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WIESBADEN (ots) -
- Kraftstoffe um 20,0 % teurer als im Vorjahresmonat, darunter Dieselkraftstoff
+29,7 % und Superbenzin +17,3 %
- Preise fürs Autofahren seit 2020 deutlich gestiegen, kombinierte Tickets für
Bus und Bahn durch Deutschlandticket mittelfristig günstiger
- Haushalte geben 11,9 % ihrer Lebenshaltungskosten für Verkehr aus
Autofahren ist zuletzt im Schnitt deutlich teurer geworden, was vor allem auf
die gestiegenen Kraftstoffpreise zurückzuführen ist. Die Preise für Waren und
Dienstleistungen rund ums Autofahren, zusammengefasst im Kraftfahrer-Preisindex,
lagen im März 2026 um 6,7 % höher als im Vorjahresmonat. Der Anstieg binnen
Jahresfrist fiel somit überdurchschnittlich groß aus: Die Verbraucherpreise
insgesamt nahmen im gleichen Zeitraum um 2,7 % zu.
Preise für Diesel und Benzin deutlich höher als ein Jahr zuvor
An der Zapfsäule spürten Verbraucherinnen und Verbraucher die Auswirkungen des
Kriegs im Nahen Osten deutlich: Kraftstoffe verteuerten sich im März 2026 um
20,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat, darunter Dieselkraftstoff um 29,7 %,
Superbenzin um 17,3 % und Autogas um 1,1 %. Die Preise für Reparatur,
Inspektion, Parkgebühr und Ähnliches (+4,1 %), Gebrauchtwagen (+2,9 %) sowie
Fahrschule und Führerscheingebühr (+2,8 %) zogen ebenfalls gegenüber dem
Vorjahresmonat an. Neuwagen einschließlich Wohnmobile (+2,4 %),
Kraftfahrzeugversicherung (+1,4 %) und Miete für Garage und Stellplatz (+1,4 %)
verteuerten sich unterdurchschnittlich. Günstiger als ein Jahr zuvor waren
Ersatzteile, Zubehör und Pflegemittel (-1,3 %).
Preise für ÖPNV-Tickets binnen Jahresfrist überdurchschnittlich gestiegen
Die Fahrkartenpreise für öffentliche Verkehrsmittel sind im März 2026 gegenüber
dem Vorjahresmonat gestiegen: Für kombinierte Tickets für Bus und Bahn mussten
Verbraucherinnen und Verbraucher 6,2 % mehr bezahlen, hier wirkt sich vor allem
die Preiserhöhung beim Deutschlandticket im Januar 2026 aus. Eine Bahnfahrt im
Nahverkehr verteuerte sich binnen Jahresfrist um 5,3 %, eine Bahnfahrt im
Fernverkehr um 1,4 %.
Mittelfristiger Vergleich: Preise rund ums Auto 2025 gegenüber 2020 deutlich
gestiegen
Im mittelfristigen Vergleich zeigen sich bei der Mobilität mit Auto, Bus und
Bahn unterschiedliche Preisentwicklungen: Die Preise für Waren und
Dienstleistungen rund ums Auto, die der Kraftfahrer-Preisindex zusammenfasst,
lagen im Jahr 2025 um 31,2 % höher als im Jahr 2020. Der Preisanstieg fiel somit
überdurchschnittlich groß aus: Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben
Zeitraum um 21,9 %. Einzelne Bestandteile des Kraftfahrer-Preisindex wurden
deutlich teurer, wie Kraftfahrzeugversicherungen (+63,0 %), Gebrauchtwagen
(+45,3 %), Fahrschule und Führerscheingebühr (+42,7 %). Auch Kraftstoffe
verteuerten sich deutlich (+37,5 %), darunter Autogas um 76,2 %,
Dieselkraftstoff um 44,2 % und Superbenzin um 34,9 %. Die Preise für Reparatur,
Inspektion, Parkgebühr und Ähnliches (+34,5 %), Ersatzteile, Zubehör und
Pflegemittel (+24,2 %) sowie Neuwagen einschließlich Wohnmobile (+23,9 %)
stiegen binnen fünf Jahren ebenfalls überdurchschnittlich. Mieten für Garage und
Stellplatz (+7,2 %) und die Kraftfahrzeugsteuer (+2,3 %) nahmen dagegen
vergleichsweise gering zu.
Deutschlandticket sorgt mittelfristig für gesunkene Preise bei ÖPNV-Kombitickets
Ein differenziertes Bild zeigt sich im Bus- und Bahnverkehr: Die Preise für
Bahnfahrten im Nahverkehr erhöhten sich zwischen 2020 und 2025 um 20,1 %. Die
Preise für Bahnfahrten im Fernverkehr lagen 2025 etwa auf dem Niveau von 2020
(+0,5 %). Dagegen sanken die Preise für kombinierte Tickets für Bahn, Bus und
Ähnliches (-18,0 %) - insbesondere durch die Einführung des Deutschlandtickets
im Mai 2023.
Haushalte geben 11,9 % ihrer Konsumausgaben für Mobilität aus
Mehr als ein Zehntel ihrer monatlichen Konsumausgaben wenden Haushalte für ihre
Mobilität auf: 2023 gaben Haushalte im Schnitt 361 Euro pro Monat für Verkehr
aus, das waren 11,9 % ihrer gesamten Konsumausgaben und nach Wohnen und
Nahrungsmitteln der drittgrößte Ausgabenblock. Gegenüber 2018 sind die
monatlichen Mobilitätsausgaben um 4,7 % gesunken - damals waren es mit 379 Euro
14,0 % aller monatlichen Konsumausgaben. Unter die Ausgaben für Verkehr fallen
unter anderem die Ausgaben für Kauf, Leasing, Wartung und Reparatur von
Fahrzeugen sowie für Kraftstoffe und Fahrkarten. Den größten Teil der Ausgaben
für Verkehr machten 2023 die Anschaffungskosten einschließlich Leasingausgaben
für Pkw (104 Euro) sowie die Ausgaben für Kraftstoffe und Schmierstoffe (100
Euro) aus. Die durchschnittlichen Ausgaben für Personenbeförderungsleistungen
lagen bei 47 Euro, darunter 31 Euro für Bus, Bahn oder Taxi.
Methodische Hinweise:
Die Konsumausgaben privater Haushalte für Mobilität stammen aus der alle fünf
Jahre stattfindenden Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023, der
größten freiwilligen Haushaltserhebung der amtlichen Statistik. Die EVS 2023 hat
eine umfangreiche Neukonzeption erfahren. Die Neuerungen sind mit
Einschränkungen bei der Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit den Vorjahren
verbunden. Ausführliche Informationen hierzu bietet eine Sonderseite im
Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Weitere Informationen:
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung
aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte in Deutschland für
Konsumzwecke kaufen. Detaillierte Ergebnisse sind über die Tabellen
Verbraucherpreisindex (61111-0004) und (61111-0006) in der Datenbank
GENESIS-Online abrufbar. Hier sind auch jeweils der Kraftfahrer-Preisindex und
weitere Sonderpositionen zu finden.
Weitere Ergebnisse der EVS sind im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes
auf den Themenseiten "Konsumausgaben und Lebenshaltungskosten" sowie
"Ausstattung mit Gebrauchsgütern" und in GENESIS-Online (Tabellen 63221)
verfügbar. Auf den Themenseiten sind unter anderem ein Statistischer Bericht
sowie der Qualitätsbericht verfügbar.
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