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FR exklusiv: SPD-Energiepolitikerin Scheer warnt vor Investitionsminus durch Reiches Strompläne |
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| 21.08.2026 19:35 Uhr |
Frankfurter Rundschau |
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Frankfurt (ots) - Berlin/ Frankfurt - Die energiepolitische Sprecherin der
SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, hat deutliche Änderungen an den
Stromgesetz-Plänen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
gefordert. Netzanschlussbeschränkungen, Förderbegrenzungen und eine vorgesehene
Direktvermarktungspflicht für kleinere Solaranlagen könnten zu einem Rückgang
der Investitionen in erneuerbare Energien führen, sagte Scheer der "Frankfurter
Rundschau" (Samstagsausgabe). Diese Regelungen widersprächen den im
Koalitionsvertrag vereinbarten Zielen. Die Sorge der Erneuerbaren-Branche vor
einem neuerlichen Einbruch beim Ausbau teile sie.
Besonders kritisch sieht Scheer den geplanten Redispatch-Vorbehalt für neue
Wind- und Solaranlagen in Regionen mit stark ausgelasteten Stromnetzen. Statt
den Ausbau dort einzuschränken, müssten Anreize geschaffen werden,
überschüssigen Strom durch Speicher und flexible Verbraucher besser zu nutzen.
"Mit den geplanten Netzanschluss-Hemmnissen gibt es keinen Anreiz für
Systemintegration und Speicher, sondern nur ein stumpfes Minus im Ausbau", sagte
die SPD-Politikerin. Eine von Reiche angekündigte "Neuausrichtung" der
Energiewende sei zudem nicht Bestandteil des Koalitionsvertrags.
Beim Hitzeschutz dringt Scheer zugleich auf eine stärkere gemeinsame
Finanzierung von Bund und Ländern. Die SPD will Klimaanpassung als
Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern. Scheer räumte ein, dass die Union
darauf bisher zurückhaltend bis ablehnend reagiert habe, zeigte sich aber
zuversichtlich, dass darüber noch verhandelt werde. Eine Grundgesetzänderung sei
sinnvoll, weil sie notwendige Klimaanpassungsmaßnahmen erleichtern würde. Dafür
wäre allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag erforderlich.
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