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Nürnberg (ots) - Ein immowelt Ranking zur Belastung einer dreiköpfigen Familie
durch die Warmmiete einer 90-Quadratmeter-Wohnung in den 107 kreisfreien Städten
zeigt:
- München Schlusslicht: Die Warmmiete verschlingt 42,1 Prozent des verfügbaren
Einkommens - Familien bleibt 2.948 Euro im Monat für andere Ausgaben
- Spitzenreiter Wolfsburg: Nur 17,7 Prozent des Einkommens werden für Wohnkosten
verbraucht - 4.551 Euro bleiben übrig
- Kritische Marke: In 48 der 107 kreisfreien Städten muss eine dreiköpfige
Familie mehr als 30 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Warmmiete
ausgeben
- Mietkrise hat kleinere Städte erreicht: In Rostock (36,4 Prozent) fällt die
Belastung stärker aus als in Hamburg (34,2 Prozent) oder Köln (34,4 Prozent)
Eine dreiköpfige Familie, beide Elternteile berufstätig: In Wolfsburg
verschlingt die Warmmiete knapp 18 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens,
in München liegt die Mietbelastung trotz ähnlichem Gehaltsniveau bei 42 Prozent.
Derselben Familie bleiben in der Isarmetropole somit rund 1.600 Euro pro Monat
weniger. Das zeigt ein aktuelles immowelt Ranking zur Mietbelastung in den 107
kreisfreien deutschen Städten. Untersucht wurde das Verhältnis zwischen
Warmmiete (Angebotsmiete plus Nebenkosten von 2,67 Euro pro Quadratmeter laut
Deutschem Mieterbund) und dem Haushaltsnettoeinkommen einer dreiköpfigen Familie
mit 1,5 Durchschnittseinkommen (ein Vollverdiener, ein Teilverdiener, ein Kind).
Das Ergebnis: Die Mietkrise beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die
Metropolen, sondern hat auch kleinere Großstädte und Mittelstädte erfasst. In 48
von 107 Städten - also in fast jeder zweiten kreisfreien Stadt - wird die
kritische 30-Prozent-Marke für die Wohnkostenbelastung überschritten.
"Die finanzielle Überlastung durch die Miete ist längst kein Problem mehr, dass
auf die Metropolen begrenzt ist. Die deutlichen Anstiege von Mieten und
Nebenkosten in den vergangenen Jahren haben dafür gesorgt, dass Familien
inzwischen auch in kleineren Städten einen erheblichen Teil des verfügbaren
Einkommens für die Wohnkosten ausgeben müssen", sagt immowelt CEO Theo Mseka .
"Gleichzeitig bestehen bei der Wohnkostenbelastung nach wie vor erhebliche
Unterschiede zwischen den einzelnen Städten."
Ein Land, zwei Welten: München Schlusslicht, Wolfsburg Spitze
Am schwierigsten ist die Lage für Familien in München: Eine dreiköpfige Familie
mit 1,5 Durchschnittsverdienern verfügt statistisch über 5.094 Euro netto im
Monat. Die Warmmiete für eine 90-Quadratmeter-Wohnung kostet 2.146 Euro und
verschlingt somit 42,1 Prozent des Einkommens. Am anderen Ende des Rankings
steht Wolfsburg: Dieselbe Familie verfügt hier über 5.529 Euro im Monat und
zahlt lediglich 978 Euro für die Warmmiete. Die Wohnkostenbelastung liegt somit
nur bei 17,7 Prozent. Obwohl die Einkommensunterschiede zwischen beiden Städten
gering sind, bleibt Wolfsburger Familien aufgrund der massiven Mietunterschiede
1.603 Euro mehr pro Monat übrig.
48 Städte über kritischer Marke
Die 30-Prozent-Marke gilt gemeinhin als Schmerzgrenze für die Warmmiete: Wer
mehr vom verfügbaren Einkommen für die Wohnkosten ausgibt, hat nur noch wenig
Spielraum für den Alltag, Vorsorge oder unerwartete Ausgaben. Besonders
schwierig ist die Lage für Familien dabei in Berlin: Eine Warmmiete von 1.525
Euro für 90 Quadratmeter trifft hier auf ein verfügbares Einkommen von 3.982
Euro für eine dreiköpfige Familie. Das ergibt eine Quote von 38,3 Prozent und
bedeutet für die Hauptstadt den vorletzten Platz im Städteranking.
Doch auch in vielen kleineren Großstädten wird die 30-Prozent-Grenze
überschritten. Ein Beispiel ist Rostock: Die Ostseestadt belastet Familien mit
36,4 Prozent (Platz 104) stärker als die Millionenstädte Hamburg (34,2 Prozent;
Platz 101) und Köln (34,4 Prozent; Platz 102). Der Grund: Rostock hat bei den
Mietpreisen aufgeholt, beim Einkommensniveau aber nicht. Mit einer Warmmiete von
1.255 Euro für eine 90-Quadratmeter-Wohnung bei Neuvermietung zählt die Stadt
inzwischen zu den 30 teuersten. Beim verfügbaren Einkommen einer dreiköpfigen
Familie (3.452 Euro) belegt Rostock dagegen nur Platz 93 unter den 107
kreisfreien Städten.
Wo Wohnen noch erschwinglich ist
59 der 107 kreisfreien Städte liegen derzeit noch unter der 30-Prozent-Marke.
Allerdings wird der Spielraum auch hier enger: Nur in 16 Städten beträgt die
Wohnkostenbelastung weniger als 25 Prozent. Das Muster der günstigsten Städte:
Entweder sehr niedrige Mieten, die ein geringeres Einkommensniveau ausgleichen -
etwa in Chemnitz (22,9 Prozent; Platz 5). Oder hohe Gehälter bei moderaten
Mieten, wie in Wolfsburg (17,7 Prozent; Platz 1) oder Salzgitter (19,6 Prozent;
Platz 2).
Ausführliche Tabellen zur Mietbelastung in den 107 kreisfreien Städten stehen
hier zum Download bereit. (https://content.cdn.immowelt.com/iw_group2/import/Red
aktion/Pressemitteilungen/2026/2026_06_25_Tabellen_Einkommen_Mieten.pdf)
So viel Wohnfläche kann man sich mit seinem Einkommen maximal leisten - jetzt
mit dem immowelt Rechner ganz einfach ermitteln. (https://www.immowelt.de/ratgeb
er/news/miete-verschlingt-das-einkommen-so-viel-wohnung-kannst-du-dir-in-deiner-
stadt-noch-leisten-jetzt-berechnen#c193259)
Berechnungsgrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise waren auf immowelt.de inserierte
Angebote in den kreisfreien Städten. Die mittels hedonischer Verfahren
errechneten Werte geben die monatlichen Mieten von Bestandswohnungen (90
Quadratmeter, Baujahr 1990er-Jahre) zum 01.06.2026 wieder. Die Nebenkosten
wurden mit 2,67 Euro pro Quadratmeter veranschlagt (Quelle: Deutscher
Mieterbund).
Die Daten für die Bruttogehälter stammen von der Bundesagentur für Arbeit. Diese
wurden in entsprechende Nettogehälter mit einem Vollverdiener (Steuerklasse 3)
und Teilverdiener (Steuerklasse 5) umgerechnet. Lohnnebenkosten sowie Kindergeld
für ein Kind wurden berücksichtigt, um das mittlere Haushaltsnettoeinkommen in
jeder Stadt zu errechnen.
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