|
München (ots) - Deutschland muss den Schutz seiner Bevölkerung zur nationalen
Priorität machen. Angesichts zunehmender Naturkatastrophen, geopolitischer
Spannungen sowie hybrider Bedrohungen haben die evangelische
Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der katholische Malteser Hilfsdienst (MHD) bei
einem gemeinsamen Staatsempfang mit der Bayerischen Staatsregierung am 23. Juni
2026 in München mehr Vorsorge und eine stärkere Krisenresilienz der Gesellschaft
gefordert.
Die Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Leitgedanken "Krisenresilienz
stärken - Gesellschaft befähigen" und rückte die Frage in den Mittelpunkt, wie
Deutschland widerstandsfähiger gegenüber Krisen und Katastrophen werden kann.
Rund 120 Gäste aus Politik, Verwaltung, Kirche und Zivilgesellschaft nahmen an
dem Empfang teil.
Der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder würdigte die Rolle der beiden
christlichen Hilfsorganisationen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die
Sicherheit der Bevölkerung:
"Malteser und Johanniter stehen seit mehr als 900 Jahren für gelebte
Nächstenliebe. Auf sie ist immer Verlass. Der Malteser Hilfsdienst und die
Johanniter-Unfall-Hilfe sind unverzichtbare Säulen des Gemeinwesens und
wichtiger Teil der Sicherheitsarchitektur. Ob im Rettungs- und Fahrdienst, im
Katastrophen- und Zivilschutz, der Wohlfahrt oder der sozialen Arbeit: 103.000
Ehrenamtliche und 68.000 Beschäftigte leisten tagtäglich Großartiges und sind
getragen von einem christlichen Wertefundament. Der christliche Glaube ist kein
Auslaufmodell. Er gibt Halt, Orientierung und Gemeinschaft und verbindet uns
gerade in schweren Zeiten. Wir stärken als Freistaat das Ehrenamt mit mehr
Freiheit und weniger Bürokratie sowie moderner Ausrüstung und Ausbildung wie dem
Bayerischen Zentrum für besondere Einsatzlagen und einem eigenen Landesamt für
Bevölkerungsschutz. Allen ein herzliches Vergelt's Gott für die wichtige
Arbeit!"
Auch Joachim Herrmann, bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und
Integration, betont: "Krisenresilienz entsteht dort, wo Menschen Verantwortung
füreinander übernehmen - als Beruf und Berufung, aber auch als freiwilliger
Dienst am Miteinander. Denn eines ist völlig klar: Das Ehrenamt trägt
entscheidend bei zum funktionierenden Bevölkerungsschutz in Deutschland. Dank
der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, davon allein 430.000 in
Bayern, sind wir gut aufgestellt. Und zwar auch deshalb, weil wir Organisationen
wie die Johanniter und die Malteser an unserer Seite wissen."
Die Hilfsorganisationen machten deutlich: Ein krisenresilienter Staat braucht
nicht nur einen leistungsfähigen Bevölkerungsschutz, sondern auch eine gut
vorbereitete und handlungsfähige Gesellschaft.
Die Aufgaben von Johannitern und Maltesern sind in den vergangenen Jahren
deutlich gewachsen. Neben ihren Aufgaben im Bevölkerungsschutz leisten beide
Organisationen als große Träger sozialer Dienstleistungen einen wesentlichen
Beitrag zur Stabilität und Resilienz der Gesellschaft. Mit ihren
Dienstleistungen im Rettungsdienst, in der Pflege, in der Kinder- und
Jugendarbeit und im Ehrenamt schaffen sie Strukturen, die sowohl im Alltag als
auch in Krisensituationen unverzichtbar sind.
Volker Bescht, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, betonte:
"Hilfsorganisationen sind das Rückgrat einer resilienten Gesellschaft. Nur wenn
wir im Alltag handlungsfähig bleiben, können wir den Menschen auch in Krisen und
Katastrophen verlässlich zur Seite stehen. Politik und Gesellschaft müssen die
Bedeutung unserer Arbeit deshalb stärker in den Blick nehmen und die
Rahmenbedingungen für unsere Aufgaben nachhaltig sichern."
Martin Schelleis, der gerade neu ins Amt gewählte Präsident des Malteser
Hilfsdienstes, warb für einen umfassenden Ansatz zur Stärkung des
Bevölkerungsschutzes: "Die Zeitenwende erfordert nicht nur eine schlagkräftige
Armee, sondern auch die anforderungsgerechte Ausgestaltung von
Bevölkerungsschutz und Zivilverteidigung. Das sind Kernaufgaben staatlicher
Daseinsvorsorge. Gleichzeitig muss die Bevölkerung befähigt werden, Krisen
eigenständig besser zu bewältigen. Die Hilfsorganisationen stehen zur
Unterstützung bereit, brauchen dafür aber verlässliche finanzielle und
strukturelle Rahmenbedingungen."
Schelleis verwies dabei insbesondere auf die Bedeutung des Ehrenamts. Ohne
ausreichend ehrenamtliche Helferinnen und Helfer seien die wachsenden
Anforderungen im Bevölkerungsschutz nicht zu bewältigen. Bund und Länder müssten
daher die Helfergleichstellung weiterentwickeln und bürokratische Hürden für
freiwilliges Engagement abbauen.
Johanniter und Malteser appellierten an Bund und Länder, die angekündigten
Investitionen in den Bevölkerungsschutz konsequent umzusetzen und dabei die
Hilfsorganisationen als zentrale Partner einzubeziehen. Ziel müsse ein modernes,
leistungsfähiges und gesamtgesellschaftlich getragenes System der Krisenvorsorge
sein.
Hintergrund
Die Johannisfeier erinnert an den gemeinsamen historischen Ursprung beider
Organisationen: den Ritter- und Hospitalorden des Heiligen Johannes, gegründet
vor über 900 Jahren in Jerusalem. Heute engagieren sich Johanniter und Malteser
bundesweit in vielfältigen sozialen, gesundheitlichen und humanitären
Aufgabenfeldern und gehören zu den tragenden Säulen des deutschen
Hilfeleistungssystems.
Über den Malteser Hilfsdienst
In Malteser Hilfsdienst engagieren sich rund 59.000 Frauen und Männer
ehrenamtlich und 35.000 hauptamtlich für Menschen in Notlagen. Zu den
Aufgabenfeldern gehören der Zivil- und Katastrophenschutz, die
Erste-Hilfe-Ausbildung, die Begleitung von alten, kranken oder benachteiligten
Menschen sowie die Jugend- und Auslandsarbeit. Wichtige Säulen der Tätigkeit
sind zudem der Rettungsdienst und Krankentransport, Hausnotruf und Menüservice.
Knapp 1,2 Millionen Fördermitglieder unterstützen die Malteser in ihren
gemeinnützigen Aufgaben.
Über die Johanniter-Unfall-Hilfe
Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit mehr als 33.000 Beschäftigten, rund 44.000
ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und knapp 1,2 Millionen Fördermitgliedern
eine der großen Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein bedeutendes
Unternehmen der Sozialwirtschaft. Die Johanniter engagieren sich in den
Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege
von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter
Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen
Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im
Ausland.
Pressekontakt:
Juliane Flurschütz, Stellvertretende Pressesprecherin
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Bundesgeschäftsstelle
Tel. 030-26997-361, Mobil 0173 619 3409
E-Mail: mailto:medien@johanniter.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/14240/6300712
OTS: Johanniter Unfall Hilfe e.V.
|