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Schwarzach (ots) - Die Unternehmensnachfolge entwickelt sich zur größten
unterschätzten Krise im Mittelstand. Hunderttausende Betriebe stehen vor der
Übergabe, doch es fehlen geeignete Nachfolger. Schon heute erwägen mehr
Unternehmen die Schließung statt Übergabe, weil keine Lösung gefunden wird.
Die meisten Nachfolgen scheitern nicht an Zahlen, sondern an unausgesprochenen
Erwartungen, Konflikten und zu spätem Handeln. Hier erfahren Sie, welche
typischen Fehler Familienbetriebe immer wieder machen und wie eine Übergabe
gelingt, ohne das Unternehmen oder die Familie zu gefährden.
Die meisten Nachfolgen scheitern nicht am Geld
Wenn über Unternehmensnachfolge gesprochen wird, stehen häufig steuerliche oder
finanzielle Fragen im Mittelpunkt. In der Praxis sind diese Themen jedoch selten
die eigentliche Ursache für gescheiterte Übergaben.
Deutlich häufiger entstehen Probleme innerhalb der Familie. Unterschiedliche
Erwartungen, fehlende Gespräche und aufgeschobene Entscheidungen führen dazu,
dass sich Konflikte über Jahre hinweg aufbauen. Gerade deshalb beginnt eine
erfolgreiche Nachfolge nicht mit Verträgen oder Unternehmensbewertungen, sondern
mit offener Kommunikation.
Wenn Eltern und Kinder von unterschiedlichen Dingen ausgehen
Viele Unternehmer gehen davon aus, dass ihre Kinder den Betrieb eines Tages
übernehmen werden. Schließlich wurde das Unternehmen oft über Jahrzehnte
aufgebaut und soll idealerweise in Familienhand bleiben.
Die nächste Generation verfolgt jedoch nicht immer dieselben Ziele. Viele Kinder
haben eigene Karrierepläne oder können sich ein Leben als Unternehmer schlicht
nicht vorstellen. Problematisch wird es vor allem dann, wenn diese
unterschiedlichen Vorstellungen nie offen angesprochen werden.
Oft wird jahrelang angenommen, dass die Nachfolge innerhalb der Familie geregelt
ist. Erst wenn die Übergabe näher rückt, stellt sich heraus, dass die Kinder das
Unternehmen gar nicht übernehmen möchten. Dann bleibt häufig nur wenig Zeit, um
Alternativen zu entwickeln.
Dabei gilt: Wenn jemand die Nachfolge nicht wirklich möchte, ist eine Übernahme
meist auch nicht die richtige Lösung. Langfristig schadet das sowohl dem
Unternehmen als auch den Beteiligten.
Wenn die Eltern den Nachfolger unterschätzen
Es gibt jedoch auch die gegenteilige Situation. In manchen Familien würde ein
Kind den Betrieb gerne übernehmen, erhält dafür aber keine Unterstützung.
Nicht selten trauen Eltern ihren Kindern die Verantwortung nicht zu und sprechen
diese Zweifel nie offen aus. Das Thema wird vermieden oder immer wieder
verschoben. Dadurch entstehen Missverständnisse, die sich über Jahre verfestigen
können.
Spätestens wenn ein externer Käufer Interesse zeigt, werden solche Konflikte
sichtbar. Dann stellt sich oft die Frage, warum die nächste Generation den
Betrieb nicht übernimmt. Häufig zeigt sich erst in diesem Moment, dass Annahmen
getroffen wurden, ohne die betroffenen Familienmitglieder überhaupt
einzubeziehen.
Offene Kommunikation schafft Lösungen
Der wichtigste Erfolgsfaktor einer Familiennachfolge ist deshalb Transparenz.
Eltern und Kinder sollten frühzeitig über ihre Wünsche, Erwartungen und Bedenken
sprechen.
Nur wenn Klarheit darüber besteht, ob eine Übernahme überhaupt gewünscht ist,
können die nächsten Schritte geplant werden. Gleichzeitig entsteht ausreichend
Zeit, um verschiedene Optionen zu prüfen. Neben einer familieninternen Lösung
kommen schließlich auch Mitarbeiternachfolgen oder externe Verkäufe infrage.
Je früher diese Gespräche stattfinden, desto größer ist der Handlungsspielraum
für alle Beteiligten.
Auch die Unternehmensstruktur spielt eine Rolle
Selbst wenn innerhalb der Familie Einigkeit herrscht, sollte das Unternehmen auf
die Nachfolge vorbereitet werden. Viele mittelständische Betriebe sind stark vom
Inhaber abhängig. Kundenkontakte, Entscheidungen und operative Abläufe liegen
häufig in einer Hand.
Diese Abhängigkeit erschwert nicht nur einen Verkauf an externe Käufer, sondern
auch die Übergabe an die nächste Generation. Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig
Verantwortung zu übertragen und klare Strukturen zu schaffen.
Je unabhängiger das Unternehmen von einzelnen Personen funktioniert, desto
leichter gelingt später die Nachfolge.
Fazit
Die größten Risiken bei einer Unternehmensnachfolge liegen häufig nicht in den
Zahlen, sondern in fehlender Kommunikation. Unausgesprochene Erwartungen und
aufgeschobene Entscheidungen können sowohl Familien als auch Unternehmen
belasten.
Wer frühzeitig das Gespräch sucht, verschiedene Möglichkeiten offen diskutiert
und die nächste Generation aktiv einbindet, schafft die Grundlage für eine
erfolgreiche Übergabe. Denn wenn innerhalb der Familie Klarheit herrscht, lassen
sich die meisten anderen Herausforderungen deutlich leichter lösen.
Über Fabian Zamzau und Michael Polit:
Fabian Zamzau und Michael Polit sind die Geschäftsführer der Otter Consult GmbH.
Sie unterstützen Unternehmer dabei, einen qualifizierten Nachfolger für ihren
Betrieb zu finden, um ihn im Anschluss gewinnbringend an den Interessenten zu
verkaufen. Das Team der Otter Consult GmbH begleitet seine Kunden hierbei bei
allen wichtigen Prozessen und Entscheidungen und betreut sie vollumfänglich bis
zum Verkauf. Weitere Informationen unter: https://otterconsult.de/
Pressekontakt:
Otter Consult GmbH
Vertreten durch: Fabian Zamzau & Michael Polit
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