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Hitze wird zur Lebensgefahr: Millionen Menschen in Gaza ohne Schutz und ausreichend Wasser

26.06.2026 17:31 Uhr CARE Deutschland e.V.

Bonn (ots) - Während Deutschland eine Hitzewelle erlebt und viele Menschen sich in kühlere Räume zurückziehen können, fehlt es Millionen Menschen im Gazastreifen an jeglichem Schutz vor der extremen Sommerhitze. Sie leben in Zelten oder unter freiem Himmel, häufig ohne ausreichend sauberes Trinkwasser.

Die Lage droht sich nun weiter zu verschärfen: Immer größere Teile des Gazastreifens werden militärisch kontrolliert, wichtige Versorgungswege und Hilfezugänge werden eingeschränkt. Die fortschreitende Verschiebung der sogenannten gelben und orangenen Linie, die militärische Zonen markieren, die für Zivilbevölkerung schwer oder nicht zugänglich sind, erschweren die Hilfe zunehmend. Auch für Hilfsorganisationen sind diese Gebiete kaum oder nicht mehr erreichbar.

Karl-Otto Zentel, Generalsekretär CARE Deutschland, beschreibt die Situation: "Der sichere Zugang für Hilfsorganisationen wird immer weiter eingeschränkt. Schon jetzt sind große Teile Gazas faktisch unerreichbar, und lebenswichtige Infrastruktur wie Wasserstellen, Lagerhäuser und Verteilzentren geraten zunehmend außer Reichweite."

Wie dramatisch die Folgen sind, zeigt das Beispiel eines zentralen Wasserverteilungspunkts in Mansura im Norden Gazas, der rund 600.000 Menschen - die komplette Bevölkerung des nördlichen Gazastreifens und Gazastadt - mit Trinkwasser versorgte. Seit April ist er nicht mehr zugänglich. Insgesamt wurden Wassertransporte zuletzt für hunderttausende Menschen eingestellt, während gleichzeitig Lebensmittelknappheit, mangelnde Hygienemöglichkeiten und steigende Krankheitsrisiken die Lage weiter verschärfen. Hinzu kommen die derzeit steigenden Temperaturen.

"Ohne sichere Unterkünfte, sauberes Wasser und ausreichenden Zugang zu humanitärer Hilfe verschärfen die extremen Temperaturen die ohnehin prekäre Lage der Menschen weiter", so Zentel. "Vor diesem Hintergrund von einem 'Waffenstillstand' zu sprechen, ist mehr als zynisch. Für die Menschen vor Ort ist der Krieg nicht vorbei: Der Kampf ums Überleben bestimmt weiterhin ihren Alltag. Die internationale Gemeinschaft darf sich nicht an diesen Zustand gewöhnen. Es braucht jetzt dringend einen echten Waffenstillstand, verlässlichen Zugang für humanitäre Hilfe und eine klare Perspektive für den Wiederaufbau."

CARE Deutschland verurteilt den brutalen Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 sowie jegliche Gewalt gegen die Zivilbevölkerung durch die Konfliktparteien zutiefst. CARE fordert die Freilassung aller Geiseln, die Einhaltung des humanitären Völkerrechts durch alle Konfliktparteien, einen dauerhaften Waffenstillstand, den ungehinderten Zugang von humanitärer Hilfe nach und innerhalb von Gaza sowie die Evakuierung von Kranken und Verletzten.

Pressekontakt:

Rückfragen bitte an: CARE Deutschland e.V. Corinna Henrich Telefon: +49 (0) 228 975 63 - 46 Mobil: +49 (0) 1511 11 48 475 E-Mail: henrich@care.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6745/6303202 OTS: CARE Deutschland e.V.


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - CARE Deutschland e.V.
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