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Stuttgart (ots) - 15. bis 18. Oktober: 20 Klanginstallationen, Ur- und
Erstaufführungen mit vielfältigen Spielarten von Polyphonie in der
zeitgenössischen Musik / live und zeitversetzt in SWR Kultur / Orchesterkonzerte
live im Videostream auf SWRKultur.de
Die Donaueschinger Musiktage 2026 stehen unter dem Leitgedanken der Polyphonie
und verstehen das Thema auch als Spiegel unserer komplexen Gegenwart, die sich
nicht auf wenige Perspektiven reduzieren lässt.
Das Festival beginnt am Donnerstagnachmittag, 15. Oktober, mit der Eröffnung von
drei Klanginstallationen, die während der Musiktage und teilweise darüber hinaus
bei freiem Eintritt erlebbar sein werden. Um 16 Uhr startet Yann Leguays
interaktive Klanginstallation in der Alten Molkerei, die sich dem drängenden
Problem der Energieerzeugung widmet. Inspiriert durch seine Residenz "Mechanical
Forests" in St. Georgen im Schwarzwald erkundet Leguay Formen der
Energieerzeugung aus der Zeit vor der Elektrizität und lädt die Besucher:innen
ein, selbst den Klang eines jeden Objektes zu aktivieren. Ab 17 Uhr erschafft
Miles Friday mit seiner 32-kanaligen Klanginstallation in der Orangerie ein
polyrhythmisches Feld, das sowohl sichtbar als auch hörbar ist. Lautsprecher
werden zu atmenden Körpern, wenn tieffrequente Drones aufblasbare Objekte formen
und als kinetische Skulpturen zum Leben erwecken. Ab 18 Uhr verarbeitet
Gwendoline Robin im Museum Art.Plus in "Coexistences #2" Hörerlebnisse aus dem
Hochgebirge - das Rauschen der Flüsse, den Wind oder das Rufen von Murmeltieren
- zu zwei Installationen und einer Performance. Die Installationen sind bis zum
8. November zu sehen. Am Donnerstagabend folgt im Museum Art.Plus eine
Podiumsdiskussion zum Thema "Musik für alle? Vermittlung im Wandel".
SWR Symphonieorchester und SWR Experimentalstudio im Eröffnungskonzert
Am Freitag, 16. Oktober, gestaltet das SWR Symphonieorchester das
Eröffnungskonzert der Donaueschinger Musiktage. Unter der Leitung von Brad
Lubman hebt es gemeinsam mit dem SWR Experimentalstudio vier neue Werke aus der
Taufe. Die Kompositionen von Natasha Barrett und Stefan Prins beschäftigen sich
mit der Frage, wie sich die Erfahrung unserer erschütterten Welt musikalisch
begreifen lässt. Prins setzt den "Wahnsinn" des unkontrollierbaren Chaos
aktueller Entwicklungen als künstlerisches Prinzip ein, während Natasha Barrett
die vermeintliche Stabilität eines kollabierenden Systems dekonstruiert. Auch
Igor C Silva widmet sich dem Thema Kontrolle und Kontrollverlust und
experimentiert mit der Interaktion und Improvisation von Dirigent, Orchester und
Solist:innen (Susana Santos Silva, Trompete und der Komponist mit
Live-Elektronik). Für Hannah Kendall erweisen sich Verse des martinikanischen
Dichters Édouard Glissant von 1949 als höchst zutreffend auf unsere Gegenwart
(Freitag, 16.10., 20 Uhr). Anschließend ist im Schlosspark bei freiem Eintritt
eine Performance von Yann Leguay zu erleben, in der die Flammen von Feuer zu
Protagonisten einer minimalistischen Komposition werden (Freitag, 16.10., 23
Uhr).
Polyphonie als Spiegel einer komplexen Gegenwart
Simon Steen-Andersen entwirft in seiner Bühnen- und Videoperformance "UR!" ein
fantastisches Doppelporträt von Kurt Schwitters und seinem treuesten Performer,
Michael Schmid. Das Ensemble Speak Percussion aus Melbourne gibt sein
Festivaldebüt mit Steven Kazuo Takasugis Projekt für Skulpturinstrumente, Video
und Percussiontrio. Die Trompeterin Susana Santos Silva präsentiert nach ihrem
Auftritt als Solistin mit dem SWR Symphonieorchester im Eröffnungskonzert auch
ihre neue Duo-Konstellation mit der Geigerin Aisha Orazbayeva. Das
Improvisationsensemble ONCEIM ist in der Stadtkirche St. Johann mit Werken von
Marina Rosenfeld und der jüngst verstorbenen Komponistin Éliane Radigue erstmals
bei den Musiktagen zu hören. Das Ensemble Modern wagt unter der Leitung von Xizi
Wang mit Brigitta Muntendorfs "Last Show" ein soziales Live-Experiment. Die 18
Streicher:innen des Ensemble Resonanz zeigen unter der Leitung von Enno Poppe
polyphone Perspektiven von Rebecca Saunders und Ann Cleare. Im Abschlusskonzert
steht Chefdirigent François-Xavier Roth am Pult des SWR Symphonieorchesters mit
Werken von Mauro Lanza, Clara Iannotta, Fabien Lévy und Noriko Baba.
SWR Kultur sendet im 5.1 Surround-Sound, Live-Videostreams auf SWRKultur.de
Die Donaueschinger Musiktage bestimmen am Festivalwochenende das Programm von
SWR Kultur. Zum ersten Mal ist SWR Kultur mit einem mobilen Pop-up-Studio in
Donaueschingen präsent. Allein fünf Konzerte werden live gesendet, darunter die
beiden Konzerte mit dem SWR Symphonieorchester am 16. und 18. Oktober, das
Konzert mit dem Ensemble Modern am 17. Oktober sowie das Konzert mit dem
Ensemble Resonanz unter der Leitung von Enno Poppe am 18. Oktober. Insgesamt 12
Uraufführungen werden im Rahmen dieser Liveübertragungen im Radioprogramm von
SWR Kultur (über Astra im 5.1 Surround-Sound) und in ARD Sounds zu hören sein.
Alle weiteren Konzerte werden von SWR Kultur zu einem späteren Zeitpunkt
gesendet und sind nach der Ausstrahlung in ARD Sounds und auf SWRKultur.de
verfügbar. Die beiden Konzerte des SWR Symphonieorchesters zu Beginn und zum
Abschluss der diesjährigen Donaueschinger Musiktage werden außerdem als
Live-Videostream auf SWRKultur.de sowie auf dem YouTube-Kanal von ARD Klassik zu
sehen sein.
Umfangreiches Rahmenprogramm
Das umfangreiche Rahmenprogramm der Musiktage bietet dem Festivalpublikum
Künstler:innengespräche, Führungen durch alle Klanginstallationen, die Noten-
und Buchausstellung sowie eine Stadtführung. Das Festival führt zudem die
Auseinandersetzung mit dem Thema sexueller Belästigung im Musikbetrieb weiter
und zeigt im Kommunalen Kino guckloch den Film "Dear Lara" von Lara St. John,
der erstmals in Deutschland zu sehen ist. Das Vermittlungsprogramm der Musiktage
ist in diesem Jahr noch erweitert worden und besteht aus Konzerten für alle
Schüler:innen der Erich Kästner-Schule, Workshops für Schüler:innen des
Fürstenberg-Gymnasiums und der Realschule, dem Programm "Next Generation" für
Studierende und dem Seminar "Abenteuer Neue Musik" für Lehrende und Studierende.
Für das Fachpublikum finden außerdem zwei Netzwerktreffen statt, zum einen der
European Broadcasting Union (EBU) und zum anderen ein deutsch-niederländisches
Netzwerktreffen.
Programm, Kartenverkauf und Künstlerplakat
Das detaillierte Programm der Donaueschinger Musiktage ist auf
SWR.de/donaueschingen zu finden. Hier steht auch die Programmbroschüre zum
Download bereit. Karten sind erhältlich online bei littleticket.shop, über die
Tickethotline 0221 91409830 und in der Tourist-Information vor Ort in
Donaueschingen. Dort kann ebenfalls das von Candida Höfer gestaltete
Künstlerplakat erworben werden, das ab Festivalbeginn auch in einer limitierten
signierten Auflage verfügbar ist.
Vorzugspreis für Bewohner:innen des Schwarzwald-Baar-Kreises
Bewohner:innen des Schwarzwald-Baar-Kreises erhalten für alle Veranstaltungen
Karten zum Vorzugspreis von 12 EUR. Die Karten können unter Vorlage eines
entsprechenden Nachweises ausschließlich in der Tourist-Information der Stadt
Donaueschingen sowie an der Tageskasse erworben werden.
Veranstalter der Donaueschinger Musiktage ist die Gesellschaft der Musikfreunde
in Zusammenarbeit mit der Stadt Donaueschingen, dem Südwestrundfunk und dem SWR
Experimentalstudio.
Die Donaueschinger Musiktage werden als kultureller Leuchtturm gefördert durch
die Kulturstiftung des Bundes - gefördert von dem Beauftragten der
Bundesregierung für Kultur und Medien - sowie durch das Ministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
Pressekontakt:
Matthias Claudi, Tel. 0711 929 12219, matthias.claudi@SWR.de
Interviewanfragen, Pressematerial: Stefan Stahnke, Tel. 030 3478 1984,
st@worteuebermusik.de
Bildkommunikation: Tel. 07221 929 26868, foto@SWR.de, ARD-foto.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7169/6369345
OTS: SWR - Südwestrundfunk
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