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Berlin (ots) - Debatte über Arzneimittelpreise braucht mehr Sachlichkeit
Die Diskussion über angeblich explodierende Arzneimittelpreise braucht mehr
Sachlichkeit. Darauf weist Pharma Deutschland mit Blick auf den aktuellen
GKV-Arzneimittelindex des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hin, der
für den Gesamtmarkt bis April 2026 keine Preisexplosion, sondern leicht sinkende
Arzneimittelpreise ausweist.
Während Krankenkassen in der aktuellen politischen Debatte um das GKV-Spargesetz
immer neue Eingriffe in den Arzneimittelmarkt fordern und steigende Preise zum
zentralen Problem erklären, zeigen ihre eigenen Datengrundlagen ein deutlich
differenzierteres Bild. Selbst in dem Bereich patentgeschützter Arzneimittel,
der besonders häufig als Beleg für eine aus dem Ruder laufende Entwicklung
herangezogen wird, lässt sich aus dem Preisindex kein pauschales
Explosionsnarrativ ableiten.
"Die Krankenkassen müssen aufpassen, dass ihnen ihre widersprüchliche
Kommunikation nicht um die Ohren fliegt", sagt Dorothee Brakmann,
Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. "Mit ihrer Kommunikation
verspielen die Krankenkassen systematisch Vertrauen und beschädigen die
Grundlage für einen gesundheitspolitischen Diskurs mit allen Beteiligten. Wer
dem Alarmismus gegenüber den eigenen Analysen den Vorzug gibt, verunsichert die
eigenen Versicherten."
Hinzu kommt, dass in der Debatte regelmäßig mit Kosten einzelner neuer
Hochpreisarzneimittel argumentiert wird. Solche Beispiele sind rechnerisch
korrekt, sie taugen aber nicht dazu, die Preisentwicklung des gesamten Marktes
zu beschreiben, weil sie seltene Extremfälle stark übergewichten und dadurch ein
verzerrtes Bild erzeugen.
"Mit Einzelfällen und ungewichteten Werten lässt sich schnell ein Schreckensbild
zeichnen", so Brakmann. "Aber aus wenigen Fällen wird noch keine allgemeine
Preisexplosion."
Pharma Deutschland warnt deshalb davor, auf dieser Grundlage weitere Spargesetze
zu legitimieren. Wenn das GKV-Spargesetz den Zugang zu Therapien zusätzlich
erschwert, droht am Ende eine Behandlung nach Kassenlage statt nach
medizinischem Bedarf. Der Verband fordert eine faktenbasierte Debatte über
Arzneimittelpreise, Arzneimittelausgaben und demografische Entwicklung. Wer
tragfähige Entscheidungen treffen will, muss zwischen Preisentwicklung,
Ausgabenanstieg, Strukturveränderungen und gezielter Versorgung schwerkranker
Menschen unterscheiden - statt alles in ein populäres Explosionsnarrativ zu
pressen.
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Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
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