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Mainz (ots) - Zwölf Jahre lang war er Chefredakteur des ZDF, hatte zuvor das
"heute journal" mitkonzipiert, moderiert und geleitet sowie die politische
Interviewreihe "Was nun, ...?" etabliert: Am 7. Oktober 2026 ist der ehemalige
ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser im Alter von 90 Jahren in Berlin gestorben.
ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler: "Wir trauern um einen entschiedenen
Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags. Klaus Bresser hat
das journalistische Profil des ZDF nachhaltig geprägt und stand stets für
Unabhängigkeit und fairen Umgang."
ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten: "Klaus Bresser steht für präzises
journalistisches Handwerk. Sendungen wie das 'heute journal' und 'Was nun, ...?'
wirken bis heute nach. Damit hat er das Fernsehen geprägt und eine Generation
von Journalistinnen und Journalisten, die ihm nachfolgten."
Klaus Bresser, geboren am 22. Juli 1936 in Berlin, begann seine ZDF-Laufbahn im
Dezember 1977 als stellvertretender Leiter und Moderator des "heute journal". Er
war wesentlich an der Konzeption der Sendung beteiligt, deren Leiter er 1981
wurde und die er sechs Jahre lang moderierte. 1983 übernahm Bresser die Leitung
der ZDF-Hauptredaktion Innenpolitik und war unter anderem für "Die Reportage",
den "Länderspiegel", die politische Talkshow "5 nach zehn" und die aktuellen
Dokumentationen zuständig. Dem Publikum wurde Klaus Bresser zudem als Moderator
von Diskussions-, Wahl- und Sondersendungen bekannt, ab 1985 zusätzlich durch
die Interviewsendung "Was nun, ...?", die er mitentwickelte und die sich zu
einem Markenzeichen des ZDF-Informationsprogramms und zu einem Klassiker der
politischen Fernsehinterviews entwickelte. Das Format stand exemplarisch für
Bressers journalistischen Stil: direkte Nachfragen, klare Struktur und
Konzentration auf politische Verantwortung.
Klaus Bresser wurde 1988 als Nachfolger von Reinhard Appel der vierte
ZDF-Chefredakteur. Mit der Einführung von Sendereihen wie "Bonn direkt" (1987),
"ZDF spezial" (1988), "ZDF-Morgenmagazin" (1992) und "frontal" (1993) schärfte
er weiter das Informationsprofil des ZDF. Ein besonderer journalistischer Erfolg
waren zudem die Sendungen zur deutschen Einheit, speziell die Programme am 2.
und 3. Oktober 1990 aus dem Berliner Reichstag.
Bresser entdeckte seine Leidenschaft für den Journalismus bereits in jungen
Jahren: Als Gymnasiast schrieb er für Lokalzeitungen in Aachen. Neben dem
Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Soziologie in Köln war
Bresser freier Mitarbeiter und ab 1958 Volontär beim "Kölner Stadt-Anzeiger".
Dort wurde er ab 1961 Redakteur mit besonderen Aufgaben und begleitete in den
Folgejahren als Chefreporter unter anderem die Besuche der Staatschefs Charles
de Gaulle, John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow in West- und Ostdeutschland.
1965 wechselte Klaus Bresser zum WDR, wo er unter anderem als Redaktionsleiter
des Magazins "Monitor" und als Leiter der Redaktionsgruppe Aktualität tätig war
und unter anderem die Sendung "Tagesthema" (die Vorläufersendung der
"Tagesthemen") mitentwickelte.
Klaus Bresser wurde mehrfach für sein Schaffen geehrt, unter anderem mit der
Goldenen Kamera (1987), dem Herbert-Quandt-Medien-Preis (1989) und dem
Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz (2000).
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