Weltmeisterschaft ist kein Grund, auf Genuss zu
verzichten. Entscheidend ist die richtige Balance", erklärt Hoffmann.
Schlafmangel ist mehr als nur Müdigkeit
Wer während der Weltmeisterschaft regelmäßig bis tief in die Nacht vor dem
Fernseher sitzt, spürt die Folgen oft schon am nächsten Morgen: Konzentration,
Leistungsfähigkeit und Reaktionsvermögen können nachlassen. Wird Schlafmangel
über Wochen hinweg zum Dauerzustand, kann er zudem Herz-Kreislauf-System und
Stoffwechsel zusätzlich belasten.
Besonders Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder anderen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten deshalb auf ausreichende Erholungsphasen
achten. Für die meisten Arzneimittel gilt: Wer regelmäßig Medikamente einnimmt,
sollte zudem bei späten Anstoßzeiten möglichst bei den gewohnten Einnahmezeiten
bleiben und seine Therapie nicht vernachlässigen.
"Einzelne kurze Nächte sind in der Regel unproblematisch. Werden Schlafdefizite
jedoch über längere Zeit nicht ausgeglichen, kann dies die Belastbarkeit des
Körpers verringern und bestehende Erkrankungen zusätzlich verstärken", warnt
Preis.
Gesundheitskompetenz vor Ort
Die Apotheken an Rhein und Ruhr sind nicht nur tagsüber ein verlässlicher
Ansprechpartner in Gesundheitsfragen. "Mit dem Nacht- und Notdienst stellen wir
in dringenden Fällen die Beratung und Arzneimittelversorgung auch außerhalb der
regulären Öffnungszeiten sicher", erklärt Dr. Hoffmann. "Die Apotheken in
Nordrhein wünschen allen Fußballfans eine spannende und vor allem gesunde
Fußball-Weltmeisterschaft 2026."
In Auf einen Blick: Gesund durch die WM-Nächte
- Medikamente möglichst zur gewohnten Zeit einnehmen.
- Alkohol vermeiden: insbesondere bei Medikamenteneinnahme.
- Auf ausreichend Schlaf und Erholung achten.
- Wasser statt Bier: alkoholfreie Alternativen bevorzugen.
- Gemüse, Obst und Nüsse sind bessere Snacks als Chips & Co.
- Beschwerden wie Herzrasen, Schwindel oder Atemnot ernst nehmen.
- Die Apotheken vor Ort beraten zu Arzneimitteln und Gesundheitsrisiken.
Pressekontakt:
Jens A. Krömer
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Apothekerkammer Nordrhein
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OTS: Apothekerkammer Nordrhein
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