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Ratingen (ots) - Die Polizei im Kreis Mettmann hat zuletzt eine Häufung des so
genannten Kettentricks festgestellt. Hierbei stehlen Trickbetrügerinnen und
Trickbetrüger unbemerkt den hochwertigen Schmuck ihrer Opfer, während sie sie
ablenken. Am Mittwoch, 3. Juni 2026, kam es in der Ratinger Innenstadt zu einem
weiteren Fall, bei dem eine 86-jährige Seniorin bestohlen wurde.
Gegen 13:30 Uhr wurde die 86-Jährige an der Bechemer Straße in Höhe des
Marktplatzes von einer humpelnden Frau angesprochen. Sie erzählte der Seniorin,
dass ihr Mann vor kurzer Zeit verstorben sei und umarmte sie plötzlich.
Erst nachdem sich die Frau in Richtung eines Brillengeschäfts entfernt hatte,
fiel der Ratingerin auf, dass ihre Goldhalskette entwendet worden war. Sie
beschreibt die Täterin folgendermaßen:
- ungefähr 1,60 Meter groß
- circa 30 Jahre alt
- mit dunklen, zusammengebundenen Haaren
- humpelnder Gang
- dunkel bekleidet
- sprach akzentfreies Deutsch
Die Kriminalpolizei ermittelt und fragt:
Wer hat zur Tatzeit etwas Verdächtiges an der Bechemer Straße beobachtet?
Hinweise nimmt die Polizei in Ratingen jederzeit unter 02102 9981-6210 entgegen.
So läuft der Kettentrick ab:
Die Kriminellen handeln meistens alleine oder in kleinen Gruppen. Sie suchen
gezielt nach älteren Menschen, die sichtbar wertvollen Schmuck tragen.
Die Kontaktaufnahme
Die Taten finden in der Regel im öffentlichen Raum statt, also auf Straßen,
Wegen, Plätzen oder auch in Cafés. Unter einem Vorwand nehmen die Kriminellen
hier Kontakt zu ihren Opfern auf. Ein häufiger Vorwand ist die Bitte um eine
Auskunft, beispielsweise eine Wegbeschreibung. Häufig geschieht die Ansprache
auch aus einem langsam fahrenden Auto heraus.
Körperliche Nähe
Die Kriminellen täuschen eine überschwängliche Dankbarkeit für die gegebene
Auskunft vor und nehmen diese Dankbarkeit zum Anlass, dem Opfer ein Geschenk in
Form von billigem Modeschmuck (zum Beispiel Kette, Armband, Ring) zu machen.
Durch die Überschwänglichkeit in Sprache und Gestik soll das Opfer überrumpelt
und abgelenkt werden. Unter dem Vorwand, beim Anlegen des Schmucks zu helfen,
nehmen sie körperliche Nähe zu ihrem Opfer auf, indem sie es beispielsweise
umarmen oder die Hände oder Unterarme umfassen. In manchen Fällen wird aber auch
einfach der Schmuck ohne Austauschen gestohlen.
Der Diebstahl
Während die Kriminellen den Modeschmuck anlegen, öffnen sie zeitgleich den
Verschluss des echten Schmuckstücks und entwenden es unbemerkt. Oft bemerken die
Betroffenen den Diebstahl erst später.
Die Polizei rät:
Seien Sie skeptisch, wenn Fremde sich Ihnen auf der Straße körperlich nähern.
Stehen Sie, zur Not auch energisch, für Ihren persönlichen Raum ein. Suchen Sie
zudem offensiv Hilfe, wenn Sie sich bedrängt oder unsicher fühlen. Sprechen Sie
gezielt andere Personen an oder rufen Sie um Hilfe. Verständigen Sie nach einem
(versuchten) Diebstahl die Polizei über den Notruf 110 und geben Sie relevante
Details (Aussehen, Fluchtrichtung) weiter, um der Polizei die Möglichkeit einer
schnellen Fahndung zu eröffnen.
Fragen bitte an:
Kreispolizeibehörde Mettmann
Polizeipressestelle
Adalbert-Bach-Platz 1
40822 Mettmann
Telefon: 02104 982-1010
Telefax: 02104 982-1028
E-Mail: mailto:pressestelle.mettmann@polizei.nrw.de
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