|
Lingen, Marl, Münster, Essen (ots) - Der erste Elektrolyse-Wasserstoff aus dem
niedersächsischen Lingen hat Marl im nördlichen Ruhrgebiet erreicht. Damit
arbeiten alle Bausteine des integrierten Wasserstoffprojektes GET H2 Nukleus im
Verbund erfolgreich zusammen.
Im Zuge des laufenden Inbetriebnahmeprozesses für zwei
100-Megawatt-Elektrolyseanlagen von RWE in Lingen werden erste Mengen
erneuerbaren Wasserstoffs nach EU-Regeln erzeugt. Diese fließen über ein rund
120 Kilometer langes Leitungsnetz der Fernleitungsnetzbetreiber Nowega und OGE
sowie der Evonik-Tochter SYNEQT zum Chemiepark Marl der Evonik. Dort wird der
Wasserstoff eingesetzt.
Teile des GET H2 Nukleus werden vom Bund sowie von den Ländern Niedersachsen und
Nordrhein-Westfalen im Rahmen des IPCEI-Programms (Important Projects of Common
European Interest) Hy2Infra gefördert. Die Leitungen gehören zu den ersten
Teilen des Wasserstoff-Kernnetzes, das bundesweit Stück für Stück aufgebaut
wird.
"Mit dem GET H2 Nukleus gehen unsere ersten Wasserstoffleitungen in den
Netzbetrieb. Das ist ein wichtiger Schritt für den Aufbau der
Wasserstoffwirtschaft in der Region und in Deutschland", sagt Thomas Hüwener,
CEO von OGE. "Zugleich schaffen wir mit dem Projekt wichtige Grundlagen für das
zukünftige Marktdesign und erproben zentrale Prozesse wie Netzzugang,
Kapazitätsbuchung und Bilanzierung im realen Betrieb."
Nikolaus Valerius, CEO der RWE Generation SE: "Dass zertifiziert erneuerbarer
Wasserstoff aus Lingen über Leitungen Marl erreicht, zeigt: Das Zusammenspiel
von Elektrolyse, Transportinfrastruktur und Abnahme funktioniert. In Richtung
vollständige Inbetriebnahme unserer Elektrolyseure geht es jetzt zügig weiter.
In den nächsten Monaten bereiten wir die Anlagen auf den kommerziellen Betrieb
vor."
RWE nimmt in Lingen bis Ende 2026 eine Elektrolyseleistung von 200 Megawatt in
Betrieb; ab 2027 soll die gesamte Anlage mit 300 Megawatt produzieren. Der in
den Elektrolyseanlagen von RWE hergestellte Wasserstoff erfüllt die
EU-Anforderungen für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs
(RFNBO). Abnehmer erhalten dafür Nachhaltigkeitsnachweise und können den
Wasserstoff somit auf ihre Dekarbonisierungsziele anrechnen.
"Der frühzeitige Austausch und die gemeinsame Projektentwicklung mit den ersten
Transportkunden im Rahmen von GET H2 hat sich ausgezahlt", sagt Frank Heunemann
Geschäftsführer von Nowega. "Durch diesen frühen Start und die konstruktive
Zusammenarbeit entstehen wichtige Impulse für die Ausgestaltung des neuen
Gesamtsystems. Jetzt starten wir in die Praxis des konkreten Zusammenspiel der
Elemente ." In dem Forschungsprojekt GET H2 TransHyDE hatten die Unternehmen in
den vergangenen Jahren bereits erste Erfahrungen gesammelt, die nun im "echten
Systembetrieb" weiter ausgebaut werden können.
"Unsere Beharrlichkeit zahlt sich aus. Mit dem gemeinschaftlich durchgeführten
Projekt öffnen wir nun die Tür noch weiter zu einem nachhaltigen Wandel und zu
einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung des Chemieparks. Hier in Marl
angekommen, lässt sich der Wasserstoff direkt für den Bedarf der Industrie
nutzen. Zugleich stärkt die Verfügbarkeit die Attraktivität des Standortes für
neue Ansiedlungen", sagt Thomas Basten, Vorsitzender der Geschäftsführung von
SYNEQT. "Die langjährige Zusammenarbeit aller Partner hat das möglich gemacht.
Wir haben Erfahrung, Wissen und Können gebündelt und damit den Grundstein für
den erforderlichen Wasserstoffhochlauf gelegt."
Weitere Leitungsprojekte, die an den GET H2 Nukleus anknüpfen, sind bereits
fertiggestellt oder in Umsetzung. Hierzu zählt die Ende 2025 von OGE und Nowega
fertiggestellte 10 Kilometer lange Neubauleitung von Heek nach Epe zur Anbindung
des Wasserstoffspeichers. RWE Gas Storage West startet hier Ende 2026 mit der
Befüllung des ersten kommerziellen Kavernenspeichers für Wasserstoff in Europa,
der Mitte 2027 in Betrieb gehen will. Um weitere Industriekunden anzubinden,
wird ebenfalls von OGE und Nowega bis 2027 eine bestehende Leitung von Legden
nach Dorsten auf Wasserstoff umgestellt und eine Leitung von Dorsten nach Marl
neu gebaut. Bereits fertiggestellt ist zudem eine Leitung, mit der die SYNEQT
den Chemiepark Marl und die Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven verbindet.
Über GET H2
Wasserstoff ist einer der Schlüssel zur Dekarbonisierung der Industrie und der
anderen Sektoren. In der 2019 gegründeten Initiative sind mehr als 50
Unternehmen, Institutionen, Verbände und Kommunen versammelt, die gemeinsam die
Grundlage für eine zukunftsfähige Wasserstoffwirtschaft in Deutschland legen
wollen. Der Fokus liegt dabei auf der konkreten Planung und Umsetzung von
Projekten entlang der gesamten H2-Wertschöpfungskette: von Elektrolyse, Import,
Transport und Speicherung bis zur Anwendung in verschiedenen Industriebereichen.
Mit dem von Bund und Ländern als IPCEI (Important Project of Common European
Interest) geförderten Projekt GET H2 Nukleus haben die Partner 2026 eines der
ersten integrierten Wasserstoffprojekte in industriellem Maßstab in Betrieb
genommen.
Informationen zu den Partnern gibt es auf der Website:
http://www.get-h2.de/partner/
Pressekontakt:
Nowega GmbH
Kai Tenzer
mailto:info@get-h2.de
0251 60998-345
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/134252/6326814
OTS: Nowega GmbH
|