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Winterbach (ots) - Der Ausbau der Stromnetze ist eine anspruchsvolle und
kostenintensive Aufgabe - aber Wirtschaft und Gesellschaft profitieren davon
massiv.
Deutschland steht vor der größten Infrastruktur-Transformation seit Jahrzehnten.
Aber diese Transformation sollte man wie eine Krise auch als Chance betrachten.
Beim Netzausbau muss mit Augenmaß agiert werden, aber die Zukunft - AI,
Rechenzentren, Digitalisierung, Robotik und auch Mobilität - ist vor allem
elektrisch. Das gilt weltweit. Wir sehen das in den 90 Ländern, in denen wir als
Unternehmen tätig sind. Aus unternehmerischer Sicht ist daher eine verlässliche
politische Weichenstellung sehr wichtig. Die Unternehmen brauchen Sicherheit und
Planbarkeit, dann können sie mit ihrem Kapital, Know-how und Innovationsgeist
auch diese Transformation zum Wohl der Gesellschaft gestalten, betonen Johannes
Linden und Dr. Konstantin Kurfiss, Vorstände beim Technologieunternehmen
PFISTERER.
Herr Kurfiss, wie definieren Sie die Verantwortung von Schlüsselakteuren der
Industrie, wenn es darum geht, die technologische Souveränität Europas
langfristig abzusichern?
Dr. Konstantin Kurfiss: Der Fokus hat sich geändert. Energiesicherheit gibt es
nicht umsonst. Das bedeutet in unserem Bereich kritische Netztechnik selbst zu
entwickeln, zu prüfen, zu fertigen und auch im Krisenfall bereitstellen zu
können. Dafür ist essenziell, dass wir weite Teile der Wertschöpfung, belastbare
Lieferketten und Fachkräfte in Europa haben und unser geistiges Eigentum
schützen.
Unsere Verantwortung als PFISTERER ist es dann, nachweisbare Qualität zu
liefern: langlebige, international typgeprüfte Verbindungen für erfolgskritische
Schnittstellen. Unsere Partner müssen sich auf unsere Produkte langfristig
verlassen können. Wir sprechen über Produkte, die Jahrzehnte halten und die
Energiesicherheit garantieren müssen. Das leisten wir. Und diese Zuverlässigkeit
der Verbindungen ist auch ein weltweiter Wettbewerbsvorteil.
Die Energiewende fordert der Wirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern
gewaltige Kraftanstrengungen ab. Was entgegnen Sie der Sorge vor
Wohlstandsverlusten?
Johannes Linden: Es sollte allen klar sein, dass nicht die Modernisierung
unseres Energiesystems den Wohlstand gefährdet, sondern ihre Verzögerung. Das
moderne Leben benötigt nicht weniger Strom, sondern mehr Strom. Strom ist einer
der entscheidenden Faktoren für die Ansiedlung von Wirtschaft und Industrie.
Deshalb müssen wir in die Modernisierung und den Ausbau der Stromnetze
investieren. Und wir kommen damit, nach anfänglichen Verzögerungen, inzwischen
gut voran.
Im vergangenen Jahr stammten 58,8 % der deutschen Stromerzeugung aus
erneuerbaren Quellen. Damit daraus jederzeit nutzbare Energie wird, müssen
Erzeuger, Netze, Speicher und Verbraucher zuverlässig verbunden sein. Eine
leistungsfähige elektrische Infrastruktur senkt Abhängigkeiten, ermöglicht
klimaneutrale Produktion und schafft Kapazität für Mobilität, Digitalisierung
und KI. Und das ist die Voraussetzung für unsere zukünftige Wertschöpfung.
Welche konkreten technologischen Schnittstellen und Verbindungsverfahren sind
heute notwendig, um diese Komplexität im Netz stabil zu halten?
Kurfiss: Ein dezentrales Netz braucht sichere Übergänge: Kabelgarnituren,
steckbare Hochspannungsverbindungen sowie Kontakt- und Isolationslösungen für
Umspannwerke, Freileitungen, Erdkabel und Offshore-Anwendungen. Entscheidend
sind eine hohe Qualität, ein geringer Wartungsbedarf und eine montagefreundliche
Bauweise. Um die Komplexität zu reduzieren, produziert PFISTERER systemoffen.
Unsere Lösungen verbinden herstellerunabhängig verschiedene Kabeltypen,
Spannungsebenen und Anwendungen. Netzbetreiber vermeiden so technologische
Sackgassen und bleiben bei Ausbau und Ersatz flexibel.
Neben den etablierten Wechselstromlösungen gewinnt die
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HVDC) insbesondere beim effizienten
Transport großer Energiemengen über weite Strecken an Bedeutung. Damit wir hier
zukünftig noch besser aufgestellt sind, investieren wir aktuell in unser eigenes
HVDC-Qualifizierungszentrum in Winterbach. Das neue Zentrum entsteht im Rahmen
einer Investition von rund 30 Millionen Euro und wird künftig eine zentrale
Rolle für die Entwicklung, Prüfung und Qualifizierung übernehmen.
Wie schaffen Sie technisch den Spagat zwischen hochkomplexen Speziallösungen und
einer industriellen Standardisierung, die echtes Tempo in die Skalierung bringt?
Kurfiss: Spagat trifft es sehr gut. Auf der einen Seite standardisieren wir
geprüfte Baugruppen, modulare Plattformen, definierte Schnittstellen und
reproduzierbare Fertigungs- und Prüfprozesse, damit wir diese Kernelemente
schnell in hohen Stückzahlen liefern können. Auf der anderen Seite bleibt
spezifisch, was Kunden bei der Anwendung verlangen.
Wie lässt sich die Herausforderung zwischen den massiven Investitionen in die
Netzresilienz und einer wettbewerbsfähigen, bezahlbaren Energiebasis für
Industrie und Bürger meistern?
Kurfiss: Das sind die entscheidenden künftigen Faktoren: Verfügbarkeit und
Bezahlbarkeit von Energie. Wir werden um Einschnitte in den kommenden Jahren
nicht herumkommen, denn wir müssen unser Netz modernisieren. Dennoch sollten wir
genau schauen, wo wir sparen. Eine Stromleitung muss mehrere Jahrzehnte halten.
Davon bin ich überzeugt. Der richtige Maßstab beim Netzausbau sind nicht die
niedrigsten Anschaffungskosten, sondern Kosten und Risiken über die Lebensdauer.
Qualität zahlt sich hier aus, weil sie Ausfälle, Austausch und Folgekosten
reduziert.
Wenn Sie ein Jahrzehnt vorausblicken: Welches Narrativ soll rückblickend über
die deutsche Industrie im Rahmen dieser Energiewende erzählt werden - und
welches Vermächtnis möchte Ihr Unternehmen dieser Epoche hinterlassen?
Linden: In zehn Jahren wird die Energiewende nicht abgeschlossen sein. Aber ich
glaube, dass sich dann bereits zeigt, dass die deutsche Industrie im Zuge der
Energiewende den Grundstein für eine langfristig effiziente, sichere und
nachhaltige Energieversorgung gelegt hat. Und ich bin überzeugt, dass PFISTERER
dazu beiträgt, dass die digitale Infrastruktur unserer Industrie zuverlässig
funktioniert und bei jedem von uns zu Hause das Licht nur dann ausgeht, wenn wir
den Schalter betätigen.
Mehr Informationen über PFISTERER unter: https://www.pfisterer.com/de
Pressekontakt:
T: +49 7181 7005-0
E: mailto:info@pfisterer.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/170732/6369058
OTS: PFISTERER
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