|
Leipzig/Dortmund (ots) - Lara Wilkin promoviert gerade mit Fokus auf die
Prothetik der oberen Extremitäten. Sie spricht auf der OTWorld - Weltkongress
und internationale Fachmesse - vom 19. bis 22. Mai 2026 über moderne
Prothesentechnik. Als Gründerin der Arm Prosthesis Community und
Amputations-Peer fördert sie die Aufklärung und den Austausch von Betroffenen.
Ihr vielfältiges Engagement resultiert aus ihren eigenen Erfahrungen mit der
Amputation eines Unterarms - und zeigt Herausforderungen für eine moderne
Hilfsmittelversorgung.
Nach Komplikationen infolge eines Knochenbruchs mit Einblutungen wurde Lara
Wilkin im Oktober 2019 der linke Unterarm amputiert. Durch eine eng abgestimmte
orthopädietechnische Versorgung, konsequent individualisiertes funktionelles
Training und den passgenauen Aufbau moderner Prothesensysteme hat sie ihre
Selbstständigkeit wiedererlangt. Und noch viel mehr als das: Ihre persönlichen
Erfahrungen und technische Neugier wurden zum Startpunkt für aktive
Aufklärungsarbeit, internationale Vernetzung und Forschung.
Besondere Herausforderungen in der Armprothetik
Schon im Vorfeld der Amputation hatte Lara Wilkin sich mit dem
Versorgungsprozess auseinandergesetzt, sich über Möglichkeiten und Grenzen
informiert. Das Team der Orthopädie-Technik Münsterland und
Armprothetik-Spezialist André Wohlatz haben das maßgeblich unterstützt. "Schon
bei unserem ersten Treffen fühlte ich mich menschlich und fachlich sehr gut
aufgehoben und verstanden" , erzählt Lara Wilkin . André Wohlatz bringt
langjährige Erfahrung in der Armprothetik mit und weiß um die besonderen
Herausforderungen dieser Spezialisierung: "Arme und Hände gehören zum
Gesichtsfeld. Diese Amputationen sind immer zu sehen und prägen das
Erscheinungsbild eines Menschen. Umso wichtiger ist es, hier Einfühlungsvermögen
zu haben."
Peer-Support als fehlendes Bindeglied im Versorgungssystem
Parallel zu ihrer Rehabilitation entwickelte Lara Wilkin den Wunsch, andere
Betroffene strukturiert zu unterstützen. Zu oft hatte sie selbst den Mangel an
unabhängiger Vernetzung und niedrigschwelligem Austausch im Versorgungssystem
erlebt. "Über den medizinischen Aspekt hinaus ist oft nicht klar, was eine
Amputation tatsächlich bedeutet, welche Herausforderungen und Fragen zur
Versorgung sich ergeben. Dabei ist der Weg in eine neue Normalität anstrengend,
langwierig, selten geradlinig und oft mit Rückschlägen verbunden. Dafür braucht
man viel Kraft und Unterstützung." Daher ließ sich Lara Wilkin zur Amputee Peer
ausbilden und gründete 2021 die Arm Prosthesis Community. Was als lokale
Initiative begann, hat sich zu einem internationalen Netzwerk entwickelt.
Inzwischen leistete die Community bereits in 27 Ländern Peer-Support, Austausch
und Vernetzung für Menschen mit Amputation oder Fehlbildungen der oberen
Extremitäten sowie für Angehörige und Fachpersonal.
Expertise im fachlichen und internationalen Diskurs
Bereits vor ihrer internationalen Ausrichtung war Lara Wilkin auf Landes- und
Bundesebene in fachlichen Gremien, Verbänden und Austauschformaten tätig und
wirkte an der Weiterentwicklung von Versorgungs- und Peerstrukturen mit.
Inzwischen bringt sie ihre Expertise auch auf internationaler Ebene ein und
engagiert sich aktiv innerhalb der International Society for Prosthetics and
Orthotics (ISPO). So ist sie regelmäßig auf Weltkongressen, Fachgipfeln und
internationalen Tagungen vertreten, hält Vorträge, schult Fachpublikum und wirkt
aktiv an interdisziplinären Diskursen zur Weiterentwicklung der Prothetik mit.
Nutzerperspektive als wichtiger Impuls für die Prothesenentwicklung
Mit Blick auf all ihre Erfahrungen ist für Lara Wilkin klar: Sie möchte moderne
Orthopädietechnik differenziert darstellen, jenseits von Überhöhung oder
Defizitnarrativen: "Technische Leistungsfähigkeit allein reicht nicht aus. Erst
wenn eine Prothese als Teil des eigenen Körpers und Selbstbildes akzeptiert
werden kann, entfaltet sie ihr eigentliches Potenzial. Dafür sollten
Nutzer:innen deutlich stärker in Entwicklungsprozesse einbezogen werden. Denn
technische Innovation entsteht dort, wo reale Herausforderungen verstanden,
kritisch hinterfragt und offen diskutiert werden. Konstruktive Rückmeldungen
sind dabei ein zentraler Motor für Weiterentwicklung."
Forschung an der Schnittstelle von Technik und Versorgungspraxis
Lara Wilkins Einsatz für Aufklärung und Vernetzung ging stets einher mit der
Neugier auf die technischen Aspekte der Prothetik. Um noch besser aufklären zu
können, setzt sie dabei auf die eigene Weiterbildung, testet beispielsweise
immer neue Prothesensysteme, und studierte schließlich Prothetik. Inzwischen
promoviert sie mit Fokus auf die Prothetik der oberen Extremitäten an der
Medizinischen Universität Wien. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von
Technik, Funktion, Versorgungspraxis und Nutzerperspektive.
Vertrauen und gemeinsames Lernen in der langfristigen Versorgung
Orthopädiemechaniker André Wohlatz ist bis heute ein wichtiger Wegbegleiter.
Alle vier bis sechs Wochen ist Lara Wilkin zur Versorgung ihrer Unterarmprothese
vor Ort. Das macht deutlich: Neben der fachlichen Expertise ist die persönliche
Ebene für eine erfolgreiche Versorgung essenziell: "In der Zusammenarbeit geht
es um Vertrauen, um Verständnis und darum, die Sorgen des Kunden und die eigene
Aufgabe ernst zu nehmen" , sagt André Wohlatz . Ziel sei immerhin, dass
Betroffene ihre Hilfsmittel tatsächlich nutzen und bei Problemen nicht
kapitulieren. Lara Wilkin ist sicher, dass sie zusammen mit André Wohlatz die
beste Lösung für ihre Versorgung gefunden hat. "Er hat nichts abgelehnt, sondern
war immer bereit, alle Optionen auszuprobieren. Wir konnten gemeinsam lernen -
diese Erfahrung wünsche ich auch anderen", sagt Lara Wilkin .
Am Kongressprogramm der OTWorld 2026 in Leipzig beteiligt sich Lara Wilkin mit
fünf Vorträgen:
19. Mai | 10.30 - 11.45 | Individuelles Prothesengebrauchstraining als Schlüssel
zur funktionellen und psychosozialen Rehabilitation bei Armamputationen in Freie
Einreichungen "Innovationen in Design, Material und Training - Wege zur
individualisierten Prothesenversorgung"
(https://www.ot-world.com/kongressprogramm/otworld/125677)
19. Mai | 12.15 - 13.30 | Individualisierte myoelektrische Ortho-Prothese bei
geburtstraumatischer Plexusparese: Planungs-Testphase einer innovativen
Versorgung in Freie Einreichungen "Impulse für morgen - vielfältige Ideen aus
der Orthopädietechnik"
(https://www.ot-world.com/kongressprogramm/otworld/125693)
20. Mai | 10.30 - 11.45 | Akzeptanz, Embodiment und Individualisierung im
interkulturellen Vergleich - Ergebnisse einer multizentrischen Befragung in
Freie Einreichungen "Die Zukunft der Armprothetik - Versorgung im Wandel"
(https://www.ot-world.com/kongressprogramm/otworld/125676)
20. Mai | 14 - 15 | Embodiment myoelektrischer Ortho-Prothesen zur funktionellen
Rehabilitation bei Extremitätenerhalt der oberen Extremität in
Posterpräsentation "Posterpräsentationen mit Kurzvorträgen - Prothetik,
Amputationschirurgie, Ausbildung / Berufsbild, Biomechanik und Fuß und Schuh /
Orthopädieschuhtechnik"
(https://www.ot-world.com/kongressprogramm/otworld/125680)
20. Mai| 14 - 15 | Interdisziplinäre Ortho-Prothesen-Versorgung bei
CRPS-bedingten Kontrakturen: innovatives Fallbeispiel zum Extremitätenerhalt in
Freie Einreichungen "Posterpräsentationen mit Kurzvorträgen - Prothetik,
Amputationschirurgie, Ausbildung / Berufsbild, Biomechanik und Fuß und Schuh /
Orthopädieschuhtechnik"
(https://www.ot-world.com/kongressprogramm/otworld/125680)
Zugang zur OTWorld 2026
Das OTWorld-MESSE Ticket ermöglicht für 44 Euro den Zugang zur internationalen
Fachmesse, zu allen 130 praxisnahen Workshops sowie zum OTWorld.eSummit. Für
Betriebe besonders attraktiv ist das Gruppenticket : Ab vier Personen beträgt
der Preis 29 Euro pro Person und eröffnet damit auch ganzen Teams eine
kostengünstige Teilnahme.
Das OTWorld-KOMPLETT Ticket umfasst zusätzlich den wissenschaftlichen
Weltkongress und verbindet Kongress, Workshops und Fachmesse in einem
Gesamtpaket. Bei Buchung bis zum 31. März gilt der Early-Bird-Tarif mit einer
Ersparnis von bis zu 80 Euro gegenüber dem regulären Ticketpreis.
Tickets & Preise | OTWorld (https://www.ot-world.com/de/tickets-preise/)
Über die OTWorld
Fachlicher Träger der OTWorld ist der Bundesinnungsverband für
Orthopädie-Technik (BIV-OT). Veranstalter des Kongresses und Inhaber der Marke
OTWorld ist die Confairmed GmbH. Die Fachmesse verantwortet die Leipziger Messe
GmbH.
Pressekontakt:
Kirsten Abel
Pressesprecherin des Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik
Reinoldistr. 7 -9, 44135 Dortmund
Telefon: 01715608125
E-Mail: mailto:kommunikation@biv-ot.org
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/108324/6238126
OTS: Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik
|