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Mannheim (ots) -
- Gesamtnachfrage sinkt im zweiten Quartal um 26 Prozentpunkte
- Weniger Ausschreibungen bei klassischen Engpassberufen
- Ärztenachfrage erstmals Teil des Fachkräfte-Index
Die Fachkräftenachfrage in Deutschland ist im zweiten Quartal 2026 erneut
deutlich zurückgegangen. Verglichen mit dem ersten Jahresviertel sinkt der
Fachkräfte-Index um rund 26 Prozentpunkte auf 36 Prozent. Sämtliche untersuchten
Berufsgruppen verzeichnen weniger Stellenausschreibungen als noch in den ersten
drei Monaten des Jahres.
Damit befindet sich der Index nicht nur deutlich unter dem Vorquartalswert,
sondern auch weit unter dem Niveau der vergangenen Jahre: Im zweiten Quartal
2025 hatte er noch bei 59 Prozent gelegen, im Vergleichszeitraum 2024 sogar bei
113 Prozent. Besonders auffällig ist, dass der Stellenabbau nun auch klassische
Engpassberufe trifft. Er konzentriert sich damit nicht mehr nur auf einzelne
Tätigkeitsfelder, sondern erfasst zunehmend Positionen, die lange als besonders
schwer zu besetzen galten.
Deutlicher Rückgang bei IT- und Finance-Stellen
Nach der überdurchschnittlich stabilen Entwicklung im ersten Quartal 2026 ist
die Nachfrage nach IT-Fachkräften im zweiten Quartal deutlich eingebrochen. Der
Index sinkt um 38 Prozentpunkte auf 59 Prozent. Besonders stark fällt der
Rückgang bei Positionen aus, die bislang als klassische Engpassprofile galten.
Die Nachfrage nach IT-Security-Spezialisten sackt um ganz 136 Punkte ab, bei
IT-Beratern beträgt das Minus 55 Punkte und bei IT-Entwicklern 31 Prozentpunkte.
Eine Ausnahme bilden Datenbankentwickler: Hier steigt die Nachfrage leicht um
acht Punkte. "Dass ausgerechnet Datenbankentwickler gegen den Trend stärker
gefragt sind, ist ein strategisches Signal. Viele Unternehmen erkennen, dass
sich KI nicht auf unzureichenden Datenstrukturen aufbauen lässt. Wer
Datenbestände nutzbar machen und KI produktiv einsetzen will, muss zunächst in
eine belastbare System- und Dateninfrastruktur investieren.", erläutert Andreas
Sauer, Bereichsleiter Technology bei Hays.
Auch bei Finanzfachkräften hat sich die Nachfrage im zweiten Quartal 2026
deutlich abgeschwächt. Nachdem der Index im ersten Jahresviertel noch um 35
Prozentpunkte gestiegen war, folgt im zweiten Quartal die Kehrtwende: Gegenüber
dem Vorquartal sinkt er um 30 Punkte auf 62 Prozent. Damit liegt die Nachfrage
zugleich 16 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Auch in diesem
Segment erfasst die Zurückhaltung Positionen, die bislang zu den klassischen
Engpassprofilen zählten. Bei Controllern geht der Index um 30 Punkte auf 54
Prozent zurück. Die Nachfrage nach Finanzbuchhaltern ist um 28 Punkte gesunken,
die nach Risikomanagern um 26 Punkte. "Die Zurückhaltung am Finance-Arbeitsmarkt
verfestigt sich. Unternehmen besetzen vor allem Positionen, die unmittelbar zur
Steuerung, Regulierung oder Transformation beitragen.", sagt Erich
Schwinghammer, Bereichsleiter Finance und HR bei Hays.
Negativer Indexwert bei der Suche nach Ingenieuren
Die Anzahl von Gesuchen für Ingenieurfachkräfte im verarbeitenden Gewerbe ist im
zweiten Quartal 2026 weiter zurückgegangen. Gegenüber dem Vorquartal sinkt der
Index um 13 Prozentpunkte. Mit einem Wert von - 14 Prozent ist das verarbeitende
Gewerbe zugleich der einzige untersuchte Wirtschaftsbereich mit einem negativen
Indexstand. Die Nachfrage liegt damit inzwischen unter dem Ausgangsniveau der
Ersterhebung zum Jahresbeginn 2015. Hinter dem Gesamtwert stehen
unterschiedliche Entwicklungen. Wie stark einzelne Ingenieurprofile nachgefragt
werden, hängt zunehmend davon ab, ob sie an kurzfristige Investitionen in
Wachstums- und Transformationsfelder wie Energiewirtschaft, Infrastruktur oder
Bau gekoppelt sind. Besonders deutlich geht die Nachfrage nach Bauingenieuren
zurück: Bei der in absoluten Zahlen größte Berufsgruppe ist der Index gegenüber
dem Vorquartal um 35 Prozentpunkte gesunken. Bei Projektingenieuren beträgt das
Minus 23 Punkte, bei Elektroingenieuren 21 Punkte.
Assistenzärzte besonders stark vom Nachfragerückgang betroffen
Nach dem kräftigen Jahresauftakt hat sich die Nachfrage nach Ärztinnen und
Ärzten im zweiten Quartal 2026 deutlich abgeschwächt. Der Healthcare-Index fällt
gegenüber dem Vorquartal um 21 Prozentpunkte auf 28 Prozent. Damit liegt die
Nachfrage weiterhin klar über dem Ausgangsniveau von Anfang 2021, zugleich aber
16 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresquartals. Die Abkühlung beschränkt
sich nicht auf einzelne Segmente: Sie erfasst sämtliche Senioritätsstufen,
nahezu alle Fachrichtungen und sowohl den ambulanten als auch den stationären
Bereich. Am stärksten bricht die Nachfrage nach Assistenzärztinnen und -ärzten
ein. Ihr Indexwert sinkt um 15 Prozentpunkte auf - 29 Prozent. Am stärksten
gefragt bleiben Oberärztinnen und Oberärzte: Der Index für diese Gruppe liegt
bei 60 Prozent, sinkt aber gegenüber dem Vorquartal um 26 Prozentpunkte.
Deutlich weniger Vakanzen in den Bereichen Procurement, HR und Legal
Der Einkauf kann sich der allgemeinen Nachfrageschwäche im zweiten Quartal 2026
ebenfalls nicht entziehen. Nachdem der Index im ersten Quartal noch um 39
Prozentpunkte auf 81 Prozent gestiegen war, gibt die Zahl der
Stellenausschreibungen anschließend wieder deutlich nach. Besonders stark
betroffen ist der strategische Einkauf: Die Nachfrage nach strategischen
Einkäufern ist gegenüber dem Vorquartal um 43 Punkte gesunken.
Auch Lieferantenmanager und Supply-Chain-Experten werden seltener gesucht
(jeweils - 8 PP). Gegenläufig entwickelt sich die Nachfrage nach Category
Managern: Sie steigt leicht um sechs Punkte.
Die schwache Nachfrage nach HR-Fachkräften setzt sich auch im zweiten Quartal
2026 fort. Mit einem Rückgang um weitere 20 Prozentpunkte auf 14 Prozent zählt
der Bereich weiterhin zu den Berufsgruppen mit der geringsten Dynamik. Gegenüber
dem Vorjahresquartal hat sich die Anzahl der Stellenangebote um 40 Prozent
verringert. Besonders auffällig ist der Rückgang bei den HR Business Partnern.
Obwohl diese Rolle entscheidend dafür ist, wirtschaftliche Entscheidungen in
personelle und organisatorische Maßnahmen zu übersetzen, sinkt die Nachfrage
gegenüber dem Vorquartal um elf Prozentpunkte, wenn auch auf einem
vergleichsweise hohen Nachfrageniveau von 154 Prozent. Noch stärker betroffen
sind Recruiter mit einem Minus von 20 Punkten und Personalreferenten mit einem
Rückgang um 19 Punkte. Die Entwicklung legt nahe, dass Unternehmen ihre
HR-Kapazitäten trotz anhaltender Transformationsanforderungen weiter begrenzen.
Gerade dadurch wächst jedoch das Risiko, dass wirtschaftliche Veränderungen
nicht ausreichend in Workforce-Planung, Kompetenzentwicklung und
organisatorische Umsetzung übersetzt werden.
Auch im Rechtswesen bricht die Nachfrage im zweiten Quartal 2026 deutlich ein.
Besonders stark fällt der Rückgang bei Contract Managern aus, deren Index
gegenüber dem Vorquartal um 53 Prozentpunkte gesunken ist. Bei Rechtsassistenten
beträgt das Minus 39 Punkte, bei Juristen 33 Punkte.
Branchenübergreifend weniger Stellengesuche
Die Branchenauswertung sendet ebenfalls überwiegend negative Signale. Den
stärksten Rückgang verzeichnet das Baugewerbe: Hier sinkt der Index gegenüber
dem Vorquartal um 54 Punkte. Auch die öffentliche Verwaltung reduziert ihre
Stellenausschreibungen deutlich; der Index ging um 30 Punkte zurück. Bei Banken
und Versicherungen sowie in der IT-Branche beträgt das Minus jeweils 24 Punkte.
Ebenfalls stark betroffen waren Personaldienstleister mit einem Rückgang um 37
Punkte.
"Die aktuelle Nachfrageentwicklung spiegelt die derzeit paradox erscheinende
Situation am Arbeitsmarkt wider. Zwar sinkt die Nachfrage insgesamt und der
Arbeitsmarkt befindet sich aktuell in einer stärkeren Auswahlphase. Stellen, bei
denen der wirtschaftliche Nutzen unmittelbar sichtbar ist und die Kompetenzen
beinhalten, die Daten, Infrastruktur, Regulierung oder konkrete
Transformationsvorhaben absichern, werden aber weiterhin gesucht.", resümiert
Alexander Heise, Hays CEO Deutschland und Europa.
Über den Hays Fachkräfte-Index
Der Hays Fachkräfte-Index (https://www.hays.de/personaldienstleistung-aktuell/fa
chkraefte-index-branchenuebergreifend?utm_campaign=fachkraefte_index_q2_26&utm_s
ource=advertising_media&utm_medium=referral&utm_term=pr) basiert auf einer
quartalsweisen Auswertung der Index Internet und Mediaforschung GmbH für Hays.
Einbezogen werden Stellenanzeigen der meistfrequentierten Online-Jobbörsen, von
Tageszeitungen sowie dem Business-Netzwerk Xing. Der Fachkräfte-Index zeigt die
prozentuale Veränderung zum Ausgangswert vom 1. Quartal 2015 an. Sämtliche
Positionsbezeichnungen gelten grundsätzlich für alle Geschlechter.
Über Hays
Hays plc ist der weltweit führende Spezialist für Personallösungen und Experte
für die Rekrutierung hochqualifizierter Fachkräfte ist Hays marktführend. Hays
ist im privaten wie im öffentlichen Sektor tätig und vermittelt Spezialisten für
Festanstellungen, Projektarbeit und in Arbeitnehmerüberlassung. Die Gruppe
beschäftigt ca. 8.100 Mitarbeiter in 155 Niederlassungen weltweit. In
Deutschland vermittelt Hays Spezialistinnen und Spezialisten u.a. aus den
Bereichen IT, Engineering, Construction & Property, Life Sciences, Finance,
Sales & Marketing, Legal, Retail, Healthcare und HR.
Pressekontakt:
Laura Betz
Hays AG, PR & Social Media
T: +49 89 512669 264
M: +49 160 8833860
E: mailto:laura.adriana.betz@hays.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/63173/6326915
OTS: Hays AG
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