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Korbach (ots) - Bereits zum zweiten Mal fand am 11. Juni eine Dialogrunde
zwischen Schülern und Polizei im Kreis Waldeck-Frankenberg statt. Geladen waren
diesmal etwa 100 Schülerinnen und Schüler der Kaulbachschule Bad Arolsen aus den
Jahrgängen 7 und 9. In Kooperation mit dem Präventionsrat der Stadt konnte die
Veranstaltung im großen Saal des Bürgerhauses in Bad Arolsen durchgeführt
werden.
Nach einem Impulsvortrag durch den Leiter der Polizeidirektion
Waldeck-Frankenberg, Polizeioberrat Martin Berbig, wurden den Schülerinnen und
Schülern Videoaufnahmen von echten Polizeieinsätzen gezeigt, in denen sich
Polizisten aggressiven Bürgern gegenübersahen. Auch Situationen, in denen
Polizisten nach einem Angriff ihre Waffen einsetzen mussten, wurden geschildert.
"Man kann nicht immer erkennen, ob es sich um eine echte Waffe oder eine
Spielzeugpistole handelt. Im äußersten Notfall müssen die Kollegen schießen, um
sich selbst zu schützen", erklärte Berbig. Auch in Bezug auf das Führen von
Messern in der Öffentlichkeit sensibilisierte er die Schüler: "Messer stellen
immer für alle Beteiligten, wie auch für die Polizei, eine große Gefahr dar. Das
kann im schlimmsten Fall mit einem Schusswaffengebrauch durch die Polizei
enden".
Die Schüler zeigten sich sehr interessiert und gut vorbereitet. Sie hatten sich
bereits im Vorfeld mit dem Thema "Gewalt gegen Einsatzkräfte" beschäftigt und
einige Fragen an die Polizisten gesammelt.
"Was war Ihr gefährlichster Einsatz? Welcher Form von Gewalt sind Polizisten am
Häufigsten ausgesetzt?" und "Wie reagieren Sie, wenn Sie provoziert werden?"
waren nur einige der vielen, teils auch kritischen Fragen, die die Schülerinnen
und Schüler der Louis-Peter-Schule aus Korbach an die Polizistinnen und
Polizisten aus Bad Arolsen richteten.
Auch Fragen zur Rechtmäßigkeit polizeilicher Maßnahmen und zu Konsequenzen bei
einem möglichen Fehlverhalten von Polizisten wurden gestellt. "Polizisten
handeln nach Recht und Gesetz. Wir sind da um die Bürger zu schützen und führen
unsere Maßnahmen nicht durch, um jemanden zu ärgern. Deshalb erwarten wir von
unserem Gegenüber, mit Respekt behandelt zu werden", führte die
Jugendkoordinatorin der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, Annika
Heuschneider, aus.
Auch ein Polizistenteam aus dem Streifendienst, Ilona Niemann und Niklas
Nellenschulte sowie die beiden SVO (Schutzfrauen vor Ort) der Polizeistation Bad
Arolsen, Elke Weber und Diana Manthey, stellten sich den Fragen der Schülerinnen
und Schüler. "Beleidigungen begegnen uns häufig. Manche Menschen wollen nicht,
dass die Polizei sich einmischt. Da kann es auch schon einmal handgreiflich
werden. Es passiert, dass Kollegen verletzt werden, meist zum Glück nur leicht",
erläuterte Niklas Nellenschulte von der Polizeistation Bad Arolsen.
Nach der Fragerunde durften die Schülerinnen und Schüler dann noch die
Ausrüstung der Polizei anschauen und auch einmal anlegen. Auch dabei stellten
die Schülerinnen und Schüler noch viele Fragen: "Wann braucht man so eine
schwere Weste?" oder "Wie ist es, bei einer Demo zu sein und so etwas zu
tragen?"
Die Veranstaltung stieß bei allen Beteiligten auf große Zustimmung und bot eine
gute Gelegenheit, Vorurteile abzubauen, Verständnis füreinander zu schaffen und
den respektvollen Umgang zu stärken.
Hintergrund zu den Dialogformaten:
Die Hessische Landesregierung hat die Veranstaltungsreihe "Cops im Dialog -
Polizei und Schulen im Austausch" als Teil ihres Respekt-Pakets ins Leben
gerufen, das Maßnahmen zur Bekämpfung der zunehmenden Gewalt gegen Einsatzkräfte
umfasst. Diese Dialogformate zwischen Schülern und Polizei sollen dazu
beitragen, die Arbeit der Polizei jungen Menschen näherzubringen und für das
Thema Gewalt gegen Einsatzkräfte insgesamt zu sensibilisieren, denn Einsatz
verdient Respekt!
Annika Heuschneider
Polizeihauptkommissarin
Rückfragen bitte an:
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34497 Korbach
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OTS: Polizei Korbach
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