|
Kreis Plön (ots) - Die Polizeidirektion Kiel stellt am heutigen Tage den
Verkehrssicherheitsbericht des Jahres 2025 vor. Die Gesamtanzahl der
Verkehrsunfälle von 4.019 im Jahr 2025 (2024: 4.053) im Kreis Plön ist um 0,8 %
gesunken. In nahezu allen Bereichen sind sinkende Fallzahlen festzustellen.
Einzig die Bagatellunfälle sind mit 3.361 (2024: 3.314) leicht angestiegen.
Der Anteil aller Bagatellunfälle am Gesamtunfallgeschehen stieg auf 83,6
Prozent. In diesen Fällen erfolgt keine polizeiliche Unfallaufnahme, so dass
nähere Einzelheiten zu den Ursachen und zu den Beteiligten nicht bekannt sind.
Während die Gesamtzahl der polizeilichen registrierten Unfälle nur leicht
zurückgegangen ist, gab es bei der Verletztenzahl einen deutlichen Rückgang. In
erster Linie verunglückten weniger Pkw-Insassen.
Die Fallzahlen bei den Unfällen mit Radfahrerbeteiligung sind das dritte Jahr in
Folge angestiegen. Die Anzahl der schwerverletzten Radfahrer befindet sich
mittlerweile auf dem Niveau der Pkw-Insassen.
Weniger verletzte Personen
Verglichen mit dem Vorjahr sank die Zahl der durch Verkehrsunfälle verletzten
Personen um 14,3 % auf 540 (2024: 630). Es wird deutlich, dass der Rückgang der
Verletztenzahlen in erster Linie auf den Rückgang bei den Pkw-Insassen
zurückzuführen ist. Ebenso ist ein deutlicher Rückgang in der Gruppe der
Fußgänger auf 25 Fälle (2024: 38) zu verzeichnen. Im Jahr 2025 kamen im
Landkreis Plön sieben Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben.
Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Kindern gesunken
Die Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Kindern (unter 15
Jahre) fiel um 33,3% auf 34 (2024: 51) Unfälle. Dabei handelt es sich um den
niedrigsten Wert der letzten 10 Jahre. Ähnlich wie die Unfallzahlen sank auch
die Anzahl der verunglückten Kinder auf 38 (2024: 56). Am häufigsten
verunfallten Kinder als Mitfahrer in Pkw, gefolgt von der Beteiligung als
Radfahrer. Bei den Radfahrern ist die Altersgruppe der 10 - 14 Jährigen
besonders betroffen.
Verkehrsunfälle mit Senioren auf gleichem Niveau
In 2025 stieg die Anzahl der im Straßenverkehr verletzten Senioren
(Verkehrsteilnehmer ab dem 65. Lebensjahr) verglichen mit dem Vorjahr leicht um
3,8 % auf 219 (2024: 211). Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit
Seniorenbeteiligung ist in letzten zehn Jahren lediglich leichten Schwankungen
unterworfen. Im Jahr 2025 wurden 114 (2024: 116) Personen im Seniorenalter
verletzt. Zwei Personen verstarben. Die überwiegende Verursachung erfolgte zu
74,1 % und somit in 149 Fällen (2024: 75,1 % in 142 Fällen) durch die Senioren
selbst. Wie in den Vorjahren waren Senioren am häufigsten als Nutzer von Pkw und
als Radfahrer an Unfällen beteiligt. Die Hauptursachen Vorfahrt, Verstoß gegen
das Rechtsfahrverbot und Abbiegen sind seit Jahren unverändert. Dies deutet
darauf hin, dass komplexe Verkehrssituationen eine besondere Herausforderung für
Senioren darstellen.
Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung gestiegen
Die Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Radfahrern stieg im
Jahr 2025 um 9,3 % auf 177 (2024: 162). Einhergehend dazu stieg die Anzahl der
verletzten Radfahrer im Vergleich zum Vorjahr von 155 auf 169. In 78 Fällen
(2024: 74) verunglückten Radfahrer allein beteiligt, was zirka 44 % des
Unfallgeschehens mit Radfahrerbeteiligung ausmacht. Oft sind die Gründe für den
Sturz nicht bekannt. Erkennbar ist jedoch, dass nasser, glatter oder unebener
Untergrund, insbesondere in Kurvenlage, eine erhebliche Rolle spielt.
Alkoholeinfluss ist hier gelegentlich festzustellen. Konflikte mit dem Kantstein
sind ebenfalls häufig festzustellen, entweder weil der Radfahrer zu nah an den
Kantstein herangefahren ist und diesen seitlich berührte oder weil der Kantstein
beim Wechsel von der Fahrbahn auf den Radweg in einem zu spitzen Winkel
angefahren wurde. Überhaupt bereiteten Höhenunterschiede den Radfahrern
offenkundig Probleme, z.B. auch auf Spurplattenwegen. In einigen Fällen geschah
der Sturz in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Auf- oder Absteigen.
In 14 Fällen (2024: 8) ereigneten sich die Unfälle unter Radfahrenden. Das
entspricht einem Zuwachs von 75 %. Die Unfälle zwischen Radfahrern und
Fußgängern haben sich mit 13 Fällen (2024: 6) mehr als verdoppelt.
Bei den Hauptunfallursachen auf Seiten der Radfahrer hat sich im Vergleich zum
Vorjahr nichts Wesentliches verändert. Weiterhin spielt der Alkohol- und
Drogeneinfluss eine große Rolle. Den Spitzenplatz nimmt jedoch weiterhin die
"nicht angepasste Geschwindigkeit ein" ein. Damit sind Fälle gemeint, in denen
der Radfahrer seine Geschwindigkeit nicht in angemessener Weise der jeweiligen
Verkehrssituation angepasst hat, wodurch es zum Unfall kam.
Kaum Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen
Seit dem Jahr 2020 werden Elektrokleinstfahrzeuge (EKF) in der Statistik
erfasst. Es handelt sich hierbei beispielsweise um elektrische Tretroller oder
Segways. Während sich diese neue Verkehrsart in den urbanen Räumen
Schleswig-Holsteins etabliert, bleibt sie in der Fläche des Kreis Plön offenbar
eine Randerscheinung. Lediglich 10 Verkehrsunfälle (2024: 14) mit Beteiligung
dieser Verkehrsart wurden seitens der Polizei im Berichtszeitraum verzeichnet.
Dabei wurden 8 Personen verletzt (2024: 13). Die Ursachen ergeben bisher kein
klares Bild.
Unfälle mit motorisierten Zweirädern weiterhin auf niedrigem Niveau
Genau wie im Vorjahr wurden 60 Fälle festgestellt. Damit befindet sich das
Unfallgeschehen in diesem Bereich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Dabei
wurden 57 Kradfahrer (2024: 54) verletzt und drei (2024: einer) getötet.
Wildunfälle kontinuierlich hoch
Die Zahl der von der Polizei registrierten Wildunfälle ist um 5,3 % gestiegen
und beträgt nunmehr 1.744 (2024: 1.656). Somit sind 43,4 % aller im Kreis Plön
festgestellten Verkehrsunfälle auf Wildwechsel zurückzuführen. In lediglich 1,3
% dieser Fälle hatten diese Unfälle Personenschäden zur Folge. Dabei wurden 25
(2024: 21) Personen verletzt. Unter anderem wurden zwei Pkw-Fahrer schwer
verletzt, weil sie versuchten, dem Wild auf der Fahrbahn auszuweichen und dabei
mit einem Baum kollidierten. Insgesamt ist zu konstatieren, dass die
Unfallfolgen in diesem Bereich vergleichsweise gering sind
Verkehrsunfälle unter Einfluss von Alkohol- und anderen berauschenden Mitteln
Mit 38 (2024: 46) Fällen wurde ein neuer historischer Tiefststand der Fallzahlen
erreicht. Im zurückliegenden Jahr wurde dabei 22 Personen verletzt, davon zwei
schwer. In einem längeren Rückblick ist festzustellen, dass Unfälle unter
Alkoholeinfluss im Kreis Plön überwiegend in der Zeit zwischen 16:00 und 02:00
Uhr stattfinden, und zwar besonders am Wochenende. Die Unfälle unter Einfluss
anderen berauschenden Mittel wurden aufgrund der geringen Fallzahl nicht näher
untersucht.
Polizeiliche Maßnahmen
Auch im vergangenen Jahr führte das Polizeibezirksrevier Kiel
Geschwindigkeitsmessungen im Kreis Plön durch. Die Polizeidirektion Kiel ist
bestrebt, diese Messeinsätze möglichst flächendeckend im gesamten Kreis Plön zu
verteilen, auch an Örtlichkeiten mit geringerem Verkehrsaufkommen. Ein
besonderes Augenmerk gilt dabei weiterhin den Verkehrsbereichen vor Schulen und
Kindergärten. Bei insgesamt 98 Messeinsätzen wurden 35.803 (2024: 41.147)
Fahrzeugführer eingemessen. Davon waren 4.012 (2024: 3.832) zu schnell. Dieses
entspricht einer Beanstandungsquote von zirka 11,2 % (2024: 9,3 %). Dabei
mussten 20 Fahrverbote ausgesprochen werden (2024: 36). Die höchste
Überschreitung erreichte ein Fahrzeugführer, der auf der B 502 im Bereich
Schönberg bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h mit 157 km/h
gemessen wurde. Flankierend wurden im Bereich der Geschwindigkeitsüberwachung
Messeinsätze mit dem Laserhandmessgerät durchgeführt.
Bei allgemeinen Verkehrskontrollen im Rahmen der Verkehrsüberwachung stellten
die Einsatzkräfte 47 straf- oder ordnungsrechtlich bedeutsame
Trunkenheitsfahrten fest, was einer Abnahme von 57,7 % gegenüber dem Vorjahr
entspricht (2024: 111). In der Mehrzahl der Fälle (43) handelte es sich um
Straftaten nach § 315c oder § 316 StGB. Bei den Fahrten unter Drogeneinfluss
waren es 8 (2024: 19).
Neben der allgemeinen Verkehrsüberwachung im Rahmen des täglichen Dienstes
beteiligte sich die Polizeidirektion Kiel auch im zurückliegenden Jahr an den
europaweiten, gemeinsamen Roadpol-Kontrollaktionen. Die Organisation Roadpol ist
ein Netzwerk der europäischen Verkehrspolizeien und unterliegt deutschem
Vereinsrecht. Themenschwerpunkte waren unter anderem Ablenkung und Gurt, Alkohol
und Drogen sowie Geschwindigkeit.
Fazit
Das Jahr 2025 hat in vielen Bereichen erfreuliche Entwicklungen gebracht.
Kennzeichnend für die langfristige Verkehrslage im Kreis Plön ist weiterhin ein
hoher Anteil an Wildunfällen. Bisherige Bestrebungen zur Eindämmung der
Fallzahlen wie Beschilderung, Aufklärung der Öffentlichkeit und
Geschwindigkeitsüberwachung waren offenbar nicht erfolgreich. Um eine
nachhaltige Senkung der Gesamtunfallzahlen zu erreichen, wird es unvermeidbar
sein, verstärkt mit baulichen Maßnahmen anzusetzen, die im Vorfeld der
Schadensereignisse wirken.
Negativ hervorzuheben ist die Entwicklung im Radverkehr. Der
gesamtgesellschaftliche Trend zur verstärkten Nutzung des Fahrrades im Alltag
ist auch im Kreis Plön verstärkt zum politischen Thema geworden. Bisher ist die
Unfalllage jedoch nicht so besorgniserregend wie in den urbanen Gebieten. Eine
kritische polizeiliche Begleitung von Maßnahmen zur Radverkehrsförderung dürfte
in Zukunft zunehmend erforderlich werden
Der vollständige Verkehrssicherheitsbericht 2025 für den Kreis Plön kann unter
folgendem Link im Internet abgerufen werden:
https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/POLIZ
EI/DasSindWir/PDen/Kiel/_downloads/vsb/vsb_ploen_2025.pdf?__blob=publicationFile
&v=2
Für Rückfragen steht die Pressestelle Kiel telefonisch unter der bekannten
Rufnummer zur Verfügung.
Mathias Stöwer, Pressesprecher der Polizeidirektion Kiel
Rückfragen bitte an:
Polizeidirektion Kiel
Pressestelle
Gartenstraße 7
24103 Kiel
Tel. +49 (0) 431 160 2010
E-Mail pressestelle.kiel.pd@polizei.landsh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/14626/6254899
OTS: Polizeidirektion Kiel
|