|
Bonn (ots) - Während Deutschland eine Hitzewelle erlebt und viele Menschen sich
in kühlere Räume zurückziehen können, fehlt es Millionen Menschen im
Gazastreifen an jeglichem Schutz vor der extremen Sommerhitze. Sie leben in
Zelten oder unter freiem Himmel, häufig ohne ausreichend sauberes Trinkwasser.
Die Lage droht sich nun weiter zu verschärfen: Immer größere Teile des
Gazastreifens werden militärisch kontrolliert, wichtige Versorgungswege und
Hilfezugänge werden eingeschränkt. Die fortschreitende Verschiebung der
sogenannten gelben und orangenen Linie, die militärische Zonen markieren, die
für Zivilbevölkerung schwer oder nicht zugänglich sind, erschweren die Hilfe
zunehmend. Auch für Hilfsorganisationen sind diese Gebiete kaum oder nicht mehr
erreichbar.
Karl-Otto Zentel, Generalsekretär CARE Deutschland, beschreibt die Situation:
"Der sichere Zugang für Hilfsorganisationen wird immer weiter eingeschränkt.
Schon jetzt sind große Teile Gazas faktisch unerreichbar, und lebenswichtige
Infrastruktur wie Wasserstellen, Lagerhäuser und Verteilzentren geraten
zunehmend außer Reichweite."
Wie dramatisch die Folgen sind, zeigt das Beispiel eines zentralen
Wasserverteilungspunkts in Mansura im Norden Gazas, der rund 600.000 Menschen -
die komplette Bevölkerung des nördlichen Gazastreifens und Gazastadt - mit
Trinkwasser versorgte. Seit April ist er nicht mehr zugänglich. Insgesamt wurden
Wassertransporte zuletzt für hunderttausende Menschen eingestellt, während
gleichzeitig Lebensmittelknappheit, mangelnde Hygienemöglichkeiten und steigende
Krankheitsrisiken die Lage weiter verschärfen. Hinzu kommen die derzeit
steigenden Temperaturen.
"Ohne sichere Unterkünfte, sauberes Wasser und ausreichenden Zugang zu
humanitärer Hilfe verschärfen die extremen Temperaturen die ohnehin prekäre Lage
der Menschen weiter", so Zentel. "Vor diesem Hintergrund von einem
'Waffenstillstand' zu sprechen, ist mehr als zynisch. Für die Menschen vor Ort
ist der Krieg nicht vorbei: Der Kampf ums Überleben bestimmt weiterhin ihren
Alltag. Die internationale Gemeinschaft darf sich nicht an diesen Zustand
gewöhnen. Es braucht jetzt dringend einen echten Waffenstillstand, verlässlichen
Zugang für humanitäre Hilfe und eine klare Perspektive für den Wiederaufbau."
CARE Deutschland verurteilt den brutalen Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober
2023 sowie jegliche Gewalt gegen die Zivilbevölkerung durch die Konfliktparteien
zutiefst. CARE fordert die Freilassung aller Geiseln, die Einhaltung des
humanitären Völkerrechts durch alle Konfliktparteien, einen dauerhaften
Waffenstillstand, den ungehinderten Zugang von humanitärer Hilfe nach und
innerhalb von Gaza sowie die Evakuierung von Kranken und Verletzten.
Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
CARE Deutschland e.V.
Corinna Henrich
Telefon: +49 (0) 228 975 63 - 46
Mobil: +49 (0) 1511 11 48 475
E-Mail: henrich@care.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6745/6303202
OTS: CARE Deutschland e.V.
|