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Berlin (ots) - TÜV Weiterbildungsstudie 2026: Mehr als jedes zweite Unternehmen
meldet Qualifizierungsbedarf bei digitalen Kompetenzen. TÜV TALK diskutiert Wege
zu besserer digitaler Bildung in Deutschland. TÜV-Verband fordert
Digitalkompetenzoffensive in den Betrieben.
Digitale Bildung bleibt für Unternehmen in Deutschland eine zentrale
Herausforderung. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (56 Prozent) sieht einen
(sehr) großen Weiterbildungsbedarf bei digitalen Anwendungskompetenzen wie
digitalen Grundkenntnissen oder der Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Das
zeigt die TÜV Weiterbildungsstudie 2026, für die Forsa im Auftrag des
TÜV-Verbands 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden befragt hat. "Die Fähigkeit,
digitale Technologien sinnvoll und sicher einzusetzen, ist heute unverzichtbar",
sagt Dr. Patrick Gilroy, Referent Künstliche Intelligenz und Bildung beim
TÜV-Verband. "Digitalkompetenzen gehören zur Grundausstattung aller
Beschäftigten, unabhängig von Branche oder Tätigkeit. Sie ermöglichen es,
digitale Werkzeuge im Arbeitsalltag effizient zu nutzen und mit den
Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt Schritt zu halten."
Besonders ausgeprägt ist der Bedarf in größeren Unternehmen: Bei Unternehmen ab
250 Beschäftigten sehen 74 Prozent entsprechenden Qualifizierungsbedarf. Bei
mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten sind es 55 Prozent und bei
kleinen Unternehmen mit 20 bis 49 Beschäftigten sind es 54 Prozent. Der
Weiterbildungsbedarf in Digitalkompetenzen zeigt sich branchenübergreifend.
Besonders häufig nennen Unternehmen aus dem Handel digitale
Anwendungskompetenzen als wichtiges Weiterbildungsfeld (63 Prozent), gefolgt von
der öffentlichen Verwaltung (59 Prozent), dem Dienstleistungssektor (54
Prozent), Energie, Bau und Verkehr (53 Prozent) sowie der Industrie (52
Prozent).
Der Qualifizierungsbedarf beschränkt sich nicht nur auf digitale Kompetenzen.
Auch Führungskompetenzen (54 Prozent) und technische Fachkompetenzen (52
Prozent) zählen für Unternehmen zu den wichtigsten Weiterbildungsfeldern. Knapp
die Hälfte sieht zudem Weiterbildungsbedarf bei persönlichen und sozialen
Kompetenzen wie Kommunikation, Teamarbeit oder Kreativität (49 Prozent). Dennoch
stehen digitale Kompetenzen an der Spitze der Weiterbildungsagenda deutscher
Unternehmen.
Auch spezifische digitale Kompetenzen sind gefragt
Mit dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz, datengetriebenen
Geschäftsmodellen und vernetzten Systemen gewinnen auch spezialisierte
Kompetenzen etwa in den Bereichen IT-Sicherheit, Datenanalyse oder
KI-Entwicklung an Bedeutung. Fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) sieht
einen (sehr) großen Weiterbildungsbedarf bei diesen vertieften
Digitalkompetenzen. "Unternehmen benötigen Fachkräfte, die Daten sicher
verarbeiten, Cyberrisiken erkennen und neue Technologien kompetent einsetzen
können", sagt Gilroy. "Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt
wächst der Bedarf an diesen Kompetenzen. Sie sind entscheidend dafür, dass
Unternehmen digitale Technologien sicher und erfolgreich einsetzen, ihre
Wettbewerbsfähigkeit sichern und auch künftig am Markt bestehen können."
Der Weiterbildungsbedarf an spezialisierten Digitalkompetenzen ist in großen
Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten überdurchschnittlich hoch (61
Prozent). Bei mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten geben dagegen
46 Prozent einen (sehr) hohen Bedarf an und bei kleinen Unternehmen mit 20 bis
49 Beschäftigten liegt der Anteil bei nur 44 Prozent. Auch zwischen den Branchen
zeigen sich Unterschiede. Besonders häufig nennen Unternehmen aus dem Handel (53
Prozent), der öffentlichen Verwaltung (49 Prozent) und dem Dienstleistungssektor
(46 Prozent) spezifische Digitalkompetenzen als wichtiges Weiterbildungsfeld. Es
folgen die Industrie (44 Prozent) sowie Energie, Bau und Verkehr (38 Prozent).
TÜV-Verband fordert Digitalkompetenzoffensive
"Deutschland braucht verstärkte Anstrengungen und einen langen Atem bei der
Digitalkompetenzoffensive in den Betrieben", sagt Gilroy. "Digitale Bildung
endet nicht mit der Schule, der Ausbildung oder dem Studium. Sie begleitet
Beschäftigte während ihres gesamten Berufslebens und wird zu einer zentralen
Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungsfähigkeit." Unternehmen
sollten digitale, KI- und Cyberkompetenzen strategisch verankern,
Kompetenzbedarfe regelmäßig analysieren und Beschäftigten ausreichend Zeit und
Ressourcen für praxisnahe Weiterbildung bereitstellen. Gleichzeitig müsse die
Politik die Rahmenbedingungen verbessern: Förderangebote müssten transparenter
werden, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Zudem brauche digitale
Weiterbildung weniger Bürokratie und mehr Flexibilität. Moderne Online- und
Blended-Learning-Angebote benötigten einen verlässlichen Qualitätsrahmen, der
Innovation ermöglicht und Vertrauen schafft. Mit der Fortführung der Nationalen
Weiterbildungsstrategie seien wichtige Weichen gestellt worden. Jetzt komme es
darauf an, hochwertige Weiterbildung als zentrale Infrastruktur der digitalen
Transformation konsequent auszubauen.
TÜV TALK zu digitaler Bildung am Digitaltag 2026
Am 26. Juni 2026 veranstaltet der TÜV-Verband dazu die Diskussionsveranstaltung
TÜV TALK "Digitale Bildung in Deutschland: Wo stehen wir und wie kommen wir
voran?". Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft schauen wir auf konkrete Lösungen, innovative Ansätze und die
Frage, wie digitale Teilhabe entlang der gesamten Bildungskette gestärkt werden
kann. Auf dem Podium diskutieren Dr. Stefan Luther (Bundesministerium für
Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend), Karoline Morales (TÜV Süd
Stiftung) und Lena-Sophie Müller (Initiative D21 e.V.). Die Veranstaltung findet
von 8:00 bis 10:00 Uhr in Berlin statt. Weitere Informationen und die
Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:
https://event.tuev-verband.de/events/fcb1746af3
Methodik-Hinweis: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Forsa-Umfrage im
Auftrag des TÜV-Verbands unter 500 Unternehmen. Die Umfrage wurde im Februar
2026 durchgeführt. Die Frage lautete: "Inwieweit besteht in Ihrem Unternehmen
derzeit Weiterbildungsbedarf in den folgenden Themenbereichen?"
Download
Die vollständigen Ergebnisse der TÜV Weiterbildungsstudie finden Sie hier:
https://www.tuev-verband.de/studien/tuev-weiterbildungsstudie-2026
Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen
Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch
unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit
sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen
ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und
qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen
Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere
Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit
Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.
Pressekontakt:
Linda Roy
Pressesprecherin
TÜV-Verband e. V.
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OTS: TÜV-Verband e. V.
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