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Brüssel (ots) - Effiziente und zuverlässige Dämmstoffe sind unerlässlich, um die
Energieeffizienz der Gebäude in Europa zu steigern und gleichzeitig die
Treibhausgasemissionen sowie die Stromkosten zu senken. Laborprüfungen an sechs
Arten von Dämmstoffen, deren Proben in 14 Ländern entnommen wurden, ergaben,
dass ein Drittel der Proben die angegebenen Leistungsmerkmale nicht erfüllte.
Die Ergebnisse dieser EU-finanzierten Kampagne unterstreichen die Bedeutung der
Marktüberwachung und die Notwendigkeit, dass Endverbrauchende die
Leistungsangaben überprüfen, bevor sie sich für Dämmprodukte entscheiden.
Das Projekt wurde unter Beteiligung von Marktüberwachungsbehörden aus 14 Ländern
durchgeführt.
Insgesamt wurden 106 Proben aus sechs gängigen Dämmstoffen ausgewählt:
expandiertes (EPS) und extrudiertes Polystyrol (XPS), Mineralwolle, Schaumglas,
Holzwolle und Holzfasern. Die Proben wurden in Belgien, Dänemark, Deutschland,
Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Malta, Norwegen, Österreich,
Polen, Portugal und Schweden erworben, und zwar entweder im stationären Handel,
online oder direkt bei den Herstellern.
Wie lauteten die Ergebnisse?
Bei den Prüfungen wurde untersucht, inwieweit die Materialien den Wärmeverlust
verlangsamen, ob ihre Dicke den angegebenen Spezifikationen entsprach und wie
sie auf Feuer reagieren.
Beim Wärmedurchlasswiderstand erfüllten 31 von 97 geprüften Proben (32 %) die
Anforderungen nicht.
Beim Brandverhalten entsprachen 11 der 81 geprüften Proben (14 %) nicht der
angegebenen Klasse.
Zudem wurden Kennzeichnungen und Dokumentation überprüft. Insgesamt erfüllten 68
Proben (64 %) die Anforderungen nicht, was hauptsächlich auf eine unvollständige
oder fehlende Leistungserklärung bzw. CE-Kennzeichnung zurückzuführen war.
Prüfungen des Wärmedurchlasswiderstands
Im Rahmen von Prüfungen des Wärmedurchlasswiderstands wurde untersucht, ob
Dämmstoffe tatsächlich das von ihren Herstellern angegebene Maß an
Wärmespeicherung bieten. Bei diesen Prüfungen wurden die Wärmeleitfähigkeit und
die Dicke der Produkte gemessen, da beide Faktoren Einfluss darauf haben, wie
gut ein Gebäude im Winter warm und im Sommer kühl bleibt.
In den meisten Fällen wich die gemessene Wärmedämmung von den vom Hersteller
angegebenen Werten ab, was bedeutet, dass einige Produkte möglicherweise nicht
das von den Käufern erwartete Dämmniveau bieten. Eine geringere Anzahl von
Produkten erfüllte zudem nicht die Anforderungen an die Dicke.
Zwar entsprachen viele Produkte den Werbeversprechen, doch unterstreichen die
Ergebnisse die Bedeutung genauer Leistungsangaben, da sich Endnutzende bei der
Auswahl von Materialien zur Verbesserung der Energieeffizienz eines Gebäudes auf
diese Informationen verlassen.
Prüfungen des Brandverhaltens
Ein weiterer Grund zur Besorgnis war die unerwartet hohe Anzahl an Mängeln bei
Produkten, die hinsichtlich ihres Brandverhaltens als Klasse E eingestuft
wurden: 8 von 52 Produkten (15 %) dieser Gruppe erfüllten die angegebene
Brandschutzklasse nicht.
Bei den 6 Produkten, die als Klassen B-D eingestuft wurden, wurden keine Mängel
festgestellt. Beide Produkte, die als Klasse A2 eingestuft wurden, haben die
entsprechende Prüfung des Brandverhaltens nicht bestanden. Nur eines von 21
Produkten der Klasse A1 erfüllte die Anforderungen nicht.
Im EU-Brandverhaltenssystem gelten Produkte der Klasse A1 als nicht brennbar und
tragen nicht wesentlich zur Ausbreitung eines Brandes bei. Produkte der Klasse
A2 gelten ebenfalls als nicht brennbar, können jedoch unter bestimmten
Bedingungen in sehr begrenztem Umfang zur Brandausbreitung beitragen. Die
Klassen B-D umfassen brennbare Produkte, deren Beitrag zur Brandentstehung
zunimmt: Die Klasse B weist einen sehr geringen Beitrag auf, die Klasse C einen
begrenzten Beitrag und die Klasse D einen mittleren Beitrag.
Klasse E bedeutet, dass ein Produkt brennbar ist, jedoch eine grundlegende
Prüfung bestehen sollte, bei der nachgewiesen wird, dass sich eine kleine Flamme
innerhalb eines festgelegten Zeitraums nicht zu weit über das Produkt
ausbreitet. Die Mängel deuten darauf hin, dass sich manche Produkte entzünden
könnten oder dass sich Flammen schneller ausbreiten könnten, als es ihre
angegebene Klassifizierung vermuten lässt. Das Ausmaß des Risikos hängt davon
ab, wo und wie die Dämmung angebracht wird. Eine falsche Brandschutzklasse
könnte dazu führen, dass Verbrauchende ein Produkt wählen, das nicht das
erwartete Schutzniveau bietet.
Ergriffene Maßnahmen
Die MÜB stuften 2 Proben als "hohes Risiko" und 4 als "ernstes Risiko" ein.
Diese Ergebnisse betrafen vor allem das Brandverhalten, das nicht der
angegebenen Klasse entsprach.
Die MÜB verhängten ein Verkaufsverbot für ein Produkt und nahmen sieben Produkte
vom Markt. Zahlreiche Wirtschaftsbeteiligte erklärten sich bereit,
Konformitätsmängel zu beheben. Die teilnehmenden MÜB haben die Ergebnisse an
andere Mitgliedstaaten weitergegeben.
Was können Verbrauchende tun?
Die Prüfkampagne ergab, dass viele Dämmstoffe eine oder mehrere technische
Anforderungen oder Dokumentationsanforderungen nicht erfüllten. Verbrauchende
sollten auf Produkte achten, die mit der CE-Kennzeichnung versehen sind und
denen eine Leistungserklärung beiliegt, die Angaben zu wesentlichen
Eigenschaften wie Wärmedurchlasswiderstand und Brandverhalten enthält.
Vor dem Kauf sollten sie sich vergewissern, dass das Produkt für den
vorgesehenen Verwendungszweck geeignet ist und den nationalen Bauvorschriften
entspricht. Ebenso wichtig ist es, die Installationsanleitung des Herstellers zu
befolgen, da selbst ein konformes Produkt bei unsachgemäßer Installation
möglicherweise nicht die erwarteten Energieeinsparungen und Sicherheitsvorteile
bietet.
Das Safety Gate (https://ec.europa.eu/safety-gate/#/screen/home) der
Europäischen Kommission, ein Schnellwarnsystem, über das die MÜB Einzelheiten zu
gefährlichen Non-Food-Produkten veröffentlichen, ist eine gute Anlaufstelle.
Was sollten Wirtschaftsbeteiligte tun?
Wirtschaftsbeteiligte müssen sowohl der Produktleistung als auch den
Compliance-Anforderungen größere Aufmerksamkeit widmen. Die angegebenen Werte
zum Wärmedurchlasswiderstand müssen die Produktleistung genau widerspiegeln, und
die gesamte technische Dokumentation, die CE-Kennzeichnungen sowie die
Leistungserklärungen müssen vollständig und auf dem neuesten Stand sein.
Strenge Produktionskontrollen im Werk, regelmäßige Prüfungen und wirksame
Rückverfolgbarkeitssysteme sind unerlässlich, insbesondere wenn Änderungen an
Rohstoffen, Lieferanten oder Produktionsprozessen vorgenommen werden.
Wirtschaftsbeteiligte sollten zudem klare Installationsanleitungen bereitstellen
und alle erforderlichen Informationen in Sprache(n) des Verkaufslandes zur
Verfügung stellen, damit Endverbrauchende die Dämmstoffe sicher und wirksam
verwenden können.
EU-weite Prüfung
Die Prüfung fand im Rahmen der Gemeinsamen Maßnahmen zur Konformität von
Produkten 2025 in EU- und EFTA-Ländern statt. Die Kampagne unterstützt MÜB
dabei, Prüfungen zu koordinieren, Ergebnisse auszutauschen und Verbrauchende
sowie seriöse Unternehmen im gesamten Binnenmarkt zu schützen.
"Marktüberwachungskampagnen tragen zum Verbraucherschutz bei und stellen sicher,
dass seriöse Unternehmen nicht von Wettbewerbern unterboten werden, deren
Produkte die angegebenen Leistungsmerkmale nicht erfüllen", berichtet Vanessa
Capurso, Referentin bei der Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie,
Unternehmertum und KMU der Europäischen Kommission (GD GROW).
Weiterführende Informationen erhalten Sie per E-Mail an mailto:Jacop2025@esn.eu
https://ots.de/cWUCjY
Pressekontakt:
David Crous
JACOP 2025 Press Officer
mailto:david.crous@esn.eu
+32470881037
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