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Bonn/Berlin (ots) - Drei Jahre nach Beginn des Krieges hat sich die Lage im
Sudan zur größten humanitären Krise weltweit entwickelt. Fast zwei Drittel der
Bevölkerung sind auf Hilfe angewiesen, mehr als 11,6 Millionen Menschen sind auf
der Flucht, und über 19 Millionen leiden unter akutem Hunger. Gleichzeitig
bleibt die internationale Finanzierung weit hinter dem Bedarf zurück: Laut
Vereinten Nationen sind für das Jahr 2026 bislang nur rund 16 Prozent der
benötigten Mittel gedeckt.
Die Arbeit im Land ist für humanitäre Organisationen mit hohen Risiken
verbunden. Frontlinien verschieben sich ständig, die Sicherheitslage ist kaum
vorhersehbar. "Der Sudan ist eines der gefährlichsten Einsatzländer für
humanitäre Hilfe. Unsere Teams arbeiten unter permanenter Unsicherheit: Jeder
Tag erfordert neue Entscheidungen darüber, wie Hilfe überhaupt möglich ist",
betont Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe. "Trotz dieser enormen
Herausforderungen leisten vor allem unsere sudanesischen Kolleginnen und
Kollegen lebenswichtige Hilfe unter extremen Bedingungen - oft selbst betroffen
von Gewalt, Flucht oder dem Verlust von Angehörigen."
Vor der internationalen Sudan-Konferenz am 15. April in Berlin fordert die
Welthungerhilfe konkrete Zusagen, um die katastrophale humanitäre Lage der
Menschen zu verbessern. "Humanitäre Hilfe muss unabhängig von einer Waffenruhe
gewährleistet werden", so Mathias Mogge. "Wir brauchen jetzt uneingeschränkten
Zugang für Hilfsorganisationen, den Schutz der Zivilbevölkerung und deutlich
mehr verlässliche und flexible Finanzierung. Sexualisierte Gewalt muss beendet
und Hunger darf nicht länger als Kriegswaffe eingesetzt werden. Die Konferenz
muss hier klare Ergebnisse liefern! Ich bin überzeugt, dass dies auch möglich
ist."
Unterbrochene Lieferketten und steigende Transportkosten in Folge des
Iran-Krieges verschlechtern die ohnehin schon katastrophale Versorgungslage der
Bevölkerung. "Unsere Teams im Sudan berichten von massiven Preissprüngen:
Treibstoff ist lokal um bis zu 80 Prozent teurer geworden, Grundnahrungsmittel
wie Weizen um rund 70 Prozent. Für viele Familien sind selbst einfachste
Grundnahrungsmittel unbezahlbar geworden", so Mogge. "Gleichzeitig steigen auch
unsere Kosten für Hilfslieferungen stark an, sodass wir deutlich weniger
Menschen erreichen können."
Die Welthungerhilfe ist seit 1998 im Sudan aktiv und zählt zu den wenigen
internationalen Organisationen, die trotz der schwierigen Sicherheitslage in
mehreren Landesteilen - darunter auch Nord-Darfur - tätig sind. Der Fokus liegt
auf Ernährungssicherung, Wasserversorgung, Nothilfe und Landwirtschaft. 2025 hat
die Organisation mit 19 Projekten in fünf Bundesstaaten über eine Million
Menschen erreicht. Angesichts wachsender Bedarfe und steigender Kosten warnt die
Welthungerhilfe davor, dass ohne zusätzliche Mittel Hilfsprogramme erheblich
eingeschränkt werden müssen.
Die Welthungerhilfe bittet dringend um Spenden unter dem Stichwort: Sudan
Für Interviews steht Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, zur
Verfügung.
Weitere Informationen auch unter http://www.welthungerhilfe.de/presse
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in
Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und
entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962
wurden 12.777 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,42
Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip
der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den
Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit
nationalen und internationalen Partnerorganisationen.
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