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Bad Neustadt a.d. Saale (ots) - Chefarzt der Klinik für Fuß- und
Sprunggelenkchirurgie am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt erklärt, was hinter
Fersenschmerzen steckt und warum eine Operation nur selten notwendig ist.
Nach dem Aufstehen schmerzt jeder Schritt: Viele Menschen kennen den stechenden
Schmerz in der Ferse, der sich anfühlt, als würde man auf eine Nadel treten.
Nach einigen Schritten lassen die Beschwerden meist nach. Nach längerem Sitzen
oder einer Ruhepause kehren sie jedoch häufig zurück. Diese sogenannten
Anlaufschmerzen sind ein typisches Anzeichen für eine Reizung im Bereich der
Ferse.
Im Alltag werden solche Beschwerden häufig unter dem Begriff "Fersensporn"
zusammengefasst. Tatsächlich ist der knöcherne Sporn jedoch nicht immer die
Ursache der Schmerzen. Entscheidend ist vielmehr, welche Struktur im Fuß gereizt
ist. "Ein Fersensporn ist zunächst kein Grund zur Sorge", erklärt Dr. Bernd
Kolbe, Chefarzt der Klinik für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie. "Etwa jeder
dritte Erwachsene hat einen Fersensporn, ohne jemals Beschwerden zu entwickeln.
Deshalb behandeln wir nicht den Befund im Röntgenbild, sondern die Ursache der
Schmerzen."
Zwei Formen des Fersensporns
Die häufigste Form ist der plantare Fersensporn. Er entsteht an der Unterseite
des Fersenbeins, wo die Plantarfaszie ansetzt - eine kräftige Bänderplatte, die
das Fußgewölbe stabilisiert. Wird sie über längere Zeit überlastet, kann sich am
Ansatz an der Ferse eine kleine knöcherne Ausziehung bilden.
Die Schmerzen entstehen jedoch meist nicht durch den Fersensporn selbst, sondern
durch eine Reizung oder Entzündung der Plantarfaszie, die sogenannte
Plantarfasziitis. Rund 70 Prozent der Betroffenen mit einer Plantarfasziitis
haben zwar gleichzeitig einen Fersensporn im Röntgenbild. Umgekehrt verursacht
ein Fersensporn bei vielen Menschen jedoch keinerlei Beschwerden. Auch ohne
sichtbaren Sporn kann eine Plantarfasziitis dieselben typischen Schmerzen
auslösen.
Deutlich seltener ist der dorsale Fersensporn. Er entsteht an der Rückseite des
Fersenbeins im Bereich des Achillessehnenansatzes. Typisch sind Druckschmerzen
an der Ferse, die sich vor allem beim Tragen geschlossener Schuhe bemerkbar
machen. Die Behandlung richtet sich hier vor allem darauf, die Achillessehne zu
entlasten und das Schuhwerk anzupassen.
Meist hilft eine Behandlung ohne Operation
Ein Fersensporn beziehungsweise eine Plantarfasziitis ist zwar schmerzhaft,
lässt sich aber in den meisten Fällen ohne Operation erfolgreich behandeln.
Die wichtigste Maßnahme sind regelmäßige Dehnübungen für Wadenmuskulatur und
Plantarfaszie. Sie sollten zunächst unter physiotherapeutischer Anleitung
erlernt und anschließend konsequent mehrmals täglich über mehrere Wochen
durchgeführt werden. Ergänzend können gut gedämpfte Schuhe, Einlagen mit weicher
Fersenpolsterung, Kühlung sowie bei Bedarf entzündungshemmende Medikamente die
Beschwerden lindern.
Bestehen die Schmerzen über einen längeren Zeitraum, kann auch eine
extrakorporale Stoßwellentherapie den Heilungsprozess unterstützen. Eine
Operation ist dagegen nur selten erforderlich - und kommt erst infrage, wenn
alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und die
Beschwerden dauerhaft bestehen.
"Die wichtigste Therapie beginnt nicht im Operationssaal, sondern im Alltag",
betont Dr. Kolbe. "Wer regelmäßig dehnt, geeignetes Schuhwerk trägt und
Überlastungen vermeidet, hat sehr gute Chancen, die Beschwerden dauerhaft in den
Griff zu bekommen. "Mit Geduld und konsequenter Behandlung werden die meisten
Patientinnen und Patienten wieder weitgehend beschwerdefrei."
In der Klinik für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad
Neustadt werden jährlich mehr als 2.000 Patientinnen und Patienten mit
Erkrankungen und Verletzungen des Fußes und Sprunggelenks behandelt. Chefarzt
Dr. med. Bernd Kolbe ist Facharzt für Orthopädie und zertifizierter Fußchirurg.
Er wurde von der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk (D.A.F.) erneut
mit dem Personenzertifikat "Spezielle Fuß- und Sprunggelenkchirurgie"
ausgezeichnet.
Der RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, einer von fünf Standorten der
RHÖN-KLINIKUM AG, steht für eine sektorenübergreifende medizinische Versorgung
im ländlichen Raum. Auf einem Klinikgelände verzahnt der Campus ambulante und
stationäre Angebote mit einer Vielzahl medizinischer Service- und
Vorsorgeleistungen, die bisher räumlich getrennt waren: niedergelassene
Fachärzte, Kliniken unterschiedlicher Fachdisziplinen wie Herzmedizin,
orthopädischer Chirurgie oder auch Neurologie arbeiten Hand in Hand mit der
Pflege und der Rehabilitation zusammen. Die digitale Vernetzung aller am
Behandlungsprozess beteiligten Akteure - mit innovativen IT-Lösungen und
Kommunikationssystemen - ist dabei unverzichtbar. http://www.campus-nes.de/
Pressekontakt:
RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt
Katrin Schmitt | Unternehmenskommunikation
T. +49 9771 66-26100 | mailto:katrinmaria.schmitt@campus-nes.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/109212/6320008
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