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WIESBADEN (ots) -
- Weiterhin überdurchschnittlicher Ausgaben-Anstieg im langfristigen Vergleich
seit 1991, aber schwächer als in den beiden Vorjahren
- Deutlich mehr Ausgaben für Renten und Pensionen sowie für Arbeitslosengeld I
und Berufsförderung, leichter Rückgang beim Bürgergeld
Der Staat hat im Jahr 2025 mehr für Geldleistungen zur Absicherung sozialer
Risiken ausgegeben als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis)
mitteilt, stiegen die monetären Sozialleistungen des Staates 2025 gegenüber 2024
um 5,9 % oder 41,7 Milliarden Euro auf 751,2 Milliarden Euro. Damit war der
Anstieg im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt seit 1991 (+3,4 %) weiter
überdurchschnittlich. Er fiel aber geringer aus als in den beiden Jahren zuvor
(2024: +7,4 %; 2023: +6,9 %). Bei den Angaben handelt es sich um die monetären
Sozialleistungen des Staates in jeweiligen Preisen in der Abgrenzung der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Da die Verbraucherpreise im Jahr 2025
deutlich schwächer stiegen (+2,2 %), ergibt sich auch real (preisbereinigt) ein
Anstieg der monetären Sozialleistungen.
Die Ausgaben des Staates insgesamt wuchsen im Jahr 2025 mit +5,7 % nur
geringfügig schwächer als die monetären Sozialleistungen, sodass deren Anteil an
den staatlichen Gesamtausgaben auf Vorjahresniveau bei 33,2 % verharrte.
Mehr Ausgaben aufgrund der Eintrübung am Arbeitsmarkt und bei der
Alterssicherung
Bei den monetären Sozialleistungen in der Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnungen handelt es sich um Geldleistungen des Staates, die dazu dienen,
soziale Risiken abzusichern. Im Jahr 2025 entwickelten sich die einzelnen
monetären Sozialleistungen unterschiedlich: So stiegen die Geldleistungen der
Deutschen Rentenversicherung (+5,9 % oder +23,2 Milliarden Euro auf 417,9
Milliarden Euro) sowie die öffentlichen Pensionen (+5,1 % oder +4,6 Milliarden
Euro auf 95,0 Milliarden Euro) spürbar an. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit
sorgte für hohe Zuwächse beim Arbeitslosengeld I (+19,1 % oder +4,5 Milliarden
Euro auf 28,2 Milliarden Euro) und bei den staatlichen Zuschüssen für die
Berufsförderung (+19,4 % oder +1,2 Milliarden Euro auf 7,2 Milliarden Euro).
Erheblich mehr als im Vorjahr wurde auch für Wohngeld ausgegeben (+26,7 % oder
+1,1 Milliarden Euro auf 5,0 Milliarden Euro). Beim Krankengeld war ein Plus von
5,0 % (+1,1 Milliarden Euro auf 22,3 Milliarden Euro) zu verzeichnen, beim
Pflegegeld eine Zunahme um 13,1 % (+3,7 Milliarden Euro auf 31,9 Milliarden
Euro) und bei der Sozialhilfe ein Anstieg um 7,8 % (+3,2 Milliarden Euro auf
44,4 Milliarden Euro). Dagegen war das Bürgergeld (ab Juli 2026:
Grundsicherungsgeld) leicht rückläufig (-1,5 % oder -0,4 Milliarden Euro auf
29,4 Milliarden Euro).
Die Entwicklung der Sozialleistungen hängt nicht nur von deren gesetzlicher
Ausweitung oder Kürzung ab, sondern auch von vielen anderen Faktoren: etwa von
der Situation am Arbeitsmarkt, der Erwerbsbeteiligung, der Höhe der
Inflationsrate oder der demografischen Entwicklung der Bevölkerung
einschließlich Zu- und Abwanderung.
Methodische Hinweise:
Bei den Ergebnissen handelt es sich um Daten in der Abgrenzung des Europäischen
Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) 2010. Methodisch bedingt
können die Angaben von Ergebnissen der Finanz- und Sozialstatistiken abweichen.
Dies liegt an unterschiedlichen Buchungszeitpunkten und unterschiedlichen
Abgrenzungen.
Unter monetäre Sozialleistungen in Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnungen fallen Geldleistungen des Staates, um soziale Risiken
abzusichern. Im ESVG sind folgende Risiken und Bedürfnisse aufgezählt, die
Anlass für Sozialleistungen sein können: a) Krankheit, b) Invalidität,
Gebrechen, c) Arbeitsunfall, Berufskrankheit, d) Alter, e) Hinterbliebene, f)
Mutterschaft, g) Familie, h) Beschäftigungsförderung, i) Arbeitslosigkeit, j)
Wohnung, k) Ausbildung sowie l) allgemeine Bedürftigkeit.
Dementsprechend setzen sich die monetären Sozialleistungen aus einer Vielzahl
unterschiedlicher Geldleistungen zusammen, die der Staat als Sozialleistung
zahlt, wie Geldleistungen der Rentenversicherungen, öffentliche Pensionen,
Krankengeld, Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld I und Grundsicherung, Sozial-
und Jugendhilfe, Kindergeld, Elterngeld, Pflegegeld, Ausbildungsbeihilfen und
Wohngeld.
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OTS: Statistisches Bundesamt
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