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Stuttgart (ots) - Jahrtausende alte Münzen, Handwerkskunst oder historische
Waffen: In Baden-Württemberg werden immer wieder archäologische Schätze
geplündert - Tendenz steigend. Mit Metallsonden und Spaten ausgestattet, suchen
Täterinnen und Täter historisch bedeutsame Fundorte und Ausgrabungsstätten auf,
um dort nach wertvollen Kulturgütern zu graben und sie dann auf dem Schwarzmarkt
zu verkaufen.
Illegale Sondengänge und Raubgrabungen sind nicht nur eine Straftat, sondern
auch eine Katastrophe für das kulturelle Gedächtnis des Landes: "Bei
Raubgrabungen zählen wissenschaftliche Standards nicht, entscheidende
Informationen über den Fundort, die Lage und Umgebung gehen verloren", erklärt
Dr. Matthias Ohm vom Landesmuseum Württemberg (LMW). Gerade dieser Fundkontext
macht den wissenschaftlichen und historischen Wert archäologischer Objekte aber
aus. Ist er einmal zerstört, lassen sich viele Fragen zur Vergangenheit nie mehr
beantworten und der Erkenntnisgewinn ist für immer verloren.
"Kulturgüter sind mehr als historische Objekte. Sie sind Ausdruck unserer
kulturellen Entwicklung und kollektiven Erinnerung", ergänzt
Kriminalhauptkommissar Stefan Holz, Ermittler aus dem Bereich Kunst- und
Kulturgutkriminalität des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg.
Das LKA und das LMW setzen sich seit vielen Jahren zusammen für den Schutz von
Kulturgütern ein. Beim Kulturkaffee "LKA und LMW - gemeinsam für den Schutz von
Kulturgütern" geben beide Institutionen am Donnerstag, 11. Juni, um 15.30 Uhr
Einblicke in ihre Arbeit und stellen exemplarisch Fälle vor. Interessierte sind
herzlich eingeladen.
Bewusstsein für kulturelles Erbe stärken "Grundsätzlich gilt: Ohne behördliche
Genehmigung darf niemand eigenständig Grabungen durchführen und archäologische
Funde müssen den Denkmalbehörden gemeldet werden. Wer Funde unterschlägt oder
verkauft, handelt illegal", erklärt Holz. Fast täglich erreichen das LKA
Hinweise auf unerlaubte Grabungen. Hinter vielen Fällen stehen oft organisierte
Netzwerke, die Grabbeigaben aus der Bronzezeit, Keramiken und Objekte aus der
Keltenzeit oder Münzschätze gezielt ausgraben und weiterverkaufen.
"Ziel ist es, die Kulturgüter auf Grundlage des Kulturgutschutzgesetzes wieder
in Landesbesitz zurückzuführen", sagt er. Dabei unterstützen Experten und
Expertinnen des Landesmuseums: Sie bestimmen und bewerten die sichergestellten
Objekte: Wo wurden sie hergestellt? Aus welcher Zeit stammen sie? Handelt es
sich um seltene Stücke? Beiden Institutionen ist es wichtig, bei der Bevölkerung
das Bewusstsein für das kulturelle Erbe Württembergs zu stärken. Denn nur wer
den Wert archäologischer Funde kennt, kann dazu beitragen, Kulturgutkriminalität
einzudämmen und das kulturelle Erbe für kommende Generationen zu bewahren.
Veranstaltungstitel: Kulturkaffee "LKA und LMW: gemeinsam für den Schutz von
Kulturgütern" Link: https://t1p.de/yy3fd Ort: Altes Schloss, Schillerplatz 6,
70173 Stuttgart Zeit: 15.30 bis 16 Uhr Tickets gibt es auf der Website des
Landesmuseums. Link: https://t1p.de/2mv2d
Pressebilder unter:
www.landesmuseum-stuttgart.de/presse-1 Passwort: meisterwerke
Rückfragen bitte an:
Landesmuseum Württemberg
Anke Bauer
Pressereferentin
Abteilung "Kommunikation und Kulturvermittlung"
Telefon: 0711 89 535 150
E-Mail: presse@landesmuseum-stuttgart.de
Landeskriminalamt Baden-Württemberg
Pressestelle
Kriminaloberrätin Lisa Schröder
Telefon: 0711 5401-2044
E-Mail: pressestelle-lka@polizei.bwl.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/110980/6289709
OTS: Landeskriminalamt Baden-Württemberg
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