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Anhörung im Gesundheitsausschuss: Pharma Deutschland kritisiert neue Sparvorschläge |
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| 7.10.2026 13:01 Uhr |
Pharma Deutschland e.V. |
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Berlin (ots) - Zytostatika-Ausschreibungen und DiGA-Abschläge setzen Versorgung
und Innovation unter Druck
Anlässlich der heutigen Anhörung im Gesundheitsausschuss kritisiert Pharma
Deutschland die geplante Wiedereinführung apothekenbezogener
Zytostatika-Ausschreibungen und zusätzliche Vergütungskürzungen für digitale
Gesundheitsanwendungen (DiGA). Nach Ansicht des Verbandes berücksichtigen die
Vorschläge weder die Risiken für eingespielte Versorgungsabläufe in der
Krebstherapie noch die Folgen zusätzlicher Vergütungsabschläge für digitale
Therapien ausreichend. Bei Zytostatika fehlen belastbare Antworten auf die
bekannten Versorgungsrisiken; bei DiGA ersetzt eine starre Abbruchquote die
differenzierte Betrachtung des medizinischen Nutzens. Der Verband fordert
deshalb, beide Regelungen aus dem Änderungspaket zu streichen.
"Die beiden Vorschläge stehen für eine kurzsichtige Sparpolitik, die sowohl die
Versorgungsqualität der Gesundheitsinfrastruktur als auch die Pharmaunternehmen
am Standort Deutschland schwächt", sagt Pharma Deutschland
Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann. "Eine nachhaltige Stabilisierung der
GKV-Finanzen braucht Reformen, die Wirtschaftlichkeit mit verlässlicher
Versorgung verbinden. Die Krankenkassen drängen auf zusätzliche Sparinstrumente,
ohne nach rechts oder links zu schauen und die Folgen für Versorgung und
Innovation ausreichend zu berücksichtigen. Die Bundesregierung darf diese
Forderungen nicht zulasten der Patienten umsetzen. Qualität und Verlässlichkeit
der Versorgung müssen der zentrale gesundheitspolitische Maßstab sein", so
Brakmann weiter.
Mit der Wiedereinführung apothekenbezogener Zytostatika-Ausschreibungen droht
die Politik einen Fehler zu wiederholen, den der Gesetzgeber 2017 bewusst
korrigiert hat. Damals wurden Exklusivverträge abgeschafft, um die freie
Apothekenwahl und eingespielte Abläufe zwischen onkologischen Praxen und
spezialisierten Apotheken zu schützen. Pharma Deutschland widerspricht deshalb
der Forderung der Krankenkassen nach erneuten Ausschreibungen. Auch den
geplanten zusätzlichen Vergütungsabschlag für DiGA lehnt Pharma Deutschland ab.
Ab Januar 2027 soll die Vergütung einer Anwendung rückwirkend um den Anteil der
Nutzer gekürzt werden, die sie innerhalb der ersten 28 Tage vorzeitig beenden.
Einer solche pauschale Regelung würde das Kriterium des nachgewiesenen Nutzens
abwerten, indem eine kurze Nutzungsdauern faktisch mit fehlendem medizinischem
Nutzen gleichgesetzt wird.
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Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der
Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten
Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in
Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
Patientinnen und Patienten bereit. Unter http://www.pharmadeutschland.de/ gibt
es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
Ihre Ansprechpartner in der Pressestelle von Pharma Deutschland:
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Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Pharma Deutschland e.V.
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