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WIESBADEN (ots) - Importpreise, Juni 2026
+6,1 % zum Vorjahresmonat
-0,7 % zum Vormonat
Exportpreise, Juni 2026
+3,5 % zum Vorjahresmonat
+0,1 % zum Vormonat
Die Importpreise waren im Juni 2026 um 6,1 % höher als im Juni 2025. Im Mai 2026
hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +6,8 % gelegen, im
April 2026 bei +5,3 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter
mitteilt, fielen die Einfuhrpreise im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 um 0,7 %.
Die Exportpreise waren im Juni 2026 um 3,5 % höher als im Juni 2025. Dies war
der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2023 (+6,6 %
gegenüber Februar 2022). Im Mai 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem
Vorjahresmonat bei +3,4 % gelegen, im April 2026 bei +2,9 %. Gegenüber Mai 2026
stiegen die Ausfuhrpreise im Juni 2026 geringfügig um 0,1 %.
Importierte Vorleistungsgüter und Energie im Zuge des Iran-Kriegs stark
verteuert
Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise hatte im Juni
2026 gegenüber Juni 2025 erneut der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter mit
+10,3 % (-0,1 % gegenüber Mai 2026) und für Energie mit +23,9 % (-6,6 %
gegenüber Mai 2026).
Bei den Vorleistungsgütern waren insbesondere Nicht-Eisen-Metalle und deren
Halbzeug mit +27,5 % deutlich teurer als im Vorjahresmonat, darunter Edelmetalle
und deren Halbzeug mit +34,5 % und Kupfer und Halbzeug daraus mit +30,3 %. Auch
die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen deutlich
über denen von Juni 2025 (+28,3 %), ebenso die Preise für Kunststoffe in
Primärformen (+23,8 %).
Besonders stark wirkte sich der Krieg im Nahen Osten weiterhin auf die
Energiepreise im Vorjahresvergleich aus. Im Vergleich zu Juni 2025 stiegen die
Importpreise für elektrischen Strom (+70,8 %), Mineralölerzeugnisse (+36,0 %),
Erdöl (+32,1 %), Steinkohle (+12,1 %) und Erdgas (+8,3 %) deutlich. Im Vergleich
zum Vormonat Mai 2026 wurde insbesondere elektrischer Strom (+12,7 %) teurer.
Nur moderat stiegen im Vormonatsvergleich die Preise für Steinkohle (+1,3 %) und
Erdgas (+0,5 %).
Dagegen sanken gegenüber Mai 2026 die Preise für Erdöl (-12,6 %) und
Mineralölerzeugnisse (-9,9 %). Während die Preise für importierten
Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin mit -18,1 %, für schweres Heizöl mit -13,8 %
sowie für Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl mit -12,6 % gegenüber dem
Vormonat sanken und auch Motorenbenzin um -7,4 % billiger wurde, verteuerten
sich im Vergleich zu Mai 2026 insbesondere Schmier- und andere Öle um 16,5 %.
Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im Juni 2026
gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,3 % (+0,1 % gegenüber Mai 2026). Lässt man nur
Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 4,7 %
über dem Stand von Juni 2025 (+0,2 % gegenüber Mai 2026).
Auch importierte Investitionsgüter waren im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich
teurer, und zwar um 2,9 % gegenüber Juni 2025 und um 0,5 % gegenüber Mai 2026.
Importierte landwirtschaftliche Güter und Konsumgüter günstiger als im Vorjahr
Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Juni 2026 im Durchschnitt 6,5 %
billiger als im Vorjahresmonat (-2,0 % gegenüber Mai 2026). Die Preise für
Rohkakao lagen 42,4 % unter denen von Juni 2025, stiegen jedoch im
Vormonatsvergleich gegenüber Mai 2026 um 8,1 %. Auch lebende Schweine waren mit
-32,1 % günstiger als im Juni 2025. Im Vormonatsvergleich waren sie mit -9,2 %
ebenfalls deutlich billiger. Auch Rohkaffeeimporte kosteten 7,2 % weniger als
vor einem Jahr, aber 2,5 % mehr als im Vormonat. Für importiertes Getreide wurde
im Juni 2026 weniger bezahlt als im Juni 2025 (-4,4 %), gegenüber Mai 2026 wurde
es aber 0,5 % teurer.
Importierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter) waren im Juni 2026 um 0,8 %
preiswerter als im Vorjahr (+0,2 % gegenüber Mai 2026). Während die Preise für
Gebrauchsgüter 0,7 % über denen von Juni 2025 lagen (+0,2 % gegenüber Mai 2026),
waren Verbrauchsgüter im Vorjahresvergleich 1,2 % billiger (+0,1 % gegenüber Mai
2026). Für Nahrungsmittel allgemein musste 6,4 % weniger bezahlt werden als im
Juni 2025 (-0,5 % gegenüber Mai 2026). Preisrückgänge gab es unter anderem bei
Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (-48,6 %), Schweinefleisch (-23,8 %) sowie
Frucht- und Gemüsesäften (-26,3 %). Teurer als im Juni 2025 waren unter anderem
geschälte Haselnüsse (+21,3 %).
Auswirkungen des Iran-Kriegs auch bei Exportpreisen deutlich spürbar: Hohe
Preisanstiege für exportierte Vorleistungsgüter und Energie
Bei den Exportpreisen hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter
aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtindex den größten Einfluss auf die
Vorjahresveränderungsrate. Die Vorleistungsgüterpreise lagen im Durchschnitt 6,0
% über denen von Juni 2025 und 0,3 % über denen von Mai 2026. Bei
Investitionsgütern lag das Preisniveau 1,9 % über dem von Juni 2025 (+0,3 %
gegenüber Mai 2026). Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 % der
ausgeführten Waren ab.
Auch bei den Ausfuhrpreisen waren weiterhin die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu
spüren: Die Preise für Energieexporte lagen um 26,7 % über denen von Juni 2025,
aber um 3,7 % unter denen von Mai 2026. Vor allem die Preise für
Mineralölerzeugnisse stiegen deutlich um 32,1 % gegenüber Juni 2025, sanken aber
um 9,7 % gegenüber Mai 2026. Darunter waren Exporte von Flugturbinentreibstoff
aus Kerosin um 46,1 % teurer als im Vorjahr, im Vergleich zum Vormonat wurden
sie jedoch preiswerter (-19,6 %). Auch Erdgas war gegenüber Juni 2025 teurer
(+12,7 %). Gegenüber Mai 2026 stiegen die Preise um 0,3 %.
Exportierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter, Exportanteil zusammen rund 21
%) waren 0,3 % teurer als im Juni 2025. Während die Preise für Gebrauchsgüter
1,9 % über denen von Juni 2025 lagen (+0,2 % gegenüber Mai 2026), waren die
Preise für Verbrauchsgüter 0,1 % niedriger als im Vorjahresmonat (+0,4 %
gegenüber Mai 2026).
Bei den Verbrauchsgütern sanken insbesondere die Preise für Nahrungsmittel (-5,9
% gegenüber Juni 2025 und -0,3 % gegenüber Mai 2026). Hier waren unter anderem
die Preise für Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver mit
-29,2 % deutlich niedriger als im Juni 2025 (-5,6 % gegenüber Mai 2026).
Schweinefleisch wurde zu 25,2 % niedrigeren Preisen als im Juni 2025 exportiert
(-4,6 % gegenüber Mai 2026). Auch Milch und Milcherzeugnisse waren mit -9,8 % im
Durchschnitt billiger als vor einem Jahr (+1,5 % gegenüber Mai 2026), darunter
besonders Butter und andere Fettstoffe aus Milch mit -45,2 % gegenüber Juni 2025
(-1,7 % gegenüber Mai 2026).
Landwirtschaftliche Güter wurden 6,2 % preiswerter exportiert als im
Vorjahresmonat. Gegenüber Mai 2026 fielen die Preise hier um 1,4 %.
Berechnung der Außenhandelspreisindizes ohne Steuern und Zölle
Berechnungsgrundlage für die Indizes der Außenhandelspreise sind ausschließlich
die in Verträgen vereinbarten Preise, zu denen inländische Unternehmen Waren aus
dem Ausland einkaufen beziehungsweise ins Ausland verkaufen. Steuern und Zölle
fließen demnach nicht in die Berechnung der Indizes ein.
Methodische Hinweise:
Das aktuelle Basisjahr der Indizes der Außenhandelspreise ist 2021. Warenkorb
und Gewichtung der Indizes beziehen sich auf dieses Basisjahr.
Weitere Informationen:
Aktuellen Ergebnisse sind auch in den Tabellen und Statistischen Berichten auf
der Themenseite "Ein- und Ausfuhrpreisindex" im Internetangebot des
Statistischen Bundesamtes enthalten. Lange Zeitreihen können unter anderem über
die Tabellen Einfuhrpreise (61411-0002 und 61411-0006) und Ausfuhrpreise
(61421-0002 und 61421-0006) in der Datenbank GENESIS-Online bezogen werden.
Die Importpreisindizes sind auch im "Dashboard-Konjunktur"
(www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das
Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und
weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt,
Bauen und Energie.
Daten zum Krieg im Nahen Osten und den Folgen bietet die Sonderseite
www.destatis.de/nahost. Sie enthält unter anderem Informationen zur
Energieversorgung und Entwicklung der Energiepreise, zum Flug- und Seeverkehr
sowie zum Außenhandel mit der Region.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Außenhandelspreise
Telefon: +49 611 75 2302
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/6323206
OTS: Statistisches Bundesamt
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