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NDR trauert um Dieter Glawischnig (FOTO) |
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| 14.10.2026 19:05 Uhr |
NDR Norddeutscher Rundfunk |
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Hamburg (ots) - Dieter Glawischnig ist tot. Der langjährige Chefdirigent der NDR
Bigband verstarb am 1. Oktober im Alter von 88 Jahren. Mehr als ein
Vierteljahrhundert prägte er die Musikerinnen und Musiker der NDR Bigband und
führte das Ensemble gemeinsam mit NDR Redakteur Wolfgang Kunert in die
Jazz-Moderne. Mit seiner diplomatischen Beharrlichkeit, seiner musikalischen
Vielseitigkeit und seinem unverwechselbaren Humor erreichte Glawischnig
Generationen von Studierenden und begeisterte Publikum und Künstlerinnen und
Künstler gleichermaßen.
NDR Intendant Hendrik Lünenborg : "Mit seiner charismatischen Persönlichkeit und
seiner musikalischen Offenheit hat Dieter Glawischnig die NDR Bigband nachhaltig
geprägt. Er verband höchste künstlerische Ansprüche mit einer großen
Menschlichkeit und einem feinen Sinn für Humor. Unter seiner Leitung wurde die
NDR Bigband zu einem der führenden Jazz-Ensembles Europas. Die Musikwelt und wir
als NDR verlieren einen außergewöhnlichen Musiker, Lehrer und Wegbereiter,
dessen wacher Geist und dessen Haltung uns fehlen werden. Sein Vermächtnis
werden wir in Ehren halten."
Dieter Glawischnig wurde am 7. März 1938 in Graz geboren. Er studierte
Philosophie, Musikwissenschaft und Kunstgeschichte und erlangte Diplome als
Pianist und Dirigent. 1965 gründete er in Graz das erste Jazz-Institut Europas
mit und leitete dessen Jazzabteilung. 1970 ging er für ein Freisemester an die
"Berklee School of Music" nach Boston, wo er den Arrangier-Kurs von Herb Pomeroy
besuchte, den er später als seinen "einzigen Lehrmeister" bezeichnete.
1973 lud NDR Redakteur Wolfgang Kunert Glawischnig erstmals nach Hamburg ein.
1980 übernahm er den Posten als Chefdirigent der NDR Bigband. Gemeinsam mit
Kunert öffnete er das Repertoire, besetzte freiwerdende Stellen mit
herausragenden Solisten und führte das Ensemble in die Jazz-Moderne. Unter
seiner Leitung arbeitete die NDR Bigband mit Größen wie Joe Pass, Chet Baker, Al
Jarreau, McCoy Tyner und Abdullah Ibrahim und feierte internationale Erfolge in
Peking, Shanghai, Mexiko-Stadt, Chicago und New York.
Parallel zu seiner Arbeit im NDR baute Glawischnig ab 1982 an der Hamburger
Hochschule für Musik und Theater den Fachbereich Jazz auf. Sein
"Zwei-Säulen-Modell" verband Jazz mit klassischer Ästhetik und ermöglichte auch
Klassikstudierenden, Improvisation zu erlernen. Viele seiner Schülerinnen und
Schüler wurden prägende Stimmen der deutschen Jazzszene.
Als Pianist und Komponist verband Glawischnig in seinen Formationen "Neighbours"
und "Cercle" Struktur mit Freiheit. Eine besondere Bedeutung hatten für ihn auch
die Verbindungen von Jazz und Literatur. Für die NDR Bigband vertonte er unter
anderem Texte von Ernst Jandl. Seine Komposition "Als die Synagogen brannten"
erinnerte an die Novemberprogrome 1938. Für Glawischnig sollte Musik
gesellschaftliche Bedeutung haben und zum Nachdenken anregen.
2003 wurde Dieter Glawischnig emeritiert, 2008 nahm er Abschied von der NDR
Bigband. Er zog mit seiner Frau Tamara zurück nach Graz und machte weiter das,
was er immer tat - nur mit mehr Zeit: spielen und lesen. Er wird fehlen - als
Musiker, Lehrer und Mensch.
Siehe dazu auch:
https://ots.de/SmMoY7
Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
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Mail: mailto:presse@ndr.de
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Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - NDR Norddeutscher Rundfunk
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