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Zur Studie
https://ots.de/YazItA
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München (ots) -
- Ohne eine eigene Batteriewertschöpfungskette entgehen europäischen Unternehmen
rund 10,5 Milliarden Euro Gewinn.
- 77 Prozent der Batterien für Elektrofahrzeuge werden in Asien hergestellt -
ein Anstieg um 7 Prozent gegenüber 2024.
- Investitionen und Fördermittel müssen zielgerichtet bereitgestellt werden,
damit europäische Unternehmen die kritische Anlaufphase der
Batteriezellproduktion überstehen.
Europas Abhängigkeit insbesondere von chinesischen Batterieproduzenten steigt
deutlich auf hohem Niveau. Demnach wurden im vergangenen Jahr 77 Prozent der
Batteriezellen für Elektroautos in Asien hergestellt (2024: 70 Prozent), während
auf Europa unverändert 13 Prozent entfallen, wie eine aktuelle Analyse von
Deloitte zeigt. Hinzu kommt, dass 98 Prozent der europäischen
Produktionskapazitäten von asiatischen Unternehmen kontrolliert werden (2024: 97
Prozent). Insgesamt ist die weltweite Produktionskapazität innerhalbeines Jahres
um 26 Prozent auf 920 Gigawattstunden gestiegen.
Die Nachfrage nach Batterien für Elektroautos wird weiter steigen: Knapp 28
Millionen Elektrofahrzeuge werden nach Analysen von Deloitte bis 2030 in Europa
produziert. Sie benötigen Batterien mit einer Kapazität von 1.950
Gigawattstunden. Den hiesigen Batterieunternehmen entgehen über die kommenden
vier Jahre Gewinne in Höhe von 10,5 Milliarden Euro, wenn sie diese nicht selbst
herstellen. Zählt man importierte Vorprodukte, Produktionsanlagen und aus Asien
entsandte Fachkräfte hinzu, auf die die europäische Batterieindustrie angewiesen
ist, kann sich die entgangene Wertschöpfung bis 2030 auf 100 bis 150 Milliarden
Euro summieren.
Das zeigt eine aktuelle Studie von Deloitte. Auf Basis von Produktionsanalysen
und einer Befragung unter 222 Entscheiderinnen und Entscheidern in 13
europäischen Ländern untersucht die Studie die Wettbewerbsfähigkeit europäischer
Unternehmen entlang der Batteriewertschöpfungskette. In diesem Ökosystem agieren
insgesamt circa 350 europäische Industrieunternehmen.
Batterieabhängigkeit verschärft Absatzkrise
"Batterien bestimmen Reichweite, Leistung und Preis eines Elektroautos", sagt
Harald Proff, Leiter des globalen Automobilsektors bei Deloitte. "Wenn
europäische Hersteller hier nicht wettbewerbsfähig sind, werden die Absätze
künftig noch stärker unter Druck geraten. Die Branche und die Politik müssen
jetzt gemeinsam gegensteuern, um die Abhängigkeit insbesondere von China zu
reduzieren."
Die Wertschöpfung der Batterien entsteht vorwiegend bei der Materialgewinnung
und -aufbereitung (50 bis 60 Prozent der Wertschöpfung) sowie der Zellproduktion
(15 bis 30 Prozent). Sie bestimmen maßgeblich die Wirtschaftlichkeit und die
Stabilität der nachgelagerten Prozesse. Doch gerade in diesen Bereichen sind
europäische Batterieunternehmen bislang nicht ausreichend positioniert: Für 83
Prozent der befragten Unternehmen ist die Produktion der Zellkomponenten eine
zentrale Herausforderung, gefolgt von Materialgewinnung und -aufbereitung (82
Prozent).
Insbesondere nennen 57 Prozent der Befragten Probleme bei der Versorgung mit
Vorläufermaterialien als größte Hürde. An zweiter Stelle folgen Schwierigkeiten
bei der Inbetriebnahme der Anlagen (51 Prozent) sowie fehlende Erfahrung (48
Prozent). Zudem sehen 41 Prozent das Risiko, dass Europa seinen eigenen
Batteriebedarf künftig nicht decken kann.
Europäische Unternehmen können noch gewinnen
"Die Hersteller forschen an neuen Batterietechnologien, doch die Probleme liegen
bei der Finanzierung und der Industrialisierung", erklärt Proff. "Investitionen
und Fördermittel sollten nicht nur die Entwicklungsphase, sondern auch die
ersten kapitalintensiven Betriebsjahre abdecken. Denn die Batterieproduktion ist
eine langfristige Wette, die die europäischen Unternehmen noch gewinnen können.
Für die Investitionen braucht die Industrie langfristige Planungssicherheit und
ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität. Europa darf bei Batterien nicht
länger auf Sicht fahren."
Die Befragung zeigt, dass in den vergangenen drei Jahren nur 40 Prozent der
Projekte entlang der Batteriewertschöpfungskette vollständig wie geplant
umgesetzt wurden. 80 Prozent der Befragten sagen, dass die aktuelle Regulatorik
einen negativen Einfluss auf Batterieprojekte hat. Hilfreich wären hingegen
beschleunigte Genehmigungsverfahren (70 Prozent), eine stabile Nachfrage (54
Prozent) und die konsequente Umsetzung einer Clean-Tech Roadmap (51 Prozent).
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