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Mainz (ots) - Im Februar 2020 tötete ein Rechtsextremist an zwei Tatorten in
Hanau neun junge Menschen, weil er sie als nicht deutsch einstufte. Der
Filmemacher Marcin Wierzchowski hat Angehörige der Opfer sowie Überlebende bei
ihrem Kampf um Aufklärung über vier Jahre begleitet. Anlässlich des
Internationalen Tages gegen Rassismus am 21. März zeigt 3sat den Dokumentarfilm
"Das Deutsche Volk" ab Mittwoch, 18. März 2026, 6.00 Uhr, in der 3satMediathek
(http://www.3sat.de) und am selben Tag um 20.15 Uhr im Programm.
Der am 19. Februar 2020 verübte Terroranschlag in Hanau zählt zu den
schwerwiegendsten rassistischen Gewalttaten in Deutschland. Die Opfer, zum
Zeitpunkt des Anschlags alle in ihren Zwanzigern und Dreißigern: Said Nesar
Hashemi, Sedat Gürbüz, Mercedes Kierpacz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtovic, Vili
Viorel P?un, Fatih Saraçoglu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.
Die dokumentarische Langzeitbeobachtung beginnt am Tag nach den Morden. In
eindringlichen Schwarz-Weiß-Bildern schildert sie das Geschehen aus der
Perspektive der Hinterbliebenen und Überlebenden und begleitet sie durch
verschiedene Phasen der Trauer und Verarbeitung. Vermutlich hatte ein
verschlossener Notausgang an einem der Tatorte die Flucht mehrerer Opfer
verhindert, und der Notruf war in der Tatnacht nicht durchgängig erreichbar
gewesen. Die Angehörigen selbst haben diese Mängel aufgedeckt und öffentlich
gemacht. Gemeinsam mit der Recherchegruppe "Forensic Architecture" konnten sie
die Nacht des Anschlags rekonstruieren - und sie fordern Konsequenzen. "Es gibt
keine Gerechtigkeit ohne Konsequenzen in dieser Welt", sagt Niculescu P?un,
dessen Sohn Vili Viorel nur 22 Jahre alt wurde.
Konzentriert und sensibel zeigt der Film den aufreibenden Kampf um juristische
Aufklärung und eine angemessene Erinnerungskultur. Dabei legt er auch
strukturellen Rassismus offen, der unsere Einwanderungsgesellschaft bis heute
prägt. "Deutschland hat mein Kind aus dieser Welt ausradiert", sagt Emis Gürbüz,
die Mutter des ermordeten Sedat Gürbüz (29). "Ich erinnere mich an Wahlplakate
mit 'Ausländer raus!' Was haben wir euch getan?"
"Die radikale Konzentration auf die Perspektive der Hinterbliebenen gibt
Wierzchowskis Film seine außergewöhnliche Kraft, die niemanden gleichgültig
lässt", lobte die Jury des Hessischen Filmpreises, mit dem der Film 2025
ausgezeichnet wurde.
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