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Frankfurt am Main (ots) -
- Kapitalausstattung beweist Resilienz, auch wenn nachhaltiges Wachstum der
Umsätze noch aussteht
- Basis für ein Anspringen der mittelständischen Investitionen ist da,
Unternehmen zögern allerdings noch
- Hohe Preise, unsichere wirtschaftliche Entwicklung und Bürokratie werden als
große Investitionshemmnisse wahrgenommen
Deutschland befindet sich im wirtschaftlichen Aufschwung - und die
mittelständischen Unternehmen sind gut aufgestellt, diesen nachhaltig mit
voranzutreiben. Denn trotz der zahlreichen Herausforderungen der vergangenen
Jahre zeigt sich der deutsche Mittelstand widerstandsfähig. Zwar stiegen die
Umsätze im Jahr 2025 nur um magere 1,5 Prozent auf 5,3 Billionen Euro.
Preisbereinigt war dies sogar ein Minus von 1,5 Prozent zum Vorjahr. Jedoch
blieb mehr Gewinn bei den Unternehmen hängen: Die Gewinnmargen stiegen um 0,5
Prozentpunkte auf durchschnittlich 7,5 Prozent. Das heißt, dass ein Unternehmen
mit jedem Euro Umsatz 7,5 Cent Gewinn erwirtschaftete. Im historischen Vergleich
bewegt sich die Rentabilität damit wieder auf dem Vor-Corona-Niveau.
Das sind Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanels, der einzigen repräsentativen
Erhebung für den gesamten deutschen Mittelstand. Dafür werden Unternehmen mit
einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro befragt. Die Umfrage fand von Februar
bis Juli 2026 statt, zudem gab es eine Sonderbefragung im September 2026.
Auch die Eigenkapitalausstattung der mittelständischen Unternehmen entwickelte
sich insgesamt positiv. Wie schon 2024 lag die durchschnittliche
Eigenkapitalquote im Jahr 2025 bei hohen 30,7 Prozent. Der Anteil schwach
kapitalisierter Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent
sank dabei deutlich von mehr als 28 Prozent auf knapp 24 Prozent. Gleichzeitig
stieg der Anteil der Mittelständler mit einer sehr hohen Eigenkapitalquote (von
über 30 Prozent) um 1,5 Prozentpunkte auf mehr als 51 Prozent.
Die robuste Eigenkapitalbasis zeigt nicht nur, dass die Unternehmen eine hohe
Verlusttragfähigkeit für schwierige Zeiten haben. Sie sind auch in einer guten
Ausgangslage, Investitionen aus eigener Kraft zu schultern und um Fremdkapital
zu erhalten.
"Viele mittelständische Unternehmen sind wirtschaftlich stark aufgestellt. Sie
haben die finanziellen Möglichkeiten, in die Zukunft zu investieren - in ihre
Digitalisierung, in Innovationen, neue Anlagen, in die Klima-Transformation",
sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. "Die schlechte Nachricht ist:
Zu viele Unternehmen investieren noch gar nicht oder zu wenig. Sie verschieben
Investitionsvorhaben. Das ist problematisch für den Wirtschaftsstandort
Deutschland."
Der Anteil von Unternehmen mit durchgeführten Investitionsvorhaben lag im Jahr
2025 bei lediglich 40 Prozent aller 3,9 Millionen Mittelständler. Der Medianwert
der Investitionsquote betrug 5,4 Prozent. Das heißt, bei der Hälfte der
investierenden Mittelständler lag das Investitionsvolumen bei maximal 5,4
Prozent ihres Umsatzes. Der langjährige Durchschnittswert liegt bei 6,5 Prozent.
Die Neuinvestitionen beliefen sich auf insgesamt 218 Milliarden Euro, das waren
drei Milliarden Euro weniger als im Vorjahr ( real minus 3,7 Prozent auf 213
Milliarden Euro). Viele Unternehmen gaben im September 2026 an, anfänglich für
dieses Jahr geplante Investitionen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
Als größte Investitionshemmnisse betrachten die Unternehmen laut Befragung vom
September die hohen Preise für Energie, Material und Löhne. Aber auch die
Verunsicherung über die weitere wirtschaftliche Entwicklung, gesetzliche
Vorgaben - Stichwort Bürokratie - sowie die Umsatzentwicklung des eigenen
Unternehmens lähmen derzeit die Investitionstätigkeit.
Ihre insgesamt gute Eigenkapitalsituation würde vielen Mittelständlern die
Fremdkapitalaufnahme für weitere Investitionen erlauben. Doch ihr Interesse an
Bankkrediten ist weiterhin niedrig. Nur zehn Prozent aller mittelständischen
Unternehmen und lediglich 25 Prozent der investierenden Unternehmen haben im
Jahr 2025 Kreditverhandlungen mit Banken oder Sparkassen geführt. Meistgenannter
Grund für die Zurückhaltung: eine generelle Ablehnung, sich zu verschulden.
Die Unternehmen, die Kreditverhandlungen führten, waren aber überwiegend
erfolgreich und erhielten einen Kreditvertrag. Allerdings nahmen
Eigenablehnungen von Kleinstunternehmen nach Vorlage eines Kreditangebots im
Jahr 2025 massiv zu. Dies dürfte daran liegen, dass Kreditinstitute aufgrund der
schwierigen wirtschaftlichen Lage erhöhte Anforderungen gestellt haben und die
Kreditangebote von den Unternehmen daher oft als nicht attraktiv bewertet
wurden.
Das komplette Mittelstandspanel finden Sie unter KfW-Mittelstandspanel | KfW
(https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/KfW-Research/KfW-Mittelstandspanel.html)
Eine Grafik zur Umsatzentwicklung im Mittelstand finden Sie anbei.
Das KfW-Mittelstandspanel wird von KfW Research seit dem Jahr 2003 durchgeführt
und liefert eine repräsentative Datenbasis der kleinen und mittleren Unternehmen
in Deutschland. Es ist die einzige repräsentative Erhebung für den gesamten
deutschen Mittelstand - vom Soloselbständigen bis hin zu großen Mittelständlern
- und damit die wichtigste Datenquelle für mittelstandsrelevante
Fragestellungen. Zur Grundgesamtheit des KfW-Mittelstandspanels gehören alle
privaten Unternehmen sämtlicher Wirtschaftszweige, deren Umsatz die Grenze von
500 Mio. EUR pro Jahr nicht übersteigt. In der jüngsten Erhebungswelle haben
sich 10.773 mittelständische Unternehmen beteiligt. Der Befragungszeitraum der
Hauptbefragung der 24. Welle des KfW-Mittelstandspanels lief vom 16.02.2026 bis
zum 10.07.2026. Eine zusätzliche - ebenfalls repräsentative - Sonderbefragung
zum KfW-Mittelstandspanel zur aktuellen Geschäftslage wurde Anfang September
2026 durchgeführt (mit 2.051 Antworten).
Die KfW unterstützt im Auftrag des Bundes den Mittelstand mit zahlreichen
Förderprogrammen. Weitere Informationen unter Wir stärken den Mittelstand (https
://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Mittelstand-st%C3%A4rken.html
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