|
Wernigerode (ots) - Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann
und LENA-Geschäftsführer Marko Mühlstein überreichten Auszeichnung in
Wernigerode
Das energiealternative Wohnprojekt der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft
Wernigerode mbH, Sonnenhaus, wurde heute als erster Mehrfamilienhaus-Neubau
Sachsen-Anhalts mit der "Grünen Hausnummer Plus" der Landesenergieagentur
Sachsen-Anhalt GmbH (LENA) ausgezeichnet. GWW-Geschäftsführer Christian
Zeigermann nahm die Ehrung aus den Händen von Energieminister Prof. Dr. Armin
Willingmann und LENA-Geschäftsführer Marko Mühlstein entgegen.
Das GWW-Sonnenhaus gilt seit seiner Eröffnung im Frühjahr 2025 als neue Adresse
Wernigerodes für Mieter, die energieautark und nebenkostengünstig wohnen wollen.
Auch Technik- und Energieexperten sowie Bauplaner können hier erleben, wie man
innovative Architektur und volle Ausbeute der Sonnenenergie in einem kommunalen
Mehrfamilienhaus vereint. Das Sonnenhaus weist in die Zukunft des städtischen
Bauens und ist dabei Pionier in Wernigerode und darüber hinaus.
Deutschlandweit sind es schätzungsweise nur 30 bis 50 Mehrfamilienhaus-Projekte,
die den strengen Kriterien für die "Grüne Hausnummer Plus" entsprechen und eine
Auszeichnung erhielten. Von den insgesamt 83 "Grünen Hausnummern", die bis Mai
2026 in Sachsen-Anhalt vergeben wurden, tragen insgesamt nur etwas mehr als ein
Dutzend das Zusatz-Prädikat "Plus".
Herzstück des modernen GWW-Mehrfamilienhauses ist seine neuartige
Energieversorgung, deren Ausgangspunkt die Sonne ist. Auf dem Dach finden sich
nicht nur flächendeckend Photovoltaik-Module zur Stromerzeugung, sondern auch
eine Solarthermie-Anlage zur Speisung einer Fußbodenheizung.
Insgesamt kann in den Monaten April bis Oktober allein durch die Sonne eine
komplett autarke Gebäudebeheizung erreicht werden. Im Winter hilft bei
Minusgraden eine CO2-neutrale Holzpellet-Heizung. Die Dreifachverglasung sorgt
dafür, dass Wärme im Gebäude gehalten wird, und ein großer, isolierter
Pufferspeicher im Keller hält überschüssige Wärme bis zu zwei Wochen.
Im Inneren entstanden 15 hochwertige Wohneinheiten mit zwei bis vier Räumen,
darunter auch Maisonette-Wohnungen, für unterschiedliche Mieter-Zielgruppen:
barrierefrei im Erdgeschoss, mit offenen Küchen und Terrassen, Balkonen oder
Loggien an jeder Wohnung sowie Parkplätzen mit E-Ladeinfrastruktur.
Energieminister Willingmann lobt die GWW für das engagierte Projekt und die
Pionierleistung in Technik und Architektur. "Davon profitieren Mieterinnen und
Mieter durch geringe Nebenkosten sowie das Klima durch weniger Emissionen. Das
muss Schule machen", hob er hervor.
LENA-Geschäftsführer Marko Mühlstein in seiner Begründung: "Mit der "Grünen
Hausnummer Plus" machen wir vorbildliche Bauprojekte sichtbar, die zeigen, wie
energieeffizientes Bauen und hohe Wohnqualität Hand in Hand gehen können. Der
Neubau der GWW verbindet Klimaschutz, soziale Aspekte und städtebauliche
Qualität auf überzeugende Weise. Solche Projekte sind wichtige Impulse für die
Energiewende im Gebäudebereich und Vorbilder für zukünftige Bauvorhaben in
Sachsen-Anhalt."
GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann dankte im Namen seines gesamten Teams
für die Auszeichnung. "Unser Sonnenhaus ist in vielerlei Hinsicht etwas
Besonderes und Einzigartiges. Das wird nun auch mit der "Grünen Hausnummer Plus"
gewürdigt.
Welcher Vermieter kann schon von sich sagen, dass er seinen Mietern den am Tag
erzeugten Strom aus den PV-Anlagen auf dem Dach schenkt. Wir tun es, indem wir
die 16 einzelnen PV-Anlagen vom Dach jeweils den einzelnen Wohnungen zugeordnet
haben. Eine PV-Anlage mit Speicher speist den Allgemeinstrom, wie zum Beispiel
das Treppenhauslicht. Jeder Mieter kann so über seinen eigenen Wechselrichter
entscheiden, ob er zum Beispiel seine Waschmaschine am Tag anstellt und damit
zum Sonnen-Nulltarif arbeiten lässt. So bestimmt jeder selbst, wie hoch seine
Nebenkosten ausfallen. Die Sonne hilft ihm, bis zu 50 Prozent Nebenkosten zu
sparen, wenn er mitdenkt. Damit schaffen wir ein ganz neues Energiebewusstsein
in der Mieterschaft, das zudem dem Klimaschutz dient."
Der GWW-Geschäftsführer regte aber auch ein Umdenken im kommunalen Wohnungsbau
an. "Nicht das rein wirtschaftlich optimierte Arbeiten, sondern das Schaffen
nachhaltigen Wohnraums, der langfristig lebenswert bleibt, muss unser Ziel sein.
Nichts verkörpert das besser als unser Sonnenhaus, das jährlich ca. 36 Tonnen
CO2 einspart und zugleich langfristig die Nebenkosten senkt", so Christian
Zeigermann. "Wir sehen eine mögliche Zukunft, in der nicht der Mietpreis,
sondern die Nebenkosten ausschlaggebender Faktor für eine Anmietung werden. Hier
haben wir deswegen mit einem Konzept angesetzt, das deutschlandweit einmalig
ist."
Noch seien die Energiehäuser ja in der Experimentierphase, so der
GWW-Geschäftsführer weiter, aber man merke bereits, dass die GWW mit dem
Sonnenhaus die aktuelle Diskussion mitbestimme. Die "Grüne Hausnummer Plus"
werde diese in Sachsen-Anhalt sicher noch stärker befördern.
GWW in Kürze
Die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, Tochter der Stadt
Wernigerode, verwaltet in der Harzmetropole über 3.000 Wohneinheiten mit einer
Gesamtwohnfläche von 176.000 Quadratmetern. Die Wohnungen befinden sich unter
anderem in den Wohngebieten Altstadt, Burgbreite, Stadtfeld, Harzblick und im
Ortsteil Benzingerode. Etwa 7.500 der ca. 34.000 Wernigeröder wohnen bei der
GWW.
Die GWW verwaltet zudem 28 Gewerbeeinheiten, darunter ein Café, das Wernigeröder
Kino Volkslichtspiele, der Fürstliche Marstall, das Krummelsche Haus und ein
Kreativloft mit Co-Working-Arbeitsplätzen. Zugleich ist sie Bauherr der
August-Hermann-Francke-Grundschule in Wernigerode und des 100-Prozent
energiealternativen "Sonnenhauses". 2024 wurde die GWW mit dem Deutschen
Nachhaltigkeitspreis für die Sanierung das Gebäude-Karrees mit Klimagarten rund
um den Wernigeröder Walther-Grosse-Ring ausgezeichnet.
http://www.gww-wr.de
Die Auszeichnung "Grüne Hausnummer Plus"
Der von der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA) ins Leben gerufene
Auszeichnungswettbewerb " Grüne Hausnummer "und "Grüne Hausnummer Plus" startete
im November 2017 und richtet sich an alle Eigentümerinnen und Eigentümer neu
erbauter oder sanierter Wohngebäude, wohnähnlicher Gebäude sowie beheizter
Nichtwohngebäude, die zum Zeitpunkt der Bewerbung definierte Energiestandards
oberhalb der gesetzlichen Mindestanforderungen erreichen oder eine
Vorreiterrolle im Bereich des nachhaltigen Bauens und Sanierens einnehmen.
Das Zusatzprädikat "Plus" erhalten Hausbesitzer, die bei der energetischen
Sanierung (z. B. Erreichen des Effizienzhaus-Standards) oder beim
energieeffizienten Neubau zum Beispiel vorrangig nachhaltige und nachwachsende
Baustoffe nutzen.
Alle Bewerberinnen und Bewerber, die von einer Jury geprüfte Qualitätskriterien
erfüllen, erhalten ein individuell angefertigtes Hausnummernschild.
Foto: GWW/Polyluchs
Pressekontakt:
Michael von Raison
015152572024
mailto:mvr@goodnewsweb.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/155922/6285179
OTS: Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH
|