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München (ots) - Die Diskussion um den Schutz von Kindern und Jugendlichen im
digitalen Raum beschäftigt Familien, Schulen und Fachkreise. Um ein möglichst
breites Bild mit verschiedenen Perspektiven zu erhalten, hat die
CSU-Landtagsfraktion zwei Experten eingeladen: Prof. Dr. Marcel Romanos,
Klinikdirektor des Zentrums für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum
Würzburg und stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder-
und Jugendpsychiatrie, sowie Semjon Rens, Public Policy Director von Meta für
Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek:
"Es geht erstmal nicht um Verbot ja oder nein, sondern darum, die Gesundheit von
Kindern und Jugendlichen zu schützen. Cybermobbing, Hass und gefährliche Inhalte
sind reale Risiken. Die psychischen Folgen sind messbar und sie wachsen. Das ist
ein Gesundheitsproblem, das wir als Gesellschaft nicht länger ignorieren können.
Die Plattformbetreiber dürfen nicht wegschauen. Ohne verlässliche Altersprüfung
bleibt Jugendschutz im Netz lückenhaft. Aber auch Eltern tragen Verantwortung
und brauchen klare Leitplanken. Das Internet soll offen bleiben, aber vor allem
sicher für Kinder und Jugendliche. Das alles kann jetzt noch von den
Plattformbetreibern mit mehr Entschlossenheit als bisher umgesetzt werden. Wenn
nicht, ist der Staat gefordert, einzugreifen. Idealerweise europäisch, notfalls
auch national."
Dr. Stefan Ebner, digitalpolitischer Sprecher der Fraktion:
"Die Werkzeuge liegen auf dem Tisch: Altersgrenzen durchsetzen, Kinderaccounts
als Standard, endloses Scrollen abschalten - der DSA gibt das bereits her.
Algorithmen müssen offengelegt werden. Und wer auf Plattformen agiert, muss
namentlich erkennbar oder zumindest identifizierbar sein. Leider handeln die
Konzerne bislang nicht, auch weil es ihr Geschäftsmodell berührt. Deshalb sage
ich klar: Wird Verantwortung verweigert, muss der Gesetzgeber reagieren."
Prof. Dr. Marcel Romanos, Klinikdirektor des Zentrums für Psychische Gesundheit
am Universitätsklinikum Würzburg und stellvertretender Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie:
"Die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland steckt in
einer Krise. Social Media und digitale Medien sind einer der zentralen Treiber
dieser negativen Entwicklung. Die Rate der Kinder mit suchtartigem
Nutzungsverhalten ist zuletzt deutlich angestiegen und betrifft etwa 350.000
Kinder. Jedes vierte Kind in Deutschland berichtet von Cybergrooming. Wir wissen
inzwischen gut, wie die Algorithmen Kinder und Jugendliche in Essstörungen und
selbstverletzendes Verhalten treiben können. In der aktuellen Debatte haben wir
die Chance, entscheidend für eine Besserung der Gesundheit von Kindern und
Jugendlichen und den digitalen Kinderschutz einzutreten."
Semjon Rens, Public Policy Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz
bei Meta:
"Wir verfolgen ein gemeinsames Ziel: Jugendliche sollen online wirksam geschützt
werden und zugleich die Chancen digitaler Angebote sicher nutzen können. Mit den
Instagram Teen-Konten übernehmen wir Verantwortung: ein standardmäßig privates
Profil, strikte Messaging-Einstellungen und altersgerechte Inhalte - und
Teenager unter 16 können diese Einstellungen nicht ohne Erlaubnis ihrer Eltern
lockern. Doch Jugendliche nutzen pro Woche im Schnitt über 40 verschiedene Apps.
Deshalb brauchen wir eine zentrale Altersverifikation - eine technische Lösung,
die Eltern wirklich befähigt, statt sie zu überfordern."
Pressekontakt:
Sebastian Kraft
Pressesprecher
E-Mail: mailto:sebastian.kraft@csu-landtag.de
Michaela Lochner
Stv. Pressesprecherin
E-Mail: mailto:michaela.lochner@csu-landtag.de
Tobias Klahr
Stv. Pressesprecher
E-Mail: mailto:tobias.klahr@csu-landtag.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/53955/6238614
OTS: CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag
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