|
Kevelaer (ots) - Die Wärmewende wird in Deutschland meist unter einem
Gesichtspunkt diskutiert: Klimaschutz. Doch eine zweite Frage gewinnt zunehmend
an Bedeutung - und sie betrifft Millionen Haushalte direkt: Wie sicher ist
unsere Wärmeversorgung eigentlich noch?
Viele Heizsysteme sind heute stark vom Strom abhängig. Wärmepumpen ebenso wie
klassische Gas- oder Ölheizungen benötigen elektrische Komponenten wie
Umwälzpumpen, Steuerungen oder digitale Regeltechnik. Fällt die Stromversorgung
aus, stehen auch diese Anlagen still.
Mit der zunehmenden Elektrifizierung der Wärmeversorgung wächst damit die
Abhängigkeit von einer stabilen Strominfrastruktur. Kommt es zu größeren
Netzstörungen - etwa durch Extremwetter, technische Probleme oder Überlastungen
- können Heizsysteme kurzfristig ausfallen.
Parallel dazu verändert sich auch die wirtschaftliche Situation fossiler
Energieträger deutlich. Vor allem beim Erdgas erwarten Energieanalysen in den
kommenden Jahren eine spürbare Kostensteigerung. Ein wesentlicher Treiber ist
der steigende CO2-Preis: Während er derzeit noch staatlich festgelegt ist, wird
der Wärmesektor ab 2027 in den europäischen Emissionshandel integriert. Damit
wird der CO2-Preis künftig stärker vom Markt bestimmt - mit deutlich höheren
Preisniveaus als heute.
Experten rechnen damit, dass der CO2-Preis bis 2030 deutlich ansteigen könnte.
Hinzu kommen weitere Kostenfaktoren: Neue Gasheizungen müssen perspektivisch
einen steigenden Anteil klimaneutraler Gase wie Biomethan nutzen, die deutlich
teurer sind als fossiles Erdgas. Gleichzeitig verteilen sich die Kosten für
Gasnetze auf immer weniger Haushalte, da viele Gebäude schrittweise auf andere
Heizsysteme umstellen. Auch das kann die Netzentgelte für verbleibende Kunden
erhöhen.
Viele Energieanalysen gehen deshalb davon aus, dass sich die Kosten für das
Heizen mit Gas langfristig deutlich erhöhen könnten. Für Verbraucher bedeutet
das eine zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit bei fossilen Heizsystemen.
Gleichzeitig bleibt Deutschland bei Öl und Gas weiterhin stark von Importen
abhängig. Die Energieträger werden größtenteils aus dem Ausland bezogen und
unterliegen internationalen Märkten sowie geopolitischen Entwicklungen.
Preissteigerungen und Versorgungsschwankungen der vergangenen Jahre haben
gezeigt, wie sensibel diese Systeme auf globale Krisen reagieren können.
Vor diesem Hintergrund rücken regionale Energieträger stärker in den Fokus. Holz
spielt dabei eine besondere Rolle: Der Rohstoff wächst in deutschen Wäldern
nach, ist weniger abhängig von internationalen Lieferketten und gilt im
Vergleich zu fossilen Energieträgern als relativ preisstabil.
Das Potenzial ist erheblich. Rund ein Drittel der Fläche Deutschlands ist
bewaldet, und seit Jahrzehnten wächst mehr Holz nach, als geerntet wird.
Gleichzeitig spielt Holz bereits heute eine zentrale Rolle in der
Wärmeversorgung: Rund 37 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland stammen
aus Biomasse - überwiegend aus Holz.
Genutzt wird dieser Energieträger vor allem in Kachelöfen, Grundöfen und
Kaminen. Moderne Feuerstätten arbeiten mit optimierter Verbrennungstechnik,
hoher Effizienz und deutlich reduzierten Emissionen und lassen sich häufig auch
in hybride Heizsysteme integrieren.
"Holz ist nicht die einzige Lösung, aber ein unverzichtbarer Baustein eines
zukunftsfähigen Energiemixes", betont Robert Mülleneisen, Vorstandsvorsitzender
des GesamtVerband OfenBau e.V. (GVOB). "Durch nachhaltige Forstwirtschaft und
moderne Technik bleibt Holz eine sichere, erneuerbare und klimafreundliche
Energiequelle."
Für den GVOB steht fest: Die Wärmewende braucht neben Klimaschutz und Effizienz
auch einen stärkeren Fokus auf Versorgungssicherheit. Regionale Energieträger
wie Holz können dabei eine wichtige Rolle spielen - als Teil eines ausgewogenen
Energiemixes für eine stabile Wärmeversorgung.
Pressekontakt:
GesamtVerband OfenBau e.V. (GVOB)
Vertreten durch: hsn - Die Agentur fuer integrierte Kommunikation
Schellingstraße 10a
22089 Hamburg
http://www.hsn-agentur.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/182197/6238581
OTS: GesamtVerband OfenBau e.V. (GVOB)
|