Seite zu Favoriten hinzufügen / Link zu ihrer Webseite einrichten 

Stuttgart

Top-News



Stuttgart, Landeshauptstadt
Fläche: 207,36 km²
Einwohner: 587.152
PLZ: 70173

DPolG Niedersachsen: DPolG Niedersachsen fordert härteren Zugriff auf kriminelle Vermögen - Göttingen zeigt: Clankriminalität muss benannt und konsequent bekämpft werden

26.06.2026 17:55 Uhr DPolG Niedersachsen

Hannover (ots) - Nach den Ausschreitungen mit einem schwer verletzten Kollegen in Göttingen und der Unterrichtung des Innenausschusses durch Innenministerin Daniela Behrens sieht sich die Deutsche Polizeigewerkschaft Niedersachsen in ihrer langjährigen Forderung bestätigt: Clankriminalität und organisierte Vermögensdelikte müssen klar benannt und konsequent dort bekämpft werden, wo es besonders wirkt - beim Geld.

"Wer staatliche Autorität ablehnt, Gewalt als Mittel der Konfliktlösung akzeptiert und zugleich erhebliche Vermögenswerte aus unklaren Quellen besitzt, darf den Rechtsstaat nicht auch noch verhöhnen. Kriminelle Strukturen trifft man nicht nur über Freiheitsstrafen, sondern vor allem über das Vermögen", erklärt Patrick Seegers, Landesvorsitzender der DPolG Niedersachsen.

Die DPolG Niedersachsen begrüßt, dass im politischen Raum inzwischen offener über eine Beweislastumkehr bei der Vermögensabschöpfung im Bereich der Organisierten Kriminalität gesprochen wird. Entscheidend ist nun, dass daraus keine Sommerloch-Debatte ohne Folgen wird. Wer erhebliche Vermögenswerte besitzt, diese aber nicht plausibel aus legalen Einkünften erklären kann und zugleich in einem kriminalitätsbelasteten Kontext steht, darf nicht länger von Beweisschwierigkeiten profitieren.

"Wir reden nicht über eine pauschale Umkehr rechtsstaatlicher Grundsätze, sondern über Fälle, in denen Vermögen, Lebensstil und legale Einkünfte erkennbar nicht zusammenpassen. Wer sein Vermögen legal erworben hat, kann das erklären. Wer es nicht kann, darf den Rechtsstaat nicht austricksen", so Christian-Tobias Gerlach, stellvertretender Landesvorsitzender der DPolG Niedersachsen.

Zugleich muss die Vermögensabschöpfung in Niedersachsen personell und organisatorisch deutlich gestärkt werden. Dafür braucht es mehr spezialisierte Vermögensermittlerinnen und Vermögensermittler in der Polizei sowie eine stärkere Einbindung qualifizierten Tarifpersonals - etwa mit Erfahrung aus Finanzverwaltung, Steuerrecht, Buchhaltung, Bankwesen oder Controlling. Moderne Kriminalitätsbekämpfung braucht neben polizeilicher Erfahrung auch wirtschaftliche und analytische Kompetenz.

Die DPolG Niedersachsen fordert zudem, dass abgeschöpfte Gelder nicht vollständig im allgemeinen Landeshaushalt verschwinden. Mindestens 50 Prozent der erfolgreich abgeschöpften Vermögenswerte sollten zweckgebunden in Polizei, Justiz und Sicherheitsbehörden zurückfließen. Wer kriminelle Gewinne abschöpft, muss daraus auch die Strukturen stärken können, die solche Verfahren künftig noch erfolgreicher machen.

"Der Fall Göttingen zeigt, dass es nicht reicht, Clankriminalität nur zu beschreiben. Wer die Ablehnung staatlicher Autorität, Gewaltbereitschaft und zunehmende Bewaffnung ernst nimmt, muss den Ermittlungsbehörden auch die rechtlichen und personellen Mittel geben, um kriminelle Strukturen nachhaltig zu zerschlagen", betont Seegers.

Die DPolG Niedersachsen erwartet, dass Bund und Länder die Debatte über eine rechtssichere Beweislastumkehr, eine stärkere Vermögensabschöpfung und mehr Personal in der wirtschaftlichen Ermittlungsarbeit jetzt entschlossen vorantreiben. Sicherheitspolitik darf nicht erst dann stattfinden, wenn der nächste Einzelfall die Schlagzeilen bestimmt.

Rückfragen bitte an:

DPolG Niedersachsen Patrick Seegers Telefon: 0162-2093935 E-Mail: kontakt@dpolg.org https://www.dpolg.org/

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/162835/6303210 OTS: DPolG Niedersachsen


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - DPolG Niedersachsen
Für den Inhalt übernehmen wir keine Verantwortung