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Berlin (ots) - Mit der Auftaktsitzung der Koordinierungsgruppe AMTS startet die
inhaltliche Umsetzung des Aktionsplans zur Verbesserung der
Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Deutschland, den das Bundeskabinett am
1. April 2026 beschlossen hat. Der Aktionsplan AMTS 2026 - 2029 des
Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) setzt einen besonderen Schwerpunkt auf
die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens sowie die damit verbundenen
Chancen für mehr Sicherheit im Medikationsprozess.
Im Mittelpunkt der Auftaktsitzung steht die Frage, wie digitale Anwendungen,
beispielsweise das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte mit
Medikationsplan, Abläufe im Medikationsprozess verändern. Die
Koordinierungsgruppe analysiert, welche Optimierungsmöglichkeiten sich für eine
verbesserte AMTS ableiten lassen. "Die Digitalisierung eröffnet uns die Chance,
Informationen besser zu vernetzen, dadurch Risiken früher zu erkennen und im
Zusammenwirken aller beteiligten Professionen die Arzneimitteltherapiesicherheit
zu stärken", erklärt Prof. Dr. Petra Thürmann, Vorsitzende der
Koordinierungsgruppe AMTS.
"Innovative Arzneimittel und Therapien bieten immer bessere und zielgerichtetere
Behandlungsoptionen. Die gleichzeitige Einnahme von mehreren Arzneimitteln birgt
jedoch die Gefahr von unerwünschten Neben- und Wechselwirkungen, die in vielen
Fällen vermeidbar wären. Schätzungsweise 250.000 Krankenhauseinweisungen
resultieren jährlich aus Medikationsfehlern. Das wollen wir durch ein stärkeres
Bewusstsein für die Risiken und einen besseren Überblick über die bestehende
Medikation ändern - insbesondere durch die stärkere Nutzung digitaler
Möglichkeiten. Der Beginn der inhaltlichen Umsetzung des Aktionsplans zur
Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit ebnet den Weg zu einem
strukturierteren und sicheren Medikationsprozess", sagt
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.
Einen weiteren Schwerpunkt des Aktionsplans bildet die systematische Nutzung von
Gesundheitsdaten, darunter Routinedaten der Gesundheitsversorgung. Diese sollen
künftig verstärkt eingesetzt werden, um Veränderungen in der AMTS in Deutschland
kontinuierlich zu beobachten und zu bewerten. "So könnten wir insbesondere
Kinder, Schwangere, Frauen und hochbetagte Menschen deutlich stärker in den
Fokus der AMTS rücken - genau jene Patientengruppen, die besonders vulnerabel
sind und für die Forschungslücken bestehen", betont Thürmann.
"Der Aktionsplan AMTS und die Koordinierungsgruppe AMTS schaffen eine wichtige
Struktur für eine interprofessionelle Zusammenarbeit: hier werden die relevanten
Akteure zusammengebracht, Expertise gebündelt und konkrete Schritte zur
Verbesserung der Patientensicherheit ermöglicht", macht Dr. Nina Griese-Mammen
deutlich.
Die Koordinierungsgruppe AMTS wird vom wissenschaftlichen Sekretariat, welches
bei der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) angesiedelt ist,
unterstützt. Vorsitzende ist Prof. Dr. Petra Thürmann, Inhaberin des Lehrstuhls
für Klinische Pharmakologie der Universität Witten/Herdecke. Co-Vorsitzende ist
Dr. Nina Griese-Mammen, Bereichsleiterin Arzneimitteltherapiesicherheit und
pharmazeutische Dienstleistungen (ABDA - Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände). Der Koordinierungsgruppe gehören Vertreterinnen und
Vertreter aus BMG, Ärzteschaft, Apothekerschaft, Pflege, Krankenhäusern,
Patientenorganisationen sowie den medizinisch-wissenschaftlichen
Fachgesellschaften und der gesetzlichen Krankenversicherung an. Die
interprofessionelle Zusammensetzung unterstreicht den Stellenwert gemeinsamen
Handelns für eine sichere Arzneimitteltherapie.
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