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London (ots) - Die Gesundheit der Beschäftigten entwickelt sich zunehmend zu
einem wirtschaftlichen Risikofaktor für Deutschland. Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer verlieren durchschnittlich 69,3 produktive Arbeitstage pro Jahr -
mehr als in jedem anderen der untersuchten Länder: Großbritannien, den USA,
Japan und Singapur. Die daraus resultierenden Produktivitätsverluste kosten die
deutsche Wirtschaft jährlich rund 506 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt
der neue Global Health and Productivity Index von Vitality, dem Gesundheits- und
Präventionsspezialisten, in Partnerschaft mit RAND Europe.
Besonders alarmierend ist die psychische Verfassung der Beschäftigten. 72
Prozent der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berichten von moderaten
bis schweren psychischen Belastungen - der höchste Wert aller untersuchten
Länder. Gleichzeitig verfügen lediglich 16 Prozent über Zugang zu
arbeitgeberfinanzierten Beratungs- oder Mental-Health-Angeboten. Nur 42 Prozent
haben zudem das Gefühl, dass ihre Führungskraft sich um ihre Gesundheit und ihr
Wohlbefinden kümmert.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass es nicht ausreicht, gesundheitliche Probleme
erst dann zu behandeln, wenn sie auftreten: Prävention und frühzeitige
Unterstützung müssen stärker in den Blick rücken. Aufbauend auf seiner
internationalen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Versicherern und
Arbeitgebern hat Vitality die Studie durchgeführt, um das Ausmaß der
gesundheitlichen Herausforderungen am Arbeitsplatz und die Möglichkeiten, ihnen
zu begegnen, auf eine fundierte Datengrundlage zu stellen.
Das unterschätzte Problem: Arbeiten trotz gesundheitlicher Belastungen
Die Studie zeigt, dass Produktivitätsverluste nur zu einem geringen Teil durch
Fehlzeiten entstehen. Der größte Anteil entfällt auf sogenannten Präsentismus:
Beschäftigte erscheinen zur Arbeit, können aufgrund gesundheitlicher Belastungen
jedoch nicht ihre volle Leistung erbringen. In Deutschland entfallen 54,4 der
insgesamt 69,3 verlorenen Arbeitstage auf diese oft unsichtbare Form des
Produktivitätsverlustes.
Besonders stark wirkt sich die psychische Gesundheit auf die Leistungsfähigkeit
aus. Länderübergreifend verlieren Beschäftigte mit einem hohen Risiko für
psychische Belastungen im statistischen Modell durchschnittlich 30,3 zusätzliche
produktive Tage pro Jahr gegenüber Beschäftigten ohne entsprechendes Risiko.
Damit zählt die mentale Gesundheit zu den größten Einflussfaktoren auf die
Produktivität im Berufsleben.
Welttag für psychische Gesundheit: Beschäftigte brauchen mehr Unterstützung
Die Ergebnisse erscheinen pünktlich zum internationalen Aktionstag "World Mental
Health Day" am 10. Oktober und verdeutlichen den Handlungsbedarf in deutschen
Unternehmen. Trotz des hohen Belastungsniveaus fehlt vielen Beschäftigten der
Zugang zu konkreter Unterstützung und zeitnaher professioneller Hilfe. Für
Unternehmen bleibt damit eine wichtige Chance ungenutzt: Beschäftigte frühzeitig
zu unterstützen, ihre Gesundheit zu stärken und gesundheitsbedingte
Produktivitätsverluste zu verringern.
Bei Angeboten für körperliche Gesundheit und einen gesunden Lebensstil liegen
deutsche Arbeitgeber vielfach über dem Durchschnitt der fünf untersuchten
Länder.
Bei der psychischen Gesundheit bleibt dagegen eine deutliche Lücke: Nur 16
Prozent der Beschäftigten haben Zugang zu Beratungs- oder
Mental-Health-Angeboten ihres Arbeitgebers, gegenüber 21 Prozent im
Länderdurchschnitt. Dies steht im starken Kontrast zu den 72 Prozent der
deutschen Beschäftigten, die von moderaten bis schweren psychischen Belastungen
berichten.
Auch arbeitgeberfinanzierte Krankenversicherung ist mit 18 Prozent weniger
verbreitet als im Länderdurchschnitt von 33 Prozent. Das ist vor dem Hintergrund
des deutschen gesetzlichen Krankenversicherungssystems einzuordnen: Der Zugang
zur hausärztlichen Versorgung bedeutet nicht automatisch, dass spezialisierte
psychotherapeutische Hilfe zeitnah verfügbar ist. Für einen Teil der
Beschäftigten bietet Krankenversicherung über den Arbeitsplatz bereits
zusätzlichen und ergänzenden Zugang - etwa zu psychologischer Unterstützung wie
kognitiver Verhaltenstherapie oder zu präventiven Angeboten, die Beschäftigte
früher erreichen.
Junge Beschäftigte besonders betroffen
Vor allem jüngere Beschäftigte stehen unter Druck. Rund ein Drittel (32 Prozent)
der 18- bis 34-Jährigen in Deutschland berichtet von starken depressiven
Symptomen. Damit verzeichnet Deutschland in dieser Altersgruppe den höchsten
Wert aller untersuchten Länder. Zugleich deutet die Studie darauf hin, dass
viele Betroffene keine formale Diagnose erhalten. Die Ergebnisse weisen zudem
auf einen Generationenunterschied hin: Während jüngere Beschäftigte offener mit
psychischen Belastungen umgehen, sind viele Unternehmen noch nicht ausreichend
auf diese Offenheit und den damit verbundenen Unterstützungsbedarf eingestellt.
Prävention statt Reaktion
Vitality hat in der Studie großes Potenzial für Arbeitgeber erkannt,
Produktivitätsverluste und langfristige Ausfälle durch frühzeitige Unterstützung
zu reduzieren. Besonders wirksam sind eine stärkere Fokussierung auf Prävention,
gezielte mentale Gesundheitsangebote, bessere Führungskräfteentwicklung sowie
ein gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld. Beschäftigte, die das Gefühl haben,
von ihrer Führungskraft unterstützt zu werden, verlieren deutlich weniger
produktive Zeit als jene ohne entsprechende Unterstützung.
Gesundheit als Wettbewerbsfaktor
Vitality sieht deshalb nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine
wirtschaftliche Notwendigkeit zum Handeln. Neville Koopowitz, Global CEO of
Vitality, sagt: "Wenn Deutschland seine Produktivität steigern will, muss es
stärker in die Gesundheit seiner Beschäftigten investieren. Unsere Daten zeigen,
dass die größten Produktivitätsverluste nicht durch Abwesenheit entstehen,
sondern durch Menschen, die trotz gesundheitlicher Belastungen zur Arbeit kommen
und weit unter ihrem Leistungsvermögen bleiben. Unternehmen, die die Gesundheit
ihrer Beschäftigten strategisch fördern, verschaffen sich einen klaren
Wettbewerbsvorteil. Die Kosten des Nichtstuns belaufen sich für die deutsche
Wirtschaft bereits heute auf mehr als 500 Milliarden Euro pro Jahr."
Für weitere Informationen wenden Sie sich an:
LHLK Agentur für Kommunikation
Eva-Maria Gose-Fehlisch
Tel.: +49 89 720187 - 224
E-Mail: mailto:VitalityInsurance@lhlk.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/181362/6369333
OTS: Vitality Health Insurance
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