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Hubertus Meyer-Burckhardt: "Es gibt keinen Grund, das zu ertragen" / TV-Talker spricht über seinen gewalttätigen Vater |
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| 9.10.2026 08:06 Uhr |
Neue Osnabrücker Zeitung |
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Osnabrück (ots) - Hubertus Meyer-Burckhardt (70) hat als junger Mensch in der
Literatur Trost für Gewalterfahrungen gefunden: "Ich hatte keine sehr heitere
Kindheit und insofern war ich früh erwachsen. Mir fehlte die Sorglosigkeit, weil
ich einen gewalttätigen Vater hatte", sagte Meyer-Burckhardt der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (noz). Beistand fand er in seinen Lektüren, so der Autor
und Moderator: "Ich hatte Sehnsucht nach Orientierung. Das gab es bei mir nicht,
also habe ich mir Literaten als väterliche Freunde gesucht, und Literatinnen als
mütterliche."
Seinen Vater beschrieb Meyer-Burckhardt so: "Er war stark von der NS-Zeit
geprägt, er hatte faschistoide Tendenzen und seine Rolle in der Wehrmacht nie
hinterfagt, anders als andere Männer in seinem Freundeskreis. Heute sehe ich
seine Konflikte. Er hatte ein Bein verloren und wäre im hohen Maße
therapiebedürftig gewesen. Das gab es damals nicht. Aber ein Zwölfjähriger ist
nicht an der Vergangenheit des Vaters interessiert. Ein traumatisierter
Zwölfjähriger möchte nur den Mann loswerden, von dem er rituell verprügelt
wird." Über die Übergriffe sagte Meyer-Burckhardt: "Rituell heißt aus
Gewohnheit. Wenn er ein paar Flaschen Bier intus hatte, hat er meine
Lateinvokabeln abgefragt. Er hatte eine Reitpeitsche mit Silberknauf."
Seine Offenheit verband der TV-Talker mit einem Anliegen: "Man muss darüber
reden. Aber nur, um eine Sache klarzumachen: Es gibt keinen Grund, das zu
ertragen. Es gibt keinen Grund, sich damit zu arrangieren. Wenn jemand Gewalt in
einer Familie ausübt, muss er zur Therapie und unter Umständen auch vor den
Staatsanwalt. Deswegen erzähle ich das." Die literarischen Zitate, die ihm
damals geholfen haben, hat Meyer-Burckhardt gerade als Buch veröffentlicht.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58964/6367772
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Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Neue Osnabrücker Zeitung
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