|
Hannover (ots) - Hannover (19. Juni 2026). Anlässlich des Weltflüchtlingstags am
20. Juni erinnert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) an 75 Jahre
Genfer Flüchtlingskonvention. Dieses Abkommen steht für eine der tiefsten
gemeinsamen Überzeugungen der Menschheit: dass menschliches Leid alle angeht und
deshalb Menschen nicht schutzlos bleiben dürfen, wenn ihr Leben bedroht ist. Das
1951 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete
internationale Abkommen wurde verbindliches Recht. Laut dem Flüchtlingshilfswerk
der Vereinten Nationen sind derzeit rund 118 Millionen Menschen weltweit auf der
Flucht.
Christian Stäblein, Bischof der Evangelischen Kirche
Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und EKD-Beauftragter für
Flüchtlingsfragen sagt: "Es gibt eine Erfahrung, die die Menschheit eint, durch
alle Kulturen, durch alle Zeiten hinweg: Wer in Gefahr gerät, sucht Schutz. Wer
verfolgt wird, flieht. Wer sein Kind in Sicherheit bringen will, tut alles
dafür."
Angesichts der massiven Fluchtbewegungen nach dem 2. Weltkrieg übernahmen vor 75
Jahren Menschen und Regierungen Verantwortung für die Schutzlosesten. Für
Bischof Stäblein bedeutet dieses Abkommen, dass auch nach dunkelsten Zeiten
Aufbruch möglich ist und unerwartet Gutes geschehen kann: "In der Bibel wird
beschrieben, wie Menschen von Hoffnung leben und überleben, weil sie trotz allem
auf das Wort Gottes vertrauen. 'Ich weiß, was ich für euch plane, spricht der
Herr: Pläne zum Heil und nicht zum Unheil, um euch eine Zukunft und eine
Hoffnung zu geben', heißt es bei dem Propheten Jeremia. Dieses Wort hat Menschen
durch Jahrhunderte getragen. Die Genfer Flüchtlingskonvention ist, wenn man so
will, ein Echo der Überzeugung, dass kein Mensch endgültig verloren gegeben
werden darf."
Angesichts des Leidens und Sterbens von Millionen Flüchtlingen weltweit, auch an
den europäischen Außengrenzen, erinnert Bischof Stäblein an die Aktualität der
Genfer Flüchtlingskonvention: "Heute stehen wir vor der Frage, ob wir die Zusage
dieses Abkommens wirklich einhalten und rechtskonform handeln. Aber
Flüchtlingsschutz ist niemals ein Sonderthema oder eine zusätzliche Aufgabe für
demokratische Staaten. Vielmehr rührt er an Kernfragen unserer Gesellschaft: Wie
gehen wir miteinander um? Was sind wir uns als Mitmenschen schuldig? Genau
deshalb können wir aus den historischen Erfahrungen lernen und aktuelle
weltweite komplexe Aufgaben gemeinsam angehen - nicht mit Angst, sondern mit
Zuversicht."
Die EKD unterstützt gemeinsam mit über 280 Organisationen und Verbänden -
darunter der Diakonie Deutschland, Brot für die Welt, Amnesty International,
Reporter Ohne Grenzen sowie Pro Asyl -, das Memorandum "Es geht auch anders!
Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt" mit einer Zukunftsvision für einen
starken Flüchtlingsschutz. Weitere Informationen unter
http://www.fluechtlingsschutz.de .
Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 - 2796 - 269
E-Mail: presse@ekd.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/55310/6297519
OTS: EKD - Evangelische Kirche in Deutschland
|